Zusatzkonzert : Legende Renft kommt wieder nach Güstrow

Renft heute – kraftvoll wie in den 1970er-Jahren  Fotos: Renft/Goseck
Renft heute – kraftvoll wie in den 1970er-Jahren

Nach überragendem Erfolg spielt die Band am 20. Januar 2018 noch einmal im Ernst-Barlach-Theater.

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20. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Nach dem grandiosen Konzert vor gut einem Jahr spielt Renft aufgrund der großen Nachfrage am 20. Januar erneut im Ernst-Barlach-Theater in Güstrow. Seit 1967 bis 1975 ständig existent, war die aus Leipzig stammende Klaus-Renft-Combo (ab 1974 Renft) eine der ersten „Beat-Bands“, deren Sänger deutsch sangen, und entwickelte sich zu einer der bekanntesten und beliebtesten Rockgruppen in der DDR.

Kein Zweifel, Renft ist ostdeutsches Kulturgut und lebt in der Erinnerung vieler. Jeder im Osten Deutschlands kennt die Band, in keiner Plattensammlung fehlen ihre Lieder. Für ihre älter gewordenen Fans ist Renft stets stilistisch unabhängig von Mode und Trends geblieben. Bereits in den frühen 70er-Jahren erreichte Renft Kultstatus, wurde zu einem Begriff für Opposition und Auflehnung gegenüber einer staatlich verordneten Kulturdoktrin. Unter diesem Zwang entstand von 1971 bis 1975 eine Band, die man schlicht einfach nur Renft nannte. Ihre Lieder bezeugen Unbeugsamkeit gegen jede Form von Unterdrückung, erinnern an Zivilcourage. Musikalisch facettenreich, von Folk, Blues über Balladen bis hin zum Rock, erstürmten ihre Songs die Hitparaden. Renft wurde Hoffnungsträger für eine heranwachsende Generation, schuf eine Brücke für deren Integration in eine vom sozialistischen Alltagstrott bestimmte Gesellschaft. Immer wild und unberechenbar, wurde Renft durch staatlich verfügtes Auftrittsverbot 1975 zur Legende.

Nachdem inzwischen fünf frühere Bandmitglieder gestorben und zwei aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr live auftreten können, ist Leadsänger Thomas „Monster“ Schoppe der letzte Überlebende. Aus den Trümmern der 1975 verbotenen und 1990 neu gegründeten Band formte Monster 2007 die aktuelle Renft-Besetzung. Ihm zur Seite stehen seitdem Urgesteine der DDR-Rockmusikszene: Delle Kriese an den Drums und Percussion, Marcus „Basskran“ Schloussen am Bass und Gitarrist Gisbert „Pitti“ Piatkowski. Die drei kennt man von City, Reform, NO 55, den Klosterbrüdern, Frank Zander, Gundermann, Rio Reiser, Cäsars Rockband usw. Viele Fans sagen, dies sei die kraftvollste und beste Band seit der berühmten 70er-Jahre-Besetzung.

Um den textlichen Inhalten der Lieder noch mehr Ausdruckskraft zu verleihen, aber auch um den atmosphärischen Ansprüchen von Theater- und Kleinkunstbühnen gerecht zu werden, wählte die Band für die Konzerte ihrer „50 Jahre Renft-Tournee“ bewusst eine musikalisch-akustische Darbietungsform, und verzichtet dabei auf manche rockmusiktypische Stilistiken. Gespielt wird mit „kleinem Besteck“. Oft ersetzt die akustische die E-Gitarre, das Drums ist kleiner und leiser. Und: Die Musikanten sitzen näher am Publikum, das macht das Ganze intimer.

Natürlich werden die guten alten Renft-Songs wie zum Beispiel „Wer die Rose ehrt“, „Zwischen Liebe und Zorn“, „Apfeltraum“, „Gänselieschen“, „Nach der Schlacht“ oder „Als ich wie ein Vogel war“ alle zu hören sein – nicht mehr in Urbesetzung, aber dennoch mit hervorragenden Musikern.

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