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Güstrower Anzeiger

19. Oktober 2017 | 18:28 Uhr

Kommunalwahl : Männerdominanz auf den Listen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Schon vor den Kommunalwahlen steht fest: Frauen machen sich rar in künftiger Güstrower Stadtvertretung

82 Frauen und Männer bewerben sich um die künftig 29 Sitze in der Güstrower Stadtvertretung. Sie werden von sechs Parteien bzw. einer Wählergemeinschaft ins Rennen geschickt, vier Männer kandidieren als Einzelbewerber. Alle eingereichten Wahlvorschläge hat der Wahlausschuss zugelassen.

Mit Ausnahme der CDU-Listen enthalten alle jeweiligen Wahlvorschläge in den beiden Güstrower Wahlbereichen identische Namen. Bei SPD, Bündnis90/Grüne und Freien Wählern sind die Wahlvorschläge in beiden Wahlbereichen sogar auch in der Reihenfolge gleich lautend.

Mit 20 die meisten Bewerber stellt die CDU auf. 16 kandidieren in beiden Güstrower Wahlbereichen, vier in nur einem. Nicht viel weniger Bewerber stehen bei der SPD auf den Wahlvorschlägen: 18. Zwölf Bewerbungen bei den Freien Wählern Güstrow – das ist sogar einer mehr als bei den Linken.

Besonders auffällig: Mit genau einem Dutzend Frauen gibt es ein krasses zahlenmäßiges Missverhältnis zu den 70 kandidierenden Männern. Den höchsten Frauenanteil bieten die Grünen zur Wahl auf. Wenn auch nicht ganz ausgeglichen, wie sonst eine Prämisse der Grünen, so stellen sich hier doch immerhin drei Frauen unter den acht Kandidaten zur Wahl. Die absolut meisten Frauen mit fünf hat die SPD auf ihren Wahlvorschlägen zu stehen. Einzige Frau, die sich bei den Christdemokraten zur Wahl stellt, ist die Rentnerin Hanne-Lore Harder (78). Ganz auf den weiblichen politischen Instinkt verzichten (müssen) FDP und Freie Wähler. Das betrifft auch die NPD, für die es mit dem Berufskraftfahrer Nils Matischent (24) nur einen Kandidaten gibt. Die Partei Die Linke bittet mit drei Frauen um die Wählergunst.

Eine der spannendsten Fragen für alle Bewerber ist die, welche „Fraktionen“ am meisten unter dem Mitgliederschwund im Gremium leiden werden. Immerhin acht Stadtvertreter weniger werden in der neuen Legislaturperiode ehrenamtlich arbeiten, weil die Einwohnerzahl Güstrows unter die aus stadtpolitischer Sicht magische 30 000-Grenze fiel. Die großen Fraktionen – CDU mit aktuell 10 Mitgliedern, Die Linke mit 8, SPD mit 7 – zittern da ebenso wie die Kleinen. Für die „Kleinen“ dürfte es schwierig werden, wieder bzw. überhaupt Fraktionsstärke zu erringen, mutmaßt so mancher Kommunalpolitiker. Aktuell bilden drei FDP-Leute eine Fraktion sowie vier Freie Wähler mit dem Einzelbewerber Kurt-Werner Langer eine fünfte Fraktion. Mit Thomas Duve ist ein weiterer Einzelbewerber im Stadtparlament, der ebenso fraktionslos blieb wie der NPD-Mann und die beiden Bündnisgrünen.


Im Alleingang: Langer, Duve, Kohlhagen, Sell


Die ältesten Bewerber sind neben Hanne-Lore Harder die FDP-Kandidaten Claus Koepcke (78) und Jürgen Ahrens (77). Mit Abstand jüngster Kandidat für die Güstrower Stadtvertretung ist mit 18 Jahren der Auszubildende Alexander Kieslich, der für die CDU antritt.

Mit dem selbstständigen Verwalter Thomas Duve (60) und dem Schiffsingenieur Kurt-Werner Langer (65) kandidieren zwei langjährige Stadtvertreter erneut als Einzelbewerber. In dem Moderator Mario Kohlhagen (41) und dem Selbstständigen Kevin Sell (24) haben sie zwei jüngere, bisher nicht in der Kommunalpolitik aktive Mitbewerber. Auch hier die spannende Frage: Wer von ihnen schafft den Sprung?

Am 25. Mai wird gewählt. Am gleichen Tag werden auch der Kreistag und das Europaparlament neu bestimmt.


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