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Güstrower Anzeiger

25. November 2017 | 05:15 Uhr

Güstrow : Männer können das ebenfalls

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Für Andreas Herzig und Abdul Aziz Bayrak aus Güstrow ist der Erzieherberuf erste Wahl.

von
erstellt am 21.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Kindererziehung ist Frauensache. So war es über Jahrhunderte. Können aber nicht doch auch Männer als Erzieher wertvolle Arbeit leisten? Können sie. Allerdings sind Erzieher deutlich in der Minderheit. Egal. Andreas Herzig (37) arbeitet als Erzieher in Kindergarten- und Hortbereich der Awo-Kita „Kinderland“. Im DRK-Hort „Stelzenvilla“ ist seit wenigen Wochen Abdul Aziz Bayrak (20) tätig. Beide fühlen sich als Erzieher sehr wohl.

Andreas Herzig aus Güstrow ist seit zwei Jahren im Hortbereich der Awo-Einrichtung tätig. Er kümmert sich um die Schüler, wenn sie aus der Schule ankommen. Nach dem Essen dürfen die Schüler erst einmal Spielen, um den Kopf frei zu bekommen. An Andreas Herzig liegt es, sie auch zu einem gemeinsamen Spiel zu animieren. Der Güstrower war nach seiner Ausbildung als Heilerziehungspfleger im Kindergarten tätig, hat sich vor zwei Jahren aber für die Hortkinder entschieden. Zuerst allerdings hatte er einen handwerklichen Beruf gelernt. „Das aber lag mir nicht so gut. Viel lieber wollte ich mit Kindern arbeiten. Darum habe ich mich nach meinen Zivildienst für die Ausbildung zum Heilerzieher entschieden“, erzählt er.

Auch Abdul Aziz Bayrak aus Güstrow fühlt sich genau am richtigen Platz im Hort. Der 20-Jährige hatte bereits während der Schule gut überlegt, in welcher Richtung er eine Ausbildung absolvieren möchte. „Ein Freund war bereits in diesem Berufsfeld tätig. Also war ich neugierig darauf“, sagt er. Er entschied sich für die zweijährige Ausbildung zum Sozialassistenten und anschließend zum Heilerziehungspfleger (weitere zwei Jahre). Während dieser Zeit arbeitete er in Praktika in verschiedenen Bereichen, kam schließlich in die Wossidloschule und betreut dort im Hortbereich als Stammgruppe die Sprachheilklasse – 32 Kinder von der 1. bis zur 3. Klasse.

Was sollte ein Erzieher unbedingt mitbringen? „Man muss schon vorsorglich sein“, ist Abdul Aziz Bayrak sicher. Warum gibt es so wenige Männer in diesem Beruf? In den derzeitigen Ausbildungsklassen zum Erzieher sind im Regionalen Beruflichen Bildungszentrum des Landkreises Rostock im zweiten Ausbildungsjahr gerade mal zwei und im ersten Ausbildungsjahr fünf Männer. Und darunter sind kaum welche, die mit jüngeren Kindern arbeiten möchten. Der Jugendbereich sei unter seinen Mitschülern eher gefragt, erzählt Abdul Aziz Bayrak, der mit den Kindern gern Fußball spielt, Türme baut oder wenn notwendig den Tröster gibt. Ob sich jemand für den Beruf Erzieher entscheidet, ist nach Ansicht des 20-jährigen ganz allein von der persönlichen Einstellung abhängig. „Damit hat das Geschlecht nichts zu tun“, sagt er. Andreas Herzig denkt, dass das Bild der Frau als Kindererzieherin tief verwurzelt ist. Er ist sich aber sich, dass sich das wandeln wird.




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