Anti-Gewalt-woche : Lichteraktion auf dem Markt

Die Ausstellung „Glück gehabt…“ im Mehrgenerationenhaus der Awo schauten sich gestern u.a. Pascal Bartusch, Mari-Kuise Wagner und Rika Stüwe vom Jugendklub „Yellow Fun Box“ und Sportkursleiterin Matina Wacker an. In allen Gruppen soll die Ausstellung noch thematisiert werden.
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Die Ausstellung „Glück gehabt…“ im Mehrgenerationenhaus der Awo schauten sich gestern u.a. Pascal Bartusch, Mari-Kuise Wagner und Rika Stüwe vom Jugendklub „Yellow Fun Box“ und Sportkursleiterin Matina Wacker an. In allen Gruppen soll die Ausstellung noch thematisiert werden.

Aktionswoche gegen häusliche Gewalt / 411 Fälle bisher im Landkreis registriert / Ausstellung im Awo-Familienzentrum

svz.de von
18. November 2014, 23:00 Uhr

Eine bundesweiter Aktionswoche gegen Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder läuft vom 24. bis 28. November auch mit Veranstaltungen in Güstrow. Schon in dieser Woche ist im Mehrgenerationenhaus der Awo am Platz der Freundschaft in der Güstrower Südstadt die Ausstellung „Glück gehabt…“ zu sehen.

Die Ausstellung, eine Leihgabe des Vereins „liberare“, vermittelt Erfahrungen von Frauen und Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen sind bzw. waren. Damit wolle man auf Notlagen aufmerksam machen, Helfernetze im Landkreis Rostock vorstellen und mit Besuchern des Hauses ins Gespräch kommen, um Mut zu machen, nicht wegzuschauen, sondern möglicherweise auch Hilfe anzubieten, erklärt Inken Balla, Leiterin des Mehrgenerationenhauses.

411 Frauen im Landkreis Rostock haben in den ersten zehn Monaten des Jahres im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt Unterstützung erhalten, berichtet Karin Wien vom Arbeitskreis „Opferschutz“, der Vereine und Einrichtungen, die mit häuslicher Gewalt zu tun haben, zusammenführt. Wenn sich die Zahl der Frauen deutlich gegenüber dem vergangenen Jahr (329) erhöht hat, sieht Karin Wien darin ein Indiz dafür, dass Frauen mehr als in der Vergangenheit bereit sind, das Spektrum der Hilfen zu nutzen. „Es wird bekannter, welche Hilfen es gibt“, denkt Karin Wien, Leiterin des Frauenschutzhauses in Güstrow, und erzählt, dass es auch schon mal vorkommt, dass Männer anrufen und nach Möglichkeiten der Hilfe für Frauen aus ihrem Bekannten- oder Verwandtenkreis fragen.

Auf dem Güstrower Marktsoll am Mittwoch, 26. November, 17 Uhr, ein Licht für jede der 411 Frauen leuchten. „Damit wollen wir ein Signal setzen, deutlich machen, dass häusliche Gewalt nicht weit weg ist, sondern hier bei uns passiert“, sagt Karin Wien. Eine Trommlergruppe wird für Aufmerksamkeit sorgen. Gern könnten auch Bürger Kerzen, die sie für jemanden entzünden wolle, mitbringen oder an diesem Tag ein Licht in ihr Fenster stellen.

Zuvor, am 25. November, findet ein landesweiter Aktionstag in Schwerin statt. Das Motto: Frei leben ohne Gewalt – für ein Recht auf Schutz und Beratung. Vertreter des Arbeitskreises „Operschutz“ werden daran teilnehmen. Dabei gehe es um einen verbindlichen finanziellen Rahmen, der es ermöglicht auch künftig Frauen und ihren Kinder Hilfsangebote zu unterbreiten. Karin Wien verweist darauf, dass man in Güstrow durch Stadt, Landkreis und Land einigermaßen stabile finanziert sei. Andere Frauenhäuser müssten mit Kürzungen leben, stünden vor dem Abgrund. .

Am 27. November endet die Anti-Gewalt-Woche in Güstrow mit einer Andacht um 17 Uhr in der Pfarrkirche.


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