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Hähnchenmastanlage Wattmannshagen : Landwirt wehrt sich gegen Vorwürfe

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Der Investor der Hähnchenmastanlage bei Wattmannshagen, Matthias Streeb aus Niegleve, wehrt sich gegen die Vorwürfe der umstrittenen Umweltverträglichkeitsprüfung und verweist auf eine gültige Baugenehmigung.

svz.de von
erstellt am 05.Dez.2012 | 06:52 Uhr

Wattmannshagen | Mit Unverständnis reagiert Landwirt Matthias Streeb aus Niegleve auf den erneuten Versuch des Bundes für Umwelt und Naturschutz MV (BUND), seine bei Wattmannshagen geplante Mastanlage für 200 000 Hühner noch im letzten Moment zu stoppen (SVZ berichtete). "Dieses aktuelle Verfahren wird meiner Meinung nach abgeschmettert werden, weil wir eine gültige Bauerlaubnis haben", sagt Streeb. Mit dem Bau der Mastanlage zwischen Roggow und Wattmannshagen hatte der Landwirt bereits Mitte November begonnen. Das hatte der BUND zum Anlass genommen, mit einem gerichtlichen Eilverfahren beim Verwaltungsgericht Schwerin den Baustopp zu erwirken. Noch läuft das Verfahren.

Seit Bekanntwerden der Pläne Streebs, die Mastanlage 700 Meter von Wattmannshagen entfernt zu errichten, weht dem Landwirt stetig Gegenwind ins Gesicht. Gegner der Anlage schlossen sich in einer Bürgerinitiative zusammen und protestierten wiederholt - zuletzt verstärkt gemeinsam mit den BUND MV - gegen das Vorhaben. Öffentlichkeitswirksam machte die Bürgerinitiative "Nein zur Hähnchenmastanlage" immer wieder auf ihre Forderungen aufmerksam, befürchtete gar, dass Wattmannshagen demnächst in "Chickenhagen" umbenannt werden müsste. "Wir haben einfach Angst davor, dass unsere Lebensqualität in Wattmannshagen leidet", bringt die Leiterin der Bürgerinitiative, Carola Schwarz, die Bedenken auf den Punkt.

Landwirt und Investor Streeb nimmt die Bedenken durchaus ernst, kann sie aber nicht nachvollziehen. "Sämtliche Vorwürfe des BUND haben sich nicht bestätigt. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung hat keine Probleme ergeben", sagt er. Laut BUND seien beispielsweise die kritischen Werte für Biotope in der Nähe der Anlage teilweise um das Dreifache überschritten. Alle Behörden, vom Stalu MM über den Landkreis bis zum Landesamt für Umwelt, Natur und Geologie hätten keine Beanstandungen gehabt, unterstreicht Streeb. "Wenn man eine Baugenehmigung hat, wie ich, dann habe ich auch Rechtssicherheit. Schließlich will ich mit dem Bau der Anlage für unsere Region und für Mecklenburg-Vorpommern Werte schaffen", macht der Landwirt seinen Standpunkt gegenüber den Vorwürfen klar.

Mit der Großinvestition in die Mastanlage bei Wattmannshagen will Streeb seinen Betrieb langfristig auf sichere Beine stellen. Zurzeit betreibt der Landwirt in Niegleve Ackerbau und Schweinemast. Seiner Meinung nach lohne sich eine Hähnchenmastanlage erst, wenn sie auch groß sei. "Hühnchen sind ein Cent-Geschäft und jeder will billig Hühnerfleisch kaufen. Die Nachfrage ist groß", sagt Streeb. Kommenden Sommer soll die Anlage fertig sein und in Betrieb gehen. Dreieinhalb Arbeitsplätze will der Landwirt schaffen. Neben der Mastanlage entsteht zudem eine Biogasanlage. Die Wärme aus dieser Anlage soll die Hühnerställe beheizen.

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