Stadtforst Güstrow : Lasermesser nimmt Wald ins Visier

Der Höhenmesser ermittelt – der Name sagt es – die  Baumhöhe, wichtig, um z.B. Aussagen zur Bonität/Ertragsleistung, zum Holzvolumen und Zuwachsermittlung zu treffen.
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Der Höhenmesser ermittelt – der Name sagt es – die Baumhöhe, wichtig, um z.B. Aussagen zur Bonität/Ertragsleistung, zum Holzvolumen und Zuwachsermittlung zu treffen.

Wulf Köhler, freiberuflicher Forstsachverständiger, erfasst Güstrower Stadtforst / Waldgesetz gibt das alle zehn Jahre vor

svz.de von
03. Juli 2014, 06:00 Uhr

Forsteinrichtung, Ertragstafel, Verjüngungsplanung, Holzeinschlag, Lasermesser, Höhenmesser, Bitterlich-Stab – Wulf Köhler ist in seinem Element, wenn er davon erzählt. Der freiberufliche Forstsachverständige aus Ankershagen ist seit drei Monaten im Güstrower Stadtforst unterwegs, um die ca. 1000 Hektar Wald, die die Stadt Güstrow hat, zu taxiren, einzuschätzen. Seine Arbeit fließt als Ergebnis in eine digitale Dokumentation. „Das erfolgt alle zehn Jahre nach dem Waldgesetz. Meine Arbeit erfasst erstens den Ist-Zustand der so genannten Forsteinrichtung, in diesem Fall ist es der Güstrower Stadtwald. Zweitens hat die Stadt etwas in der Hand, wie sie mit dem Bestand in den nächsten zehn Jahren weiter verfahren sollte bzw. kann. Was ich erfasse, ist kein Gesetz und Dogma, sondern eine Orientierung“, erklärt der 47-jährige gebürtige Bützower.


Erstes Fazit: vernünftige Forstwirtschaft


Mit dem Auftrag in Güstrow betrat er somit wieder einmal heimischen Boden, denn Köhler ging in Güstrow zur Schule und lernte im Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Güstrow Forstfacharbeiter mit Abitur. Nach dem Studium und mehreren Jahre Arbeit in der Landesforst führte ihn seine Ausbildung in die freie Wirtschaft. Wulf Köhler betreut landesweit Betriebe, schätzt Forsteinrichtungen wie den Güstrower Stadtwald ein, übernimmt Standorterkundungen und erledigt verschiedene fortswirtschaftliche Gutachten. Auch bei den Themen Holzeinschlag und Holzvermarktung kennt sich der Diplom-Forstingenieur aus.

Die Prozedur, die er gegenwärtig in Güstrow erledigt, muss jede Kommune oder jeder Privatmann, der über 100 Hektar Wald hat, durchlaufen. Zu seiner Ausrüstung gehören dafür ein Lasermesser, ein Höhenmesser und der Bitterlich-Stab, mit der er die Höhe der Bäume, die Fläche, auf der sie stehen, und den Durchmesser ermittelt. Als SVZ Wulf Köhler in dieser Woche begleitete, war er in Glasewitz unterwegs. Davor war er in den Heidbergen und im Priemerwald. Als letztes sind noch Bockhorst und einige Splitterflächen dran. Danach werden alle Ergebnisse in die digitale Form gebracht. „Den Entwurf bespreche ich vor der endgültigen Fassung dann noch mit der Stadt, speziell mit Stadtförster Holger Michel“, erklärt Köhler weiter.

Auch wenn das alles noch einige Zeit beansprucht, kann der Forstexperte bereits vieles einschätzen. So hat er im Glasewitzer Wald ausgemacht, dass hier zu viel Wild im Bestand zu finden ist. Der Güstrower Stadtforst bescheinigt er insgesamt, dass im vergangenen Jahrzehnt eine sehr vernünftige Forstwirtschaft betrieben wurde. Köhler: „Es gibt sehr gute Holzvorräte und es wurde nachhaltig gewirtschaftet.“ Das zeigt sich u.a. in mehrschichtigen Beständen, die aus seiner Sicht weit vorangebracht wurden.


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