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Güstrower Anzeiger

23. November 2017 | 17:58 Uhr

Güstrow : Letztes Märchen auf Rollen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

1. Güstrower Rollsportverein probt für Schaulaufveranstaltungen am 2. und 3. Dezember.

Güstrow Die Mitglieder des 1. Güstrower Rollsportvereins sind derzeit auch an Wochenenden aktiv. Sie bereiten sich auf die Aufführungen am 2. und 3. Dezember jeweils um 16 Uhr in der Sport- und Kongresshalle in Güstrow vor. Es soll das Märchen „Die Schöne und das Biest“ gezeigt werden.

Allen fällt die Vorbereitung in diesem Jahr besonders schwer. Die langjährige Vereinsvorsitzende  Doris Janthur ist im Sommer im Alter von 62 Jahren unerwartet verstorben. Alle trauern um sie und sehen es dennoch als ihre Aufgabe, dieses Märchen auf die Bühne zu bringen. „Mutti hatte schon die Hälfte des Märchens geschrieben und bereits skizziert, wie sie sich das Bühnenbild vorstellt“, erzählen die Töchter Michaela und Dina. Gemeinsam mit den Trainerinnen Franziska Hohmann und Katja Lindner sowie fleißigen Näherinnen und Helfern wie Benita Blankenburg wollen sie damit auch ihrer Mutter gedenken und haben sich so weit wie möglich an ihre Aufzeichnungen gehalten. „Wir merken jetzt noch einmal mehr, wie viel Arbeit dahinter steckt“, sagen die Mitstreiter.

Die Kostüme sind fast fertig, die Plakate gedruckt und die Rollkunstläufer studieren ihre Tänze ein. Am Wochenende kommen vor allem die Solo-Läufer und die älteren Aktiven, die in der Woche arbeiten. Alle sind sich sicher, dass diese Aufführung gut werden wird. „Es haben sich so viele ehemalige Läufer gemeldet und wollen diesmal dabei sein“, freut sich Katja Lindner. Ein Höhepunkt soll ein Rattentanz werden – da werden alle mit dabei sein. Natürlich wird auch in diesem Jahr das Kuchenbüfett nicht fehlen.

Zum letzten Mal wird dieses Schaulaufen stattfinden. „Ja, es wird die letzte Aufführung des Vereins sein“, bestätigen die Organisatoren. Es sei für sie eine zu große Bürde, die keiner von ihnen tragen könne. Neben der Arbeit sei es keinem von ihnen möglich, den Verein zu leiten und die Arbeit von Doris Janthur zu übernehmen. Sie war zu jedem Training vor Ort, kümmerte sich um Näharbeiten und organisatorische Absprachen. Dazu kamen Fahrten zu Wettkämpfen und Aufführungen für Kindergärten und sicher noch vieles mehr, was eher im Verborgenen getan wurde. „Dies können wir nicht leisten“, ist sich Michaela Janthur sicher. Der Verein steht vor der Auflösung.

So wird die letzte Aufführung sicherlich auch ein Gedenken an die Frau, für die zuerst der Rollsport kam und danach erst andere Verpflichtungen. Bis 1973 war Doris Janthur als Läuferin selbst aktiv und stand noch bis 2006 auf Rollen. An verschiedenen Meisterschaften hatte sie teilgenommen, so an  DDR-Meisterschaften und  Spartakiaden. Von Margarethe Reiteritsch gegründet, hatte später Doris Janthur den Vorsitz des 1. Güstrower Rollsportvereins übernommen, der im vergangenen Jahr 55 Jahre alt wurde. Ihre Liebe für  den kunstvollen Sport auf Rollen gab sie so an viele Kinder weiter. Auch ihre beiden Töchter gehören dazu.

Es werden also besondere Veranstaltungen am ersten Dezember-Wochenende  in mehrfacher Hinsicht. Die Familie Janthur hält gerade jetzt zusammen. Dabei sind übrigens auch zwei Enkelkinder. Der 19-jährige Eric wird mit seinem Cousin Johannes wie schon in den Jahren zuvor für das richtige Licht und die Technik sorgen und Enkelin Bentje (7) zeigt, dass sie ein Stück des Talentes ihrer Oma weiter trägt.

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