Handwerk : Leute setzen verstärkt auf „Betongold“

Marin Biemann
Marin Biemann

Konjunkturhoch in Baubranche in Region

von
10. November 2015, 06:00 Uhr

Gute Zeiten für die Baubranche in der Region. Im Bauhandwerk sowie bei den Ausbauhandwerken schätzen 96 Prozent der Betriebe ihre derzeitige Lage als überaus positiv ein. Der weitaus größte Teil der Betriebe ist bis zu 100 Prozent der vorhandenen betrieblichen Kapazitäten ausgelastet. Die Baubranche steht damit an der Spitze der Gewerke und bestätigt gleichzeitig dass allgemeine Konjunkturhoch im Bereich der Handwerkskammer Schwerin und der Kreishandwerkerschaft Güstrow. Das Gesamthandwerk wird in großen Teilen von der hohen Nachfrage nach Bau- und Ausbauleistungen getragen.

Über eine sehr gute Auftragslage freut sich der Güstrower Maler- und Lackierermeister Ralf Seemann. „Weil der Euro wackelt, haben viele Angst, nehmen ihr Geld in die Hand und investieren in ihre eigenen Immobilien“, versucht Seemann eine Begründung für die gerade gute Situation im Baugewerbe. Und auch Timo Mense, Installateur- und Heizungsbauermeister in Güstrow und zudem Obermeister, spricht von einem Konjunkturhoch. „Ich und meine Kollegen haben volle Auftragsbücher“, sagt er. „Ich bin bis Februar 2016 ausgelastet.“ Ob Privathäuser oder Gewerberäume, Mense hat gut zu tun.

Das kann auch Martin Biemann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Güstrow, bestätigen. „Aufgrund der Niedrigzinsphase investieren die Leute gerade lieber in das so genannte Betongold“, hat er festgestellt. „Die Leute wollen ihr Geld los werden und davon profitieren die Handwerker. Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Das Handwerk hänge stark von der privaten Nachfrage bzw. den öffentlichen Aufträgen ab. Der derzeitige Boom sei vor allem auf die private Nachfrage zurückzuführen, so Biemann.

Und auch die Winterprognose fällt positiv aus: An der Spitze der positiven Erwartungen stehen wieder die Bauhandwerke. 73 Prozent der Betriebe im Kammerbezirk setzen für das kommende Quartal auf eine gute oder befriedigende Geschäftsentwicklung. Darauf folgen die Ausbauhandwerke. Hier erwarten 68 Prozent der Betriebe eine positive Geschäftsentwicklung.  

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