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Pilotenausbildung : Lukas lebt seinen Traum vom Fliegen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

24-jähriger Oldenburger wird beim Pilot-Network-Training am Airport Rostock-Laage ausgebildet

Lukas Raabe strahlt, wenn er von seinem ersten Alleinflug im Mai 2013 berichtet. „Den Steuerknüppel in den Händen zu halten und abzuheben – das ist einfach sensationell“, schwärmt der Flugschüler. „Nach der Landung bekommt man das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht.“ Der 24-Jährige lebt seinen persönlichen Traum – er wird auf dem Flughafen Rostock-Laage zum Piloten ausgebildet.

Mittags, 13 Uhr, in der Briefing Box: Lukas Raabe trifft sich mit seinem Fluglehrer Guido Poethke zur Vorbesprechung. Ein Flug mit der zweimotorigen Piper nach Magdeburg-Cochstedt steht heute auf dem Plan des angehenden Piloten. Gemeinsam mit Poethke geht der 24-Jährige die letzten Schritte vor dem Start durch: Flugplan, Wetterlage, eventuelle Einschränkungen, Spritkalkulation sowie die Masse-Schwerpunktberechnung müssen übereinstimmen, damit die Maschine in knapp einer Stunde abheben kann.

Angefertigt hat Raabe die Unterlagen bereits Stunden zuvor am Rechner. „Anfangs hat das häufig den halben Tag in Anspruch genommen. Da ich den Flughafen mittlerweile häufiger angeflogen habe, ist es nun auch in zwei, drei Stunden machbar“, gibt der gebürtige Oldenburger einen Einblick. Trotz akribischer Vorarbeit: Kurzfristige Planänderungen gibt es im Flugbetrieb immer. Häufig ist wechselhaftes Wetter der Hintergrund. „Auch darauf wird man in der Ausbildung vorbereitet. Im Simulator lernen die Schüler zudem das Verhalten bei Systemfehlern und in Notsituationen“, sagt Allan Dussmann, Base Manager des Pilot Training Network (PTN) in Rostock-Laage.

Die hundertprozentige Tochter der Lufthansa Flight Training GmbH bildet seit 2010 jährlich zwischen 150 und 170 Piloten am mecklenburgischen Standort sowie an der Flugbasis Vero Beach, Florida, aus. „Die Mischung aus viel und wenig Luftverkehr ist ideal. Aber auch die Infrastruktur mit vielen weiteren Flughäfen wie Heringsdorf, Lübeck, Parchim oder Barth bietet gute Trainingsmöglichkeiten“, sagt Allan Dussmann. Zudem gibt es Synergien zur Bundeswehr, die vor Ort ihre Eurofighter-Piloten ausbildet.

Dennoch: Die private Flugschule ist kostspielig. Rund 70 000 Euro müssen für die zweijährige Ausbildung ohne Studium oder die vierjährige mit Studium ungefähr bezahlt werden. Aufgebracht werden muss diese Summe von den Absolventen selbst. Anders als bei der Lufthansa-Flugschule in Bremen bildet das Pilot Training Network in Laage vorrangig für den Bedarf anderer Airlines aus. Eine Jobgarantie im Anschluss an die Ausbildung gibt es daher nicht.

In vier Etappen wird den angehenden Piloten in Deutschland und den USA Theorie und Praxis vermittelt. Lukas Raabe hat den Großteil davon schon hinter sich. In etwa zwei Wochen steht für den 24-Jährigen, der neben der Ausbildung Luftverkehrsmanagement in Saarbrücken studiert, die finale Praxisprüfung an zum Verkehrsflugzeugführer, wie es offiziell heißt.

Den Wunsch vom Job über den Wolken hegt der junge Mann dabei schon länger. Bereits seine Ausbildung zum Servicekaufmann im Luftverkehr führte den 24-Jährigen an den Flughafen Rostock-Laage. „Spätestens als ich nach zweieinhalb Jahren immer noch jeder startenden Maschine sehnsüchtig hinterhergeschaut habe, war für mich klar: Jetzt oder nie, das möchte ich unbedingt machen“, sagt Lukas Raabe. Vier Flugeinheiten sowie einen internen Check ist der angehende Pilot nur noch entfernt von seinem Traum. Auch, wenn im Anschluss noch die Bachelorarbeit in Saarbrücken ansteht, ein Ziel für die Zukunft hat der junge Mann längst vor Augen: „Ich möchte mich eher auf Business-Jets spezialisieren“, sagt er. Spätestens dann werden wohl zahlreiche Touristen ihm beim Starten und Landen seiner Maschine sehnsüchtig hinterherschauen und vom nächsten Urlaub träumen.

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