Zum Tod von Thomas Leuchert : Landkreis verliert einen großen Politiker

<fettakgl>Thomas Leuchert, aufgenommen</fettakgl> beim ersten größeren Gespräch mit unserer Zeitung nach seiner Wahl Ende 2011.<fotos>archiv</fotos>
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Thomas Leuchert, aufgenommen beim ersten größeren Gespräch mit unserer Zeitung nach seiner Wahl Ende 2011.archiv

Landrat Thomas Leuchert ist gestern gestorben. Nach einer schweren Herzattacke am 17. Februar verlor er den Kampf um das Leben. Der SPD-Mann stand seit dem 18. September 2011 an der Spitze des Landkreises Rostock.

svz.de von
05. März 2013, 07:00 Uhr

Güstrow | Landrat Thomas Leuchert (SPD) ist tot. Der 58-Jährige starb gestern früh nach kurzer, schwerer Krankheit. Am 17. Februar war Thomas Leuchert zu Hause nach einer Herzattacke zusammengebrochen. Er wurde in die Universitätsklinik Rostock eingeliefert. Seitdem kämpften die Ärzte um seine Gesundheit, um sein Leben. Ende vergangener Woche wurde er nach Angaben seiner Frau Karen Leuchert von der Intensiv- auf eine Normalstation verlegt. Gestern früh verlor Thomas Leuchert den Kampf um sein Leben. Der in Frankenberg (Sachsen) geborene Leuchert war verheiratet. Zur Familie gehören sieben Töchter, ein Sohn und neun Enkel.

An seinem Arbeitsplatz, der Kreisverwaltung in Güstrow, herrschte gestern tiefe Trauer. "Mit unendlicher Bestürzung und Trauer sind wir heute mit der Nachricht vom Tod unseres Landrates konfrontiert worden. Wir trauern mit seinen Angehörigen", teilte Kreissprecherin Petra Zühlsdorf-Böhm mit.

Mit seiner Arbeit stark polarisiert

Auch Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) reagierte mit Trauer und Bestürzung auf die Todesnachricht. "Mecklenburg-Vorpommern verliert einen großen Kommunalpolitiker", sagte er. Als Landrat im Altkreis Bad Doberan habe Leuchert entscheidend dazu beigetragen, dass die Region zu den wirtschaftlich stärksten im Land gehört. "Nach der Kreisgebietsreform hat er mit großem Engagement das Zusammenwachsen des neuen Landkreises Rostock vorangebracht", erklärte Sellering. Auch in der Bevölkerung habe Leuchert ein hohes Ansehen gehabt. "Ich bin sehr traurig, dass er so früh aus dem Leben gerissen wurde."

Mit seiner Arbeit an der Landkreisspitze verschaffte sich Leuchert große Anerkennung, zugleich polarisierte er auch stark. Wegen der Ämterverteilung, Personalentscheidungen und angeblich mangelnder Bürgernähe wurde er öffentlich und intern kritisiert. Landrat Leuchert hielt dagegen und verwies auf die Kreisstrukturreform. Die sei für zwingend erforderliche Einsparungen, speziell in der Verwaltung, politisch gewollt.

Leuchert, von Beruf Ingenieur für Veterinärmedizin und Tierproduktion, hatte nach der Wende 1989 die SPD in Bad Doberan mitgegründet und war nach der ersten Kreisgebietsreform 1994 Doberaner Landrat. 2001 und 2008 wurde er wiedergewählt. Am 18. September 2011 gewann Leuchert mit 73,1 Prozent der Stimmen in einer Stichwahl gegen Matthias Crone (CDU) die Wahl um das Spitzenamt im neuen Landkreis Rostock.

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