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Güstrow: Gutshauses Rothspalk : Letztmaliger Blick hinter die Fassade

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Dach, Fassaden und Fenster sind erneuert bzw. saniert. Von außen macht das Gutshaus in Rothspalk wieder einen herrschaftlichen Eindruck. Einladung zum Tag des offenen Denkmals am 8. September.

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erstellt am 29.Jul.2013 | 12:06 Uhr

Rothspalk | Dach, Fassaden und Fenster sind erneuert bzw. saniert. Von außen macht das Gutshaus in Rothspalk wieder einen herrschaftlichen Eindruck Renée Thiele und ihr Mann Rüdiger Uhlenbrock haben realisiert, was sie vor einem Jahr ankündigten und wollen nur auch ein Versprechen halten: Am Tag des offenen Denkmals am 8. September möchten sie noch einmal alle Neugierigen in ihr Haus zum Schauen, Staunen und Plaudern einladen.

Viele Jahre war das Gutshaus zu DDR-Zeiten als Schule genutzt worden. Für viele Menschen aus der Umgebung hängen also Erinnerungen daran, darüber sind sich die neuen Eigentümer im Klaren. Das Untergeschoss wird dann fast fertig sein. In den nächsten Tagen soll hier geputzt werden, berichtet Renée Thiele. Die erste Etage ist dagegen noch eine Baustelle. Der lange Flur und die Klassenräume verschwinden. Dafür sind bereits die Durchbrüche geöffnet, die die Klassen- wieder in Durchgangszimmer verwandeln. Eine Freitreppe wie es sie immer gab, werde erst im nächsten Jahr wieder gebaut, berichten die Eigentümer. Über die große Eingangshalle werde man dann wieder den Gartensaal betreten können. Wände, die ihn zum Klassenraum herab stuften, sind zum Teil schon wieder eingerissen. Speisesaal und Kabinett werden ebenfalls wieder ihre ursprüngliche Größe erhalten.

Einen Klassenraum als Teil der Geschichte des Hauses erhalten

Auf der anderen Seite wird es Wohn- und Schlafräume geben. Gästezimmer sind hier denkbar. Es gebe schon Nachfragen aus der Bekanntschaft, verrät Renée Thiele. Das 325. Schloss- oder Gutshaushotel in Mecklenburg-Vorpommern wird es aber nicht. Das Ehepaar will das Gutshaus selbst nutzen. Im Untergeschoss soll eine Außenstelle der Firma von Rüdiger Uhlenbrock untergebracht werden. Auch den Tango habe man noch im Kopf. Was einmal daraus wird, sei noch nicht sicher.

Neben Einbauten, die die Handschrift des Laager Architekten Paul Korff tragen - er leitete die Sanierungs- und Umbauarbeiten um 1930 - soll nun doch auch ein Klassenraum erhalten bleiben. "Erst erschien es uns unvorstellbar, aber die Schule ist ein Stück der Geschichte des Hauses", erklärt Rüdiger Uhlen brock. "Mit Ölsockel", fügt Renée Thiele hinzu.

Kaum böse Überraschungen, aber manches Detail wurden im Laufe der Sanierungsarbeiten der vergangenen Monate sichtbar. Die Eigentümer berichten von Intarsienparkett und Marmor, unter Wellpappe und Estrich verborgen, von Marmormalerei in der Eingangshalle, von purpurroten und weiteren farbenfrohen Tapeten und Bordüren. Außen sei die Farbgebung immer eher schlicht gewesen, aber innen habe man ganz im Stile der Zeit kräftige Farben bevorzugt, erklärt Renée Thiele, die sich intensiv mit dem Bau und seinem Architekten Joseph Ramée (1764-1842) beschäftigte. Das Besondere für sich ist in Rothspalk die Einheit von Haus (1811-14 erbaut) und Park. "Viele kennen nur Linné als bedeutenden Gartenarchitekten, aber es gab auch Ramée", betont sie.

Wiederherstellung des Parkes - Aufgabe für nächste Jahre

Auch an der Wiederherstellung des Parkes wird gearbeitet. Schon ist Wildwuchs zum Teil entfernt. Auch die Dominanz des Wasserwerkes soll demnächst eingedämmt werden, verspricht Renée Thiele. Ein kleiner Traktor für allerlei Gartenarbeiten ist bereits angeschafft. Pflanzenlieferlisten aus der Zeit des frühen 19. Jahrhunderts sind aufgestöbert. "Wir wollen versuchen alles möglichst so wieder zu gestalten, wie es Anfang des 19. Jahrhunderts ausgesehen haben könnte", formuliert sie ihren Anspruch. Denkbar sei, dass künftig an bestimmten Tagen der Park der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Am ersten September-Sonntag will man sich aber allein aufs Haus konzentrieren. Zu viele Stolperfallen würden sich noch im Park befinden, erklärt Renée Thiele. Verbinden möchte sie die Öffnung am 8. September auch mit einem guten Zweck. Die Kirche in Klaber soll begünstigt werden. Zu ersten Absprachen waren jetzt Gisela Oehlke und Ina von Lowtzow von der Kirchgemeinde im Haus. Sie werden am Tag des offenen Denkmals Kaffee und Kuchen anbieten. Der Erlös und eventuelle Spenden sollen helfen notwendige Sanierungsarbeiten zu finanzieren. Ingo Alt wird mit einer kleinen Ausstellung zu seinen Mühlen in Vorbeck ins Rothspalker Gutshaus kommen und auch Nachbar Thomas Reimer, Biologe, habe eine Präsentation zu Pflanzen und Tieren in der nähren Umgebung angekündigt.

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