Flüchtlinge : Landkreis rüstet sich weiter

Dezernent Rainer Boldt
Dezernent Rainer Boldt

Der Bedarf an Wohnraum für Asylsuchende ist weiter hoch. Der Landkreis Rostock nimmt zudem ein eigenes Lager für die Ausstattung von Unterkünften in Betrieb.

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07. Januar 2016, 15:14 Uhr

Die Asylbewerberzahlen im Landkreis Rostock steigen weiter kontinuierlich an. Obgleich der Flüchtlingsstrom, wie ihn der Landkreis im Sommer 2015 erlebt hat, in den Wintermonaten etwas abgeebbt ist, ist der Unterbringungsbedarf nach wie vor groß. „Der Landkreis Rostock arbeitet intensiv an der Bereitstellung weiterer Unterbringungskapazitäten. Das betrifft sowohl die Anmietung von Wohnungen zur dezentralen Unterbringung als auch die Schaffung weiterer Gemeinschaftsunterkünfte“, informiert Dezernent Rainer Boldt auf SVZ-Nachfrage.

Der Großteil, 1454 Personen, lebt in insgesamt 500 angemieteten Wohnungen, also dezentral. Weitere etwa 200 Wohnungen befinden sich in Vorbereitung, sagt Rainer Boldt. In den bisher sechs Gemeinschaftsunterkünften, unter anderem im Güstrower Waldweg und in der Demmlerstraße, leben rund 500 Personen. Damit ist die Kapazität dieser Heime nahezu ausgeschöpft. Zwei weitere Gemeinschaftsunterkünfte seien indes in der Barlachstadt geplant.

Derzeit werden, so erklärt Boldt, in der Hamburger Straße 30 und der Glasewitzer Chaussee 56 Gemeinschaftsunterkünfte zur Nutzung vorbereitet. Insgesamt 282 Plätze sollen hier bald zur Verfügung stehen. „Die Bezugsfertigkeit soll in der Glasewitzer Chaussee mit 206 Plätzen zum 1. Mai erfolgen. Die Gemeinschaftsunterkunft in der Hamburger Straße mit 76 Plätzen soll im 1. Quartal 2016 bezugsfertig sein, ein genauer Termin steht gegenwärtig noch nicht fest“, sagt der Dezernent.

Um dem Bedarf an Wohnraum nachzukommen bereitet der Landkreis eine weitere Gemeinschaftsunterkunft in Teterow mit 220 Plätzen vor. Auch die Erweiterung der bestehenden Unterbringung in Jördenstorf von 68 auf insgesamt 270 Plätze sei in Planung, informiert Rainer Boldt.


Lager zur Ausstattung für Wohnungen eröffnet


Alle diese Wohnungen bedürfen einer gewissen Grundausstattung, die in einem Ausstattungsplan festgelegt sind. „Dazu gehören Betten, Schränke und Küchenausstattung, wie Herd und Kühlschrank“, gibt Rainer Boldt einige Beispiele. In der Vergangenheit habe es häufiger Lieferengpässe gegeben, sagt Boldt weiter. „Das hat uns oft vor große Probleme gestellt, weil verschiedene Ausstattungsgegenstände fehlten und die Flüchtlingsunterkünfte – besonders dezentral – anfangs nur notdürftig mit Feldbetten statt festen Betten und Kochplatten anstelle eines Herdes ausgestattet werden konnten“, resümiert Boldt. Zur Vermeidung von Lieferengpässen bei der Ausstattung der Wohnungen hat der Landkreis Rostock daher am Mittwoch ein eigenes „Warenhaus“ in Betrieb genommen. Die Planungen hierfür laufen seit Oktober 2015, als sich die Ausstattungssituation für den Landkreis immer problematischer darstellte.

Die Vorbereitung für das Logistik-Lager beliefen sich auf rund zwei Monate. Die Arbeit vor Ort werde von drei Mitarbeitern übernommen, die Auslieferung des Mobiliars werde in enger Zusammenarbeit mit externen Speditionen und Hausmeisterservices durchgeführt“, erklärt Boldt weiter. Von dem „Warenhaus“ erfolgt künftig die gesamte Bereitstellung von Möbeln und Kücheneinrichtungen sowie der erforderlichen Haushaltsausstattungen. Damit kann die Bezugsfertigkeit angemieteter Wohnungen künftig wesentlich schneller und vor allem vollständiger erfolgen. Ziel ist es die Ausstattung von bis zu 100 Wohnungen regelmäßig aus dem Bestand des Lagers heraus zu ermöglichen. „Das ist unser Ziel. Sicher wird das nicht immer klappen, aber es ermöglicht uns einen gewissen Vorlauf“, gibt Rainer Boldt einen Ausblick.

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