Wahlkreise in MV : Landkreis Rostock für Bundestagswahl zerhackt

Der Landkreis Rostock wird zur Bundestagswahl auf drei Wahlkreise aufgeteilt. Alle Wege werden weiter, manche Bewerber kennt man kaum.

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21. Januar 2013, 10:18 Uhr

güstrow | Rund zwei Jahre nach der Kreisgebietsreform in M-V steht die Wahl des 18. Deutschen Bundestages an. Dabei müssen die Wähler in M-V größere Wahlkreise im Blick haben - Parteien und Kandidaten ebenso. Bekanntlich hatte der Gesetzgeber wegen des Bevölkerungsrückgangs die Wahlkreise um einen auf sechs reduziert; davon profitiert Hessen. Damit mussten die Wahlkreise in M-V neu gegliedert, vergrößert werden. Diese waren schon bisher nicht mit den Landkreisen identisch, und sie sind es trotz der geringeren Zahl Landkreise nicht. Im Gegenteil: Gleich auf drei Wahlkreise aufgeteilt wird der Landkreis Rostock (siehe Infoteil). Der Altkreis Güstrow bildet gemeinsam mit dem größten Teil des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte den Wahlkreis 17. Der Nordosten, mit dem Amt Schwaan, bildet mit der Hansestadt Rostock den Wahlkreis 14. Zum Wahlkreis 13 gehören neben dem Nordwesten noch Teile der Landkreise Ludwigslust-Parchim sowie Nordwestmecklenburg.

Unübersichtlicher wird die Situation auch für die Parteien. So lautete bei einem Anruf in einem Güstrower Parteibüro zur Bitte um ein Foto von Frau Sowieso die Antwort: "Frau wer???" Die bereits aufgestellte Kandidatin kommt nämlich aus dem anderen Ende des Wahlkreises - wo man eine Bewerberin etwa aus Bützow vielleicht auch nicht gekannt hätte. Die Krux für die Parteien bei der Aufstellung ihrer Kandidaten liegt u.a. auch darin, dass sie ihre Wahlversammlungen für jene Mitglieder koordinieren müssen, die in dem jeweiligen Gebiet wohnen. Und die Kandidaten werden bei ihren Wahlkampftouren vermutlich einige Ecken des Landes neu entdecken.

Vielleicht auch ein Grund, warum die Aufstellung der Bewerber um das Direktmandat sehr unterschiedlich voranschreitet. So haben im Wahlkreis 17 CDU (Eckhardt Rehberg) und SPD (Jeannine Pflugradt, Neustrelitz) bereits nominiert. Heute Abend dürfte mit Heidrun Blum (Die Linke) die dritte Bewerberin hinzu kommen. Ihre Kandidatenkür hält die Linke in Waren ab, die Wahl der Landesvorsitzenden gilt als sicher.

Im Wahlkreis 14 hat Die Linke bereits Steffen Bockhahn als ihren Direktkandidaten benannt. Hier schickt die CDU Peter Stein ins Rennen. In der SPD setzte sich Christian Kleiminger hauchdünn durch. Alles Rostocker.

Noch beim Sammeln ihrer Truppen sind die in M-V kleineren Parteien. So wollen Bündnis 90/Grüne erst die Listenaufstellung des Landes abwarten. Kerstin Felgner im Güstrower Regionalbüro rechnet mit der Wahl des Grünen-Kandidaten Ende Februar/Anfang März. "Nur das steht schon fest: in Malchow."

"Wohl erst im Frühjahr" prognostiziert Sascha Zimmermann, der Güstrower Regionalvorsitzende der FDP, die Kandidatenkür der Liberalen. Der frisch gegründete Kreisverband ist noch auf der Suche.

Ende Februar beginne die Partei Freie Wähler mit der Aufstellung der Landeslisten. "Wir werden für jeden Wahlkreis dann auch einen Direktkandidaten benennen", sagt Klaus-Dieter Gabbert. Parallel wolle man Unterstützungsunterschriften sammeln, denn man argwöhne, so der Stellvertretende Landesvorsitzende, dass die Freien Wähler nicht als so genannte etablierte Partei anerkannt werden könnten. Anspruch darauf hätten sie laut Wahlgesetz, da die Partei im Bayerischen Landtag gut vertreten ist.

Zeit zur Benennung der Kandidaten ist noch, erst am 69. Tag vor der Wahl müssen die Vorschläge und Listen bei den Wahlleitern in Land und Kreis vorliegen, das gilt auch für Einzelbewerber. Fest steht der Wahltag allerdings noch nicht. Gute Chancen stehen auf den 22. September.

Übrigens: Wer Kreiswahlleiter für die 17 ist, ist selbst Spitzenbeamten im Güstrower Kreishaus unbekannt. Merke: Er heißt Lothar Schmidt, ist Mitarbeiter der Kreisverwaltung Mecklenburgische Seenplatte - am Standort Neubrandenburg.

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