Mädchen erkunden Männerdomänen

Girl’s Day im Forstamt vor einem Jahr: Nach Anweisung von Revierförster Steffen Hambruch markiert Anne-Kathrin Zimmermann  einen Baum, der für eine Rückergasse weichen soll.
Girl’s Day im Forstamt vor einem Jahr: Nach Anweisung von Revierförster Steffen Hambruch markiert Anne-Kathrin Zimmermann einen Baum, der für eine Rückergasse weichen soll.

Am 27. März wieder Girls’ Day / Bis jetzt fünf Unternehmen in Güstrow dabei / Weitere Firmen in Güstrow und Umgebung gesucht

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12. Februar 2014, 10:58 Uhr

Seit 2002 beteiligen sich in der Barlachstadt Unternehmen am Girls’ Day. Im Jahr 2013 standen 100 freie Plätze in Güstrow zur Verfügung von denen 74 in Anspruch genommen wurden.

„Der Tag soll dazu dienen, dass Mädchen auch mal in Berufe reinschnuppern können, auf die sie vielleicht selbst nicht gekommen wären. Denn wer sagt, dass Frauen nicht auch Männerberufe ausführen können“, meint Christina Lemke, Girls’-Days-Beauftragte der Landeskoordinierungsstelle M-V. Bis jetzt hätten sich für den 27. März erst fünf Unternehmen aus Güstrow angemeldet, die immer mit dabei sind: die Fachhochschule mit ihrer Polizeiabteilung, das kreisliche Busunternehmen Rebus, das Forstamt, BBS Start und Backhus. Zusammen bieten sie 41 Plätze an. Der Beruf des Polizisten werde zwar schon von vielen Frauen ausgeübt, jedoch gäbe es in den Führungspositionen immer noch keine Gleichheit an Männern und Frauen. Somit wären erst Berufe im Bereich der Holzarbeit, Forstarbeit, des Bäckers und des Mechatronikers abgedeckt, sagt Lemke.

„Wir würden uns wünschen, dass viel mehr Firmen dieses Angebot wahrnehmen, sodass man den Mädchen eine breitere Palette an Berufen vorstellen kann. In den letzten Jahren wurden es leider immer weniger Firmen“, erzählt Christina Lemke. Sie könnte sich vorstellen, dass beispielsweise IT-Firmen sich melden.

Jedoch sei es nicht leicht, Firmen als auch interessierte Mädchen zu begeistern. „In Güstrow gibt es leider den Arbeitskreis Girls’ Day nicht mehr, der sich früher darum gekümmert hat und Firmen ansprach. Außerdem hängt die Teilnahme der Schüler auch oftmals vom Engagement der Schule ab“, weiß Lemke.

Die Folge sei, dass Mädchen nach attraktiven Berufsangeboten oftmals außerhalb nach Unternehmen suchen. Dabei gäbe es in Güstrow auch reichlich Firmen, in denen Männer dominieren.

Am Girls’Day teilnehmen kann jedes Mädchen ab Klasse fünf. Für diesen Tag kann man sich von der Schule freistellen lassen. Christina Lemke erzählt: „Auch Schulen können sich an eine Firma wenden und den Tag gemeinsam planen. Dies war im letzten Jahr auch schon eine erfolgreiche Methode.“

Trotz der Probleme konnte der Girls’ Day schon Erfolge verbuchen. So hat in Laage bei der Bundeswehr eine Frau ihre Ausbildung als Technikerin angefangen, nachdem sie am Girls’Day teilgenommen hatte. Christina Lemke erzählt: „Leider erhalten wir solche Rückmeldungen noch viel zu selten. Dabei gibt es bestimmt noch weitere Frauen, die sich anschließend für einen Männerberuf entschieden haben.“ Anmelden für den Girl’s Day können sich Unternehmen als auch Mädchen im Internet unter www.girls-day.de/girlsdayradar.

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