Projekttag : Mädchen peppten sich auf fürs „Täterbild“

Kriminalhauptkommissar Thomas Haarweg nimmt die Fingerabdrücke von Emily Sophie Thomas.
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Kriminalhauptkommissar Thomas Haarweg nimmt die Fingerabdrücke von Emily Sophie Thomas.

Klasse 5c der Güstrower Schule am Inselsee erlebte Projekttag bei den Kriminalisten / Schüler spielen auch Zeugen bei Polizeiausbildung

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03. Dezember 2014, 06:00 Uhr

Unterricht einmal ganz anders erlebten gestern die Mädchen und Jungen der Klasse 5c der Güstrower Schule am Inselsee. Am Projekttag lernten sie die Arbeit von Kriminalisten im Fachbereich Polizei der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow kennen.


Gut aussehende „Täterinnen“


Nach einer Knobelaufgabe erfuhren die Schüler, wie Fingerabdrücke von Verdächtigen genommen werden und wie ein dreiteiliges Täterlichtbild erstellt wird. An letzterer Station erwiesen sich die Mädchen als ausgesprochen modebewusst. Noch bevor die Kamera klickte, verbesserten sie ihr Outfit mit Accessoires wie Tüchern oder Ketten, um als möglichst gut aussehende „Täterinnen“ in das Täter-Lichtbild-System der Polizei aufgenommen zu werden. Das freilich nur theoretisch, wie Kriminalhauptkommissar Hanno Koester den weiteren Weg der Fotografien erklärte.

Den Projekttag hatte Kriminalhauptkommissar Thomas Haarweg schon vor Jahren ins Leben gerufen. „Mitte der 1990er-Jahre habe ich während meiner Zeit als Kriminalist in Güstrow in der Arbeitsgruppe ‚Jugend’ mitgearbeitet. Daraus entstand die Idee eines Projekttages, den wir den Schulenanbieten. Die Schüler schnuppern in die Arbeit der Kriminalisten hinein und gleichzeitig haben wir die Möglichkeit, sehr viel präventiv zu arbeiten“, erklärte er.

Zu der Schule am Inselsee bestehen darüber hinaus enge Verbindungen. Seit etwa zehn Jahren helfen die Schüler den Kriminalistikstudenten in einem bundesweit einmaligen, aber in der Fachwelt viel beachteten Projekt. „Bestandteil des Studiums ist die Zeugenbefragung“, sagt Hanno Koester, der die Zusammenarbeit damals herbeiführte. „Es gäbe wenig Sinn, wenn Kommilitonen eine nachgestellte Straftat, eine Schlägerei oder einen Handtaschenraub beispielsweise, beobachten und ihre Mitstudenten sie dann als Zeugen befragen. Anders ist das bei Kindern. Die haben eine ganz andere Wahrnehmung, reagieren ehrlicher und spontaner und der angehende Kriminalist muss schon die richtigen Fragen stellen, um in dem Fall weiter zu kommen“, erklärt Koester. Solche Tage seien immer sehr aufregend, sowohl für die Studenten als auch für die Schüler, weiß er.


Viel spannender als Unterricht


Begeistert äußerten sich die Fünftklässler nach dem gestrigen Projekttag. „Ist ja Unterricht, aber viel spannender“, fand Emily Sophie Thomas, die Mühe hatte, die schwarze Farbe wieder von den Fingern abzubekommen. Hannes Jesse hatte bei den Täterlichtbildern genau aufgepasst. „Bei Familienfeiern bin ich manchmal für die Fotos zuständig“, erklärte er.




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