Wattmannshagen : Langes Ringen um Spielplatz

Offiziell eingeweiht wurde der neue Spielplatz in Wattmannshagen: Die Eröffnungsgäste plaudern und diskutieren mit Herbert Ey (3.v.r.).
Offiziell eingeweiht wurde der neue Spielplatz in Wattmannshagen: Die Eröffnungsgäste plaudern und diskutieren mit Herbert Ey (3.v.r.).

Bürger, Sponsoren und Gemeinde Lalendorf ziehen in Wattmannshagen an einem Strang.

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12. Juli 2018, 21:00 Uhr

Aus dem Fleckchen Erde mit altem und neuem Feuerwehrhaus sowie dem alten Konsumgebäude in Wattmannshagen könnte man doch etwas Vernünftiges machen, dachten sich Gemeindevertreter und engagierte Bürger vor vier Jahren. Mit der wachsenden Anzahl von Kindern im Dorf keimte der Wunsch auf, wieder einen Spielplatz im Dorf haben zu wollen. Jetzt ist er ganz offiziell eingeweiht worden und auch fast fertig.

Vom Landtausch bis zum Gießen

Es war ein langer Weg und einer, den viele mitgegangen sind. Weil auch Lalendorfs Bürgermeister Reinhard Knaack eine besondere Beziehung zur ganzen Geschichte um den Wattmannshäger Spielplatz hat, war er – obwohl krankgeschrieben – zur Einweihung gekommen. Allein die zwar geklärten, aber äußerst komplizierten Eigentums- und Nutzungsverhältnisse hätten viele klärenden Gespräche erfordert. Ein freiwilliger Landtausch brachte schließlich die Lösung der Probleme. „Nicht alle waren gleich begeistert über einen Spielplatz hinter der Feuerwehr“, gesteht Knaack. Aber auch mit den Kameraden habe man eine Lösung gefunden, so dass keiner den anderen behindert. Und dann ging es auch noch ums Geld. Die Gemeinde Lalendorf befindet sich in der Haushaltskonsolidierung. „Nachweisbar hat der Spielplatz 17 200 Euro gekostet“, sagt Knaack und weiß, dass er viel teurer war. Herbert Ey – mit seinen 81 Jahren ein Wattmannshäger Urgestein – hat sich auf Sponsorensuche gemacht und kann gut ein Dutzend Unterstützer aufzählen. Er hat sich aber auch darüber hinaus gekümmert, hat Arbeiten koordiniert, Leute angesprochen, selbst Material und Arbeitsgerät bereit gestellt. Dabei konnte sich Herbert Ey in gutem Miteinander auf Karl-Heinz Stiewe, im Kulturausschuss für die Kinderspielplätze in der Gemeinde zuständig, stützen. Letztendlich hatte sich der 81-Jährige bei anhaltender Trockenheit auch darum gekümmert, dass die frisch gepflanzte Hecke nicht vertrocknete. „Jeden zweiten Abend 1200 Liter Wasser und das 18-mal“, berichtet Herbert Ey, der ein Bautagebuch führte.

Ein Carport ist noch zu errichten, damit sich Spielplatzbesucher unterstellen können, sonst ist fast alles fertig, erklärte Karl-Heinz-Stiewe. Zwei Schaukeln, Wackeltiere, Wippe, ein kleines Häuschen mit Kletterelementen und einen Basketballkorb zählt er auf. „Ein Sponsor für eine richtig große Sandkiste wäre noch schön“, meint der Gemeindevertreter und fügt hinzu: „Wir haben hier jetzt einen sehr schönen Spielplatz nach dem neuesten Standard.“

Gründung eines Dorfklubs angeregt

Einig sind sich alle, dass Aufsicht und Pflege nicht allein den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Wattmannshagen übertragen werden kann. „Das müssen wir mit den Wattmannshägern organisieren“, sagt Herbert Ey. Er wünscht sich, dass das Areal an der Rachower Straße zu einem Dorfzentrum wird. Dazu gehört für ihn auch der Schulungsraum der Kameraden. „Zu 85 Prozent steht der Raum leer“, stellt Herbert Ey fest. Er denkt an die Gründung eines Dorfklubs, der mehr Leben in den ehemaligen Konsum bringen soll. Den Konsum hatte er als LPG-Vorsitzender Tierproduktion Wattmannnshagen übrigens zu DDR-Zeiten schwarz bauen lassen, was ihm eine Strafzahlung eingebracht hatte. „Wir müssen es selbst hinbekommen, dass alles ordentlich gepflegt wird“, betont Herbert Ey und wünscht sich mal wieder ein richtig großes Dorffest.

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