Schloss Güstrow : Luther und 16. Jahrhundert auch für Kinder erlebbar

Jürgebn Zehnpfennig und Joachim Wein (v.l.) stellen in einer der Pop up-Kabinen Figuren auf.
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Jürgebn Zehnpfennig und Joachim Wein (v.l.) stellen in einer der Pop up-Kabinen Figuren auf.

Aufbau der Ausstellungen „Cranachs Luther!“ und „Pop up Cranach“ laufen im Schloss auf Hochtouren.

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05. Mai 2017, 05:00 Uhr

Kaum hat Museumspädagogin Monika Lehmann die Tür aufgeschlossen, nimmt Musik – nicht zu laut, nicht zu leise – den Eintretenden gefangen. Jenseits der Türschwelle, so erscheint es, beginnt eine andere Welt, die des 16. Jahrhunderts. Die Vorbereitungen für die Kabinettausstellung auf Schloss Güstrow. „Cranachs Luther!“ und die museumspädagogischen Ausstellung „Pop up Cranach“ laufen auf Hochtouren. Dabei ist es erstaunlich leise. Vielleicht liegt es an der beruhigenden Melodie.

„So etwas hat es auf Schloss Güstrow noch nicht gegeben. Wir sind sehr gespannt“, sagt die Museumspädagogin und ist überzeugt mit der Schau einen Höhepunkt in ihrer museumspädagogischen Tätigkeit zu erleben. Drei Dinge verbinden sich mit der Schau, die ab dem 20. Mai zu sehen sein wird: Das sind einmal die Werke der Maler Lucas Cranach der Ältere und Lucas Cranach der Jüngere, die einen Einblick in das Schaffen der beiden Künstler – 13 Gemälde und weitere für die Verbreitung der Reformationsgedanken wichtigen Werke – geben. Hinzu kommen ein interaktives Erleben der Familie Cranach in ihrer Zeit in Wittenberg und dieser Zeitepoche überhaupt. Zum Dritten können die Besucher die Frauenzimmer in der 2. Etage des Schlosses noch einmal ganz anders erleben, meint Lehmann.

Die Einbauten in kräftigen Farben der Renaissance sollen dem Besucher ein Galerie-Erlebnis ermöglichen, erklärt Kurator Dr. Tobias Pfeifer-Helke. Gestern wurde an der Beleuchtung gearbeitet. Ziel ist es die Werke so zu inszenieren, dass der Betrachter sich ein Bild bis ins Detail erschließen kann, erklärt der Kurator und lobt einen „sehr schönen Bestand von Cranach-Werken, den das Museum im Reformationsjahr gesondert zeigen kann“.

Jürgen Zehnpfennig und seine Mitarbeiter installieren derweil die museumspädagogischen Ausstellung „Pop up Cranach“. So entsteht z.B. in einem Raum ein Büro der Cranachs, die nicht nur Maler waren, sondern auch Weinhändler und Apotheker. Gleich daneben gibt es ein Labor. „Hier können die Kinder herausfinden, ob Bilder echt und wie alt sie sind“, berichtet Jürgen Zehnpfennig. „Pop up Cranach“ gibt es in drei Räumen. „Die Besucher können so zwischen beiden Ausstellungen beliebig wechseln“, sagt Lehmann und verweist auf einen Raum, den sie als Marktplatz bezeichnet. Hier befinden sich Arbeitstische und ein Schattentheater. Besucher können sich in einer alten Drucktechnik (Frottage) probieren oder am Stempeltisch niederlassen, in Kostüme von damals schlüpfen und alte Tänze zelebrieren. „Es gibt so vieles zu entdecken und auszuprobieren“, betont die Museumspädagogin und will Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen zu einem Besuch ermuntern. Eineinhalb Stunden könnte man dafür einplanen. „Wir erweitern das auf Wunsch aber auch auf einen ganzen Projekttag“, fügt Lehmann hinzu. Auch außerhalb der Öffnungszeiten seien Kinder- und Jugendgruppen willkommen. Die Ausstellungen werden bis 24. September zu sehen sein.

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