Fisch zum Fest : Letzte Stunde für Hecht und Karpfen

Warum nicht mal Hecht?, meint Fischer Werner Loch und präsentiert  ein Musterexemplar. Fotos: Regina Mai
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Warum nicht mal Hecht?, meint Fischer Werner Loch und präsentiert ein Musterexemplar.

Hochsaison zum Fest und zum Jahresausklang bei den Binnenfischern / Hohen Sprenzer Fischer kümmert sich um Nachwuchs bei Meerforellen

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21. Dezember 2013, 06:00 Uhr

Fischer Werner Loch (55) ist im Stress. Fisch am Heiligabend und noch einmal am Silvestertag ist eine in der Region fest verankerte Tradition. Und es muss nicht nur Karpfen sein. Gern, das bestätigen auch andere Fischer, wird auch Forelle genommen.

Es ist alles bereitet, links und rechts des Steges zappelt es in den Netzkäfigen. Werner Loch empfiehlt ebenso Hecht, Zander und Wels. Schon das ganze Jahr sei das Geschäft ganz gut gelaufen, sagt der Hohen Sprenzer. Die Nachfrage nach Karpfen sei dieses Jahr etwas schleppend angelaufen. „Früher haben wir schon im September verkauft, diesmal erst ab Anfang November“, berichtet er. Gefragt seien Tiere mit einem Gewicht von rund zweieinhalb Kilogramm. Für die Familie dürften es auch mal vier Kilo Fisch sein. Insbesondere die Karpfen aus dem Hohen Sprenzer See sei oft groß. Er setze sie schon relativ groß ein, der See sei tief und sie würden sich auch nicht so leicht wieder einfangen lassen, erklärt der Fischer. Was der 55-Jährige nicht aus dem See vor der Haustür holt, kauft er in der Lewitz zu und versorgt damit u.a. auch den Güstrower Fischereihof von Joachim Hennings. Der sieht sich ebenfalls für das Weihnachtsgeschäft gewappnet. „Die meisten Leute kommen am Heiligabend zwischen 10 und 12 Uhr“, berichtet er aus Erfahrung. Er beobachte seit einigen Jahren, dass etwas weniger Karpfen zum Fest nachgefragt werde. Maik Wuttke von der Forellenzucht Dobbin stellt sich u.a. zunehmend auf eine ältere Kundschaft ein. „Für Alleinstehende ist ein Karpfen zu groß, also portionieren wir auch“, erzählt er.

Während das Weihnachtsgeschäft fraglos für die Hohen Sprenzer Fischer sehr wichtig ist, hat er doch schon täglich ein Auge auf die Anzucht. Maränen, Aalquappen und Zander werden massenhaft ausgebrütet und aufgezogen. Ganz besonderes Augenmerk aber gilt den Meerforellen. Ihre Bestände wieder zu entwickeln ist seit Jahren erklärtes Ziel in MV. Deshalb schreibt das Landesamt für Landwirtschaft jährlich die Brut von Meerforellen aus. 300 000 kleine Fische – drei bis dreieinhalb Zentimeter groß – wird Werner Loch im nächsten Frühjahr liefern. Sie werden in Bäche und Flüsse gesetzt. Dort verweilen sie eine Zeit, ziehen in die Ostsee und kehren später zum Laichen zurück.


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