Borman-Altar : Lob für Güstrows „Queen Elisabeth“

Menschen aus nah und fern, die in irgendeiner Form an der Restaurierung des Jan-Borman-Altars beteiligt waren, fanden sich zum Gruppenbild zusammen, darunter Volker Ehlich (2. v. links), Pastorin Elisabeth Taetow (5. v. links) und dahinter Pastor Matthias Ortmann.
Menschen aus nah und fern, die in irgendeiner Form an der Restaurierung des Jan-Borman-Altars beteiligt waren, fanden sich zum Gruppenbild zusammen, darunter Volker Ehlich (2. v. links), Pastorin Elisabeth Taetow (5. v. links) und dahinter Pastor Matthias Ortmann.

Kolloquium und Festgottesdienst zum Abschluss der Restaurierungsarbeiten am Jan-Borman-Altar in der Pfarrkirche.

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14. September 2015, 06:48 Uhr

Nach 22 Jahren war es vollbracht: Mit einem Kolloquium am Sonnabend und einem Festgottesdienst am Sonntag fand die seit 1993 laufende Sanierung des Jan-Borman-Altars in der Pfarrkirche ihren feierlichen Abschluss. „Ich bin unendlich dankbar und froh, dass wir diese große Aufgabe gemeistert haben. Wenn wir vorher gewusst hätten, wie schwer der Weg wird, hätten wir vielleicht die Finger davon gelassen“, sagte Pastorin Elisabeth Taetow, Vorsitzende des seit 1997 die Sanierung begleitenden Fördervereins. Dieses Mal nicht zum Arbeiten, wie oft in den 22 Jahren, war Restaurator Volker Ehlich in die Pfarrkirche gekommen. Auch ihm standen die Freude und der Stolz über das Geleistete ins Gesicht geschrieben. „Fachlich der schwierigste Teil war sicher der linke Altarflügel, der nach der Auslagerung die größten Schäden davongetragen hatte. Organisatorisch gefordert war ich 2010, als ich die verschiedenen Untersuchungen zu den Gemälden koordinieren musste“, erinnert sich der Restaurator, der in seinem Vortrag auf Schwerpunkte seiner Arbeit einging.

Doch bevor das von Dr. Dieter Pocher moderierte und von Wolfgang Leppin an der Orgel begleitete Kolloquium begann, hörten die Besucher in der gut gefüllten Kirche Grußworte. So erinnerte Pastor Matthias Ortmann, dass in dieser Zeit auch die Pfarrkirche und die Heilig-Geist-Kapelle sowie das Gemeindehaus am Markt saniert wurden. Stadträtin Jane Weber lobte den Einfallsreichtum des Fördervereins bei der Mittelbeschaffung. „Das zeigt wieder einmal: In Zeiten großer – in diesem Fall Geld-Not – halten die Güstrower zusammen“, sagte sie. Herzliche Grußworte ließ Ex-Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse, seit 2006 Schirmherr des Vorhabens, übermitteln. Er bedauerte, nicht persönlich nach Güstrow kommen zu können. Angereist war dagegen Wolf-Dietrich Wilhelms, ehemaliger Bürgermeister von Güstrows Partnerstadt Kronshagen. Er würdigte das Engagement von Elisabeth Taetow mit den Worten: „Sie sind die Queen Elisabeth von Güstrow, der heimlichen Hauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern.“

Die so Geehrte wurde nicht erst auf der Festveranstaltung gefragt, welche Aufgabe sie sich denn nun, nachdem die Restauration vollbracht sei und der Förderverein aufgelöst werde, vorgenommen habe. „Einen neuen Verein werde ich nicht gründen oder leiten, sondern jetzt in die zweite Reihe treten“, sagte sie. Aber dann zählte sie weitere Aufgaben auf: Betreuung von Senioren in der Schnoienstraße mit Bibelstunde und Volksliedersingen, Gottesdienst-Vertretung an verschiedenen Kirchen und etwas Zeit für die Familie sollte auch bleiben.

Mit einem Festgottesdienst am Sonntag, in dem Bischof Andreas von Maltzahn die Predigt hielt, fanden die Feierlichkeiten zur erfolgreichen Restaurierung des Jan-Borman-Altars ihren Abschluss. „Welch langen Atem hat es dafür gebraucht! 22 Jahre lang Spenden sammeln, 22 Jahre lang Schritt für Schritt restaurieren, 22 Jahre lang nicht auf den großen Berg schauen, der noch vor einem lag, sondern zu tun, was möglich war, um das scheinbar Unmögliche zu schaffen“, erinnerte Andreas von Maltzahn.

Zugleich sei es eine Freude, dass diese Kostbarkeit für kommende Generationen erhalten bleibt. Direkt an den Förderkreis um die frühere Pastorin Elisabeth Taetow gerichtet ergänzte der Bischof: „Vermutlich werden Sie, liebe Frau Taetow und ihre Mitstreiter, es so erlebt haben: Das war nicht nur Mühe und Arbeit, sondern hatte auch etwas Erfüllendes. Dieses Engagement hat Beziehungen gestiftet und Menschen miteinander verbunden.“






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