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Lückenhafter Radweg : Löchrige Tücken auf dem internationalen Radweg

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Teuchelbachquerung: Radfahrer müssen zwischen Groß Breesen und Bellin höllisch aufpassen.

von
erstellt am 07.Apr.2016 | 08:00 Uhr

„An dem wunderschönen Abschnitt des internationalen Radwanderweges Berlin-Kopenhagen zwischen dem Ortsteil Groß Breesen der Gemeinde Zehna und Bellin führt eine Brücke über den romantischen Teuchelbach. Damit ist aber schon alles Gute über diese Brücke gesagt…“ So beginnen Willi Ebersold und Jörg Mücket ihren Brief an die SVZ-Lokalredaktion. Die Groß Breesener beklagen einen anhaltenden Zustand des Übergangs, der eher einen Durchlass darstellt. Ein Zustand, der für vermutlich jetzt wieder zahlreiche Radtouristen, die die Passage für ihre erholsame Tour nutzen, gefährlich ist.

Los geht es schon mit einem bösen „Erwachen“ für den, der gar zu arglos auf dem asphaltierten Radweg die Senke zum Bach hinabschießt: Urplötzlich endet die feste, glatte Oberfläche und geht abrupt in eine leidlich befestigte Kies-Schotterpiste über. Und die hat es in sich, mit tiefen Löchern nämlich. Eine Warnung für Radfahrer vor dieser Gefahrenquelle – Fehlanzeige! Ein Zustand, der vor einigen Jahren bereits bei einem Radwege-Check unserer Redaktion negativ angemerkt wurde. Und wenn es Warnschilder gäbe, wären sie womöglich ein Opfer von Vandalismus: Stümpfe von gewaltsam abgetrennten Verkehrszeichen (?) ragen kurz vor dem Brückchen aus dem Waldboden.

Von Vandalismus betroffen ist auch die Brücke selbst. Einseitig ist das Geländer abgerissen. Möglicherweise stand es auch zu breit geratenen Fahrzeugen im Weg? Viel zu schweres Gerät fahre hier, gar von einem 17-Tonnen-Schlepper, dem sie hinterhergefahren seien, schreiben unsere Leser, und das sei keine Seltenheit. Sie verweisen darauf, dass die Brücke für lediglich 6 Tonnen Achslast ausgelegt sei – wie allerdings auch nur in Bellin noch lesbar. Schon zeigten sich Risse zwischen Fahrbahndecke und Tragwerk, hätten Herr Ebersold und Herr Mücke beobachtet.

Was sie noch bemerkten: nichts, also Untätigkeit. Und zwar seitens der Behörden. Nun war ihr Fingerzeigen auf den Landkreis wohl nicht auf die richtige Adresse. Und zwar habe das Amt für Straßenbau und Verkehr die Tonnagebegrenzung angeordnet, gibt Kreissprecher Michael Fengler Auskunft. Kontrolle und Instandhaltung wäre nach Auffassung des Landkreises aber Sache der Gemeinden, denen die Straße gehört. Der Teuchelbach stelle die Grenze zwischen Zehna (Groß Breesen) und Krakow am See (Bellin) dar.


„Wir müssen uns was einfallen lassen“


Die Brücke, sagt Harald Teichmann, und er scheint darüber erleichtert zu sein, gehöre zu Krakow am See. Ein-, zweimal im Jahr werde vor dem Bereich des Durchlasses auf Zehnaer Seite die Oberfläche geglättet, gibt der Ordnungsamtsleiter im dafür zuständigen Amt Güstrow-Land Auskunft. Von Berichten hörte er, dass unter der Landwirtschaftstechnik, die die Route passiere, sogar volle Jauchewagen wären…

Von einem Schwachpunkt spricht Christian Walter vom Krakower Bauamt, damit meint er die rund 50 Meter unasphaltierte Stücken mit dem alten Durchlass. Aus Naturschutzgründen dürfte nicht bis an die Brücke heran asphaltiert werden. Land- und forstwirtschaftlicher Verkehr würden den Kiesweg aber immer wieder ausfahren. Wenn der Krakower Haushalt genehmigt sei, wären Reparaturen an der Asphaltstrecke auf Belliner Seite vorgesehen, bei der Gelegenheit wolle man schauen, ob auch weitergehende Reparaturen möglich sind.

Von einer „verlorenen Ecke“ spricht Christian Walter, die man nicht ständig im Blick haben könne. Den Hinweis der SVZ-Leser greife er gerne auf, um in den nächsten Tagen nachzusehen, wie sehr die Brücke in Mitleidenschaft gezogen ist und was das Bauwerk insgesamt noch hergibt. „Wir müssen uns was einfallen lassen“, denkt der Fachmann vom Amt grundsätzlich, ohne schon eine Lösung zu kennen.

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