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Güstrower Anzeiger

18. November 2017 | 09:31 Uhr

Lalendorf : Lesen soll Schüler stark machen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Johann-Pogge-Schule Lalendorf profitiert seit Herbst 2013 vom Landesprogramm / Bildungsminister Mathias Brodkorb informierte sich

svz.de von
erstellt am 02.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Das Land hat seit einem Jahr das Programm „Lesen macht stark“ nach dem Vorbild in Schleswig-Holstein aufgelegt und dazu Lesematerial in rund 150 regionale Schulen und Gesamtschulen geliefert. Darunter ist die Johann-Pogge-Schule Lalendorf.

Wie das Programm angelaufen ist und wie die Qualität des Materials eingeschätzt wird, wollte gestern Bildungsminister Mathias Brodkorb wissen. Ziel ist es, Schüler noch besser beim Erlernen der Schlüsselqualifikation „Lesen“ zu unterstützen. Der Grund: Lesen ist Grundvoraussetzung zum Lernen und für späteren beruflichen Erfolg. Letzteres belegte Brodkorb mit einer Zahl. „Gegenwärtig haben 10,3 Prozent aller Schüler keine Berufsreife, weil ihnen Sprachvermögen und Lesekompetenz fehlen“, erklärte er. Das würden Firmen beklagen. Da das aber nicht von heute auf morgen verändert werden könne, orientiere das Land bei dem Programm auf eine langfristige Laufzeit, sagt Brodkorb. Bisher hat das Land über eine Million Euro investiert.

In Lalendorf begann das Programm im Oktober vergangenen Jahres in den fünften Klassen. Es soll aber bis in die Klassenstufe 8 genutzt werden. Einmal in der Woche gibt es seitdem eine individuelle Lesezeit von 60 Minuten – in Lalendorf läuft ein Modellprojekt mit 60-minütigen Unterrichtsstunden – , in der die Schüler aber auch eigene Bücher mitbringen können.

Außerdem ist das Programm mit einer Fortbildung für Lehrer verbunden. Irid Franke profitierte mit als Erste davon und wurde in einer aus ihrer Sicht qualitativ hochwertigen und praxisorientierten Weiterbildung Lesecoach. Sie schätzte gestern ein, dass das Angebot von den Schülern gut angenommen wird. Stefanie Gelhar, Lehrerin in den 5. Klassen, stellt bei den Schülern mehr Lust zum Lesen fest. Allerdings würde sie sich bei den Aufgaben noch mehr Herausforderungen für die besseren Schüler wünschen. Trotzdem vergibt sie für die Qualität der Materialien in der Skala von 1 bis 6 die Note 2.

Aber auch ohne dieses Programm weiß man in der Lalendorfer Schule längst um die Wichtigkeit des Lesens und kümmert sich. Schulleiter Ortwin Ackermann: „Nicht umsonst leisten wir uns noch eine Bibliothek, die für Schüler und Lalendorfer geöffnet ist.“ Die Schule profitiert dabei von der Quandt-Stiftung. Ackermann: „Als die unsere Bibliothek sah, erklärte sie sich bereit uns die nächsten drei Jahre mit je 4000 Euro zu helfen.“ Als nächstes setzen die Schüler ein Holocaust-Projekt um, bei dem am Ende ein Besuch des ehemaligen KZ Auschwitz steht. In die Bibo hat sich auch die SVZ mit einer gut funktionierenden Leseecke eingebracht. Außerdem beteiligt sich die Lalendorfer Schule an unserem Projekt Zisch, „Zeitung in der Schule“. Als neuestes Vorhaben wird es Lesepatenschaften von Schülern mit älteren Bürgern im gegenüber liegenden DRK-Seniorenzentrum geben. Auch das dürfte die Schüler weiter stark machen.


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