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Lihrer un Schäuler bi dei Enthüllung von’t Denkmal dorbi

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Serie: Woans Güstrow taun „Voss un Swinegel Brunnen“ keem, vertellt in fief lütt Geschichten / 3. Teil: Ein Festdach

Ein Freudenfest süll dat för Güstrow warden, noch nie nich harr dei Stadt einen Börger in disse Wies so ihrt, as dat för dissen Dach vörseihn wier. Anne Eck vonne Iesenbahn- un Grabenstrat wier in’n Juni dat Denkmal up’t vörseihn Flach upstellt. Dat Stadtbuamt harr an denn einen un annern Güstrower Handwarker dortau Updräch rutgäben un twors nich blot, wat dat Fundament un denn Waderlop angüng, sonnern ok för son’n Oort Tribünen op denn Festplatz, up wecker dei inladen Gäst sitten süllen. Burmeister Dahse un sien Rat befaten sik akrat mit dei Fierstunn an’n 3. Juli. Sei schrieben ’n nödige Namenslist, üm keineinen Ihrengast tau vergäten, versennen dei Inladungen, oewerleggen, wat dat nah dei Enthüllung üm Klock teihn as Fräuhstück för dei Ihrengäst in’t Rathus gäben sall un wecker näben weckern an dei grot Tafel in Haufiesenform sitten sall...
Wat dei Inladungen angüng, so geef dat taun einen dei druckten Zettel von denn Burmeister uu Rat för denn Festplatz un taun annern dei persönlichen Inladungen tau dat Fräuhstück von’n Geheimen Hoffrat Burmeister Dahse för dei Ihrengäst. Up’e Achtersied von dei druckten Inladungen stünn dat Programm un dei Texte von Leeder taun Mitsingen. In’t Stadtarchiv finnen wi dei Antwurten von Ellen Brinckman un Hoffbaukhändler Opitz up dei persönlichen Inladungen. Ellen Brinckman dankt dorför un freut sik, „derselben Folge zu leisten“; Emil Opitz dankt äbenso un schrifft, dat hei mit sien Fru kamen ward.

Fastlecht wür ok, dat an’n 3. Juli 1908 in kein Schaul Ünnerricht afhollen ward, dormit Lihrer un Schäuler bi dei Enthüllung von’t Denkmal dorbi sien künnen. Un för all, dei an’n Vörmeddach nich dorbi sien künnen, wür an Nameddach in’t Schützenhus noch ’n Fier afhollen.

Dat Fräuhstück wür bi Hofflieferant Grotefond bestellt. Un hei lött sik nich lumpen un schlöcht as Gäng vör: Kaviar, Kraftbrühe, Mürbebraten vom Rind mit Gemüse, Hummer, Hamburger Küken, Früchte und Salat, Ananas. Na, wenn dat nich lickmünnen süll!

Un dei Fierstunn’ sülben wier ok noch tau bedenken. Wecker Räden warden hollen, weckern Indruck sallen dei Gäst von dei Fier mit nah Hus nähmen...

Oberlihrer Dr. Pechel von’t städtisch Realgymnasium, also von dei Schaul, an wecker John Brinckman in Güstrow väle Johren Ünnerricht gäben harr, schrifft em tau Ihren ’n Leedertext. In’n 1. Deil heit dat:

„Freudenklänge, / Festgesänge / Rauscht empor zum Himmelszelt! / Hoch den edlen Mann zu Preisen, / Der in traulich heimatlichen Weisen / Eig’ne Art uns macht bekannt, / Singen froh wir Dankeslieder / Gott und unserm Vaterland./

Rauscht empor Festgesänge rauscht empor!“ – Denn kümmt noch ’n tweite Stroph. Gesangslihrer Tretow vonne sülwig Schaul hett sien Daun mit dei Musik un äuwt denn „Festgesang“ düchtig mit denn Schäulerchor.

So sünd 1908 dei Gedanken in Güstrow bi John Brinckman un dat Denkmal, dat sien Soehn Max dei Stadt schenken deit. Wat in Güstrow tellt, dat is dit Beläwnis un lött dei Olympischen Späle in London, denn Infall von Melitta Benz mit ’n Kaffefilter orrer denn iersten „Maggiwörpel“ vergäten. Un denn kümmt dei Stunn’, dat dei 45 Ihrengäst sik Räden un Gesang anhürn, ut’t Wunnern nich rutkamen un villicht ok all ’n lütt bäten an dat „Fräustück“ Klock twölf in’t Rathus denken.

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