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Frau aus Jemen kann wieder hören : Langen Leidensweg beendet

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Komplett taube Bedoor Al-Gudari aus Kriegsgebiet im Jemen kann dank Güstrower Hilfe wieder hören

Sie war komplett taub, doch dank einer Operation im KMG-Klinikum Güstrow kann die 32-jährige Bedoor Al-Gudari aus dem Kriegsgebiet im Jemen jetzt wieder hören. „Ich kann hören“ – Das waren auch ihre ersten Worte des Dankes nach der gelungenen Operation an den Chefarzt der Güstrower HNO-Klinik, Prof. Dr. Tino Just. Er versorgte die bereits im Kindesalter ertaubte jemenitische Patientin mit einem Cochlea-Implantat und beendete ihren langen Leidensweg.

Viele Helfer zogen an einem Strang

„Viele Helfer haben an einem Strang gezogen, damit das alles geklappt hat. Denn eine Cochlea-Implantation ist ein hochkomplexer Vorgang“, sagt Just. Bereits 1988 hatte Bedoor in Deutschland ein Cochlea-Implantat erhalten. Die Hörprothesen werden schwerhörigen oder tauben Patienten eingesetzt, deren Hörnerv noch intakt ist. Mit dem Implantat wird das Hörvermögen verbessert beziehungsweise hergestellt. Im Fall von Bedoor funktionierte das Implantat nur eingeschränkt und war schließlich ganz ausgefallen. In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa war die junge Frau ohne Gehör größten Gefahren ausgesetzt, so dass sich Bedoors Vater entschloss, gemeinsam mit seiner Tochter erneut Hilfe in Deutschland zu suchen.

Doch in Berlin stellte sich heraus, dass die angesparte Summe für ein neues Implantat und die Operation nicht ausreichen würden. Über einige Umwege gelangten Bedoor und ihr Vater an die Prof.-Ernst-Lehnhardt-Stiftung, die einen erheblichen Preisnachlass bei einem renommierten Hersteller für Cochlea-Implantate erreichte, einen von einer deutschen Familie gespendeten Sprachprozessor zur Verfügung stellte und den Güstrower Chefarzt Tino Just dafür gewinnen konnte, die Operation durchzuführen. „Die Hauptarbeit wurde dann bei uns in der Klinik geleistet“, sagt er.

Vor Ort in Güstrow kümmerte sich das Team der HNO-Klinik auch um eine Unterkunft für die Patientin und ihren Vater aus dem Jemen, da zwischen Operation und Erstanpassung des zum Implantat gehörenden Sprachprozessors in der Regel vier Wochen vergehen müssen. „Auch aufgrund des
zeitlich begrenzten Visums mussten wir den Zeitraum bis zur Erstanpassung jedoch erheblich auf wenige Tage verkürzen“, erläutert Just. „Aber es hat alles funktioniert und Bedoor kann wieder hören. Mein ganzes Team hier am KMG-Klinikum hat höchsten Einsatz gezeigt und sich für die Patientin engagiert. Ich freue mich sehr über den glücklichen Verlauf der Geschichte.“

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