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Güstrower Anzeiger

23. November 2017 | 21:35 Uhr

Güstrow : Letzte Hoffnung für LMB

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Insolventer Landmaschinenhersteller stellt Produktion ein und entlässt alle Mitarbeiter. Aber: jetzt erstmals ernsthafter Investor.

svz.de von
erstellt am 28.Dez.2015 | 20:45 Uhr

Wer zurzeit die Nummer der Güstrower LMB GmbH & Co.KG, ehemals Maschinen- und Antriebstechnik GmbH & Co. KG, wählt, bekommt keine Antwort mehr. Kurz nach der Insolvenz im Oktober (SVZ berichtete) wurde die Produktion am Güstrower Traditionsstandort eingestellt. Einen Monat später folgte dann die Kündigung sämtlicher 43 Mitarbeiter. Doch Geschäftsführer Dieter Freudenberg gab die ganze Zeit den Kampf nicht auf, hielt den Kontakt zu den Kunden aufrecht. Und jetzt scheint es ein Fünkchen Hoffnung für den Landmaschinenhersteller zu geben. „Seit zwei Tagen vor Weihnachten gibt es einen ernsthaften Investor, der den Betrieb weiterführen will“, sagte er gestern auf SVZ-Nachfrage. Allerdings sei noch nichts spruchreif. Er hofft jedoch in den nächsten Wochen auf eine belastbare Lösung.

Freudenberg hängt mit Herzblut an dem Betrieb. Die aktuelle Situation belastet ihn stark. „Noch wenige Tage vor Weihnachten sah es so aus, als wenn alles zerschlagen würde“, sagt er. Gerade das wollte Freudenberg immer verhindern. Ziel war es, einen Investor zu finden, der die Produktpalette nicht kaputt macht. Die Güstrower LMB produziert vorrangig Großflächenstreuer, Überladewagen für die Ernte sowie Flüssigdüngerinjektoren für die Landwirtschaft.

Grund für die Insolvenz ist das derzeit prekäre Verhältnis zu Russland und die damit verbundenen Wirtschaftssanktionen. „Osteuropa ist eine entscheidende Planungsgröße für unseren Betrieb“, erklärt Freudenberg. 50 Prozent der in Güstrow gebauten Landmaschinen gehen in den Export. „Der russische Markt ist komplett weggebrochen“, so der Geschäftsführer. Auch die Märkte Weißrussland und Ukraine seien eingebrochen. Auf diese wachsenden Märkte habe die Güstrower LMB gebaut und speziell für Russland auch immer Bestände vorgehalten. „Aber hier steht gerade überall eine fette 0, was den Umsatz angeht“, sagt Freudenberg. Neben den Wirtschaftssanktionen würden die Russen gerade keine Produkte aus Deutschland und aus Europa überhaupt mehr kaufen. „Sie wollen mit eigenen Produkten ein Gegengewicht zu den europäischen Produkten schaffen. Sie wollen sich unabhängig von uns machen“, erklärt er.  

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