Mittsommer-Remise : Lustwandeln in alten Gutshäusern

Achtung, scharfer Pfeffer! Im Naturheilgut Karow lässt Angelika Nawroth (l.) ihre Besucher gerne im Garten probieren.
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Achtung, scharfer Pfeffer! Im Naturheilgut Karow lässt Angelika Nawroth l (l.) ihre Besucher gerne im Garten probieren.

Hilfe durch die Natur, Staunen über Oldtimer und Ratschläge vom Praktiker.

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25. Juni 2018, 05:00 Uhr

Herrschaftlicher Start in den Sommer: Schauen, Plaudern und Lustwandeln hieß es in 80 Guts- und Herrenhäusern im Land bei der 11. Mittsommer-Remise. Zahlreiche Gastgeber in der Region Güstrow waren dabei.

Direkt nach der Schicht im Laager Airbagwerk hatte sich Andreas Lubitz mit Ehefrau Carola auf den Weg gemacht. Friedrichshof lag für die Güstrower nahe, und in Karow schauten sie im Remisen-Fahrplan nach der nächsten Station. „Jedes Mal kam etwas dazwischen, jetzt klappt es endlich und wir nutzen die Zeit für eine kleine Rundreise“, erzählt Carola Lubitz. Im Therapiezentrum Naturheilgut genießen die Lubitz’ eine Tasse Kaffee, während sich unweit Grit Dannenheimer für eine Pfefferpflanze im Kräuterbeet interessiert. Naturheilgut-Inhaberin Angelika Nawroth zupft ihr gerne einen Ableger heraus. Die Besucherin aus Ludwigslust, die mit Thomas und Steffen Großmann aus Rostock nach Karow kam, probiert gleich von den Blättern. „Aber aufpassen, sie sind sehr scharf!“, warnt Angelika Nawroth. Vor vier Jahren hatte die Heilpraktikerin in Karow ihre Praxis eröffnet, inzwischen seien etwa 20 Therapeuten für ihre Patienten tätig – an die 100 zähle sie im Monatsdurchschnitt, berichtet sie. „Wir sind noch am Anfang.“

Sonnabend waren 40 Häuser in Mecklenburg, am Sonntag noch einmal so viele in Vorpommern als Teilnehmer der Mittsommer-Remise ausgezeichnet. Wer sich am ausgeschriebenen Zeitplan orientiert hat, konnte in Friedrichshof auch etwas Pech haben: Die angesagten Oldtimer fuhren schon vor der Zeit wieder los. „Die wollten dann doch noch mal nach Kobrow fahren“, bedauerte Uwe Liske. „Aber schön, dass so viele Leute unterwegs sind“, freute sich der Inhaber des Herrenhauses Friedrichshof über den Zuspruch zur Remise. Er selbst habe die Organisatoren mit einer Aktion im Klützer Winkel unterstützt. Uwe Liske verspricht eine Wiederholung der Oldtimerparade für den 29. Juli. Dann feiert das Haus sein 30-jähriges Betriebsjubiläum. Am Abend zuvor eröffnet die Band Karussell das Fest-Wochenende, zu dem am Sonntag nach einem Frühschoppen mit Blasmusik die Schlagerfreunde bei Hans-Jürgen Beyer und Regina Thoss auf ihre Kosten kommen dürften.

Viel Wissenswertes, wie ein altes, heruntergekommenen Gutshaus wieder zum Leben erweckt werden kann, war in Linstow zu erfahren. Torsten Dietzel und Franziska Hesse hatten 2006 das barocke Haus in unmittelbarer Nähe zum Wolhynier-Museum von der Gemeinde erworben. Nachdem sich Banken nur sehr zögerlich für ihr Projekt interessiert hätten, konnten sie aber doch nach zwei Jahren ihr kleines Hotel mit heute sieben Zimmern und vier Ferienwohnungen eröffnen. Dabei hätten sie viel Wert auf ökologisches Sanieren gelegt, sagt Torsten Dietzel und beschreibt, wie fehlendes Fachwerk ersetzt und Wände durch fachmännisches Zutun seiner Frau gestaltet wurden. Die Denkmalpfleger wären gar kein Problem gewesen. Torsten Dietzel: „Was die wollten, wollten wir auch.“ Heute wirtschaftet das Paar mit vier Angestellten, ist „sehr stolz“ auf ihre Küche und den Park, der insbesondere Familien mit Kindern turbulente Ferientage verspreche. Nur den Sonnabendabend, den wollten sie selbst mal sturmfrei genießen: mit einem Ausflug nach Vogelsang – zur Mittsommer-Remise…



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