Dauerbrenner Müllabfuhr : Landkreis richtet mehr Telefonplätze ein

Thema Müllabfuhr: Sieben statt üblicherweise zwei Mitarbeiter nehmen Bürgeranfragen entgegen

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14. Januar 2016, 18:00 Uhr

Zahllose Bürgeranfragen, organisatorisches Durcheinander, mangelhafte bis gar keine Information: Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises hat mit dem Jahrensbeginn ein ernstes Problem. Viele Bürger vermochten es nicht, sich aus dem sehr spärlichen Informationsfluss zur neuen Gebührensatzung einen Reim zu machen: Welche Tonne brauche ich künftig? Wie oft wird die abgeholt? Was kostet das? Ergebnis: Die Telefonleitungen beim Eigenbetrieb An der Schanze in Güstrow glühen schon die zweite Woche, Bürger landen endlos in der Warteschleife oder werden beim Anrufversuch gleich ins Leitungs-Nirvana weggedrückt. „Seit Tagen versuche ich vergeblich den Abfallwirtschaftsbetrieb zu erreichen“, bestätigt SVZ-Leser Roland Sprave aus Klein Sien vielfache Erfahrungen dieser Tage.

Der Landkreis hat reagiert. „Mit fünf aus anderen Bereichen umgesetzten Mitarbeitern haben wir die Telefonzentrale des Eigenbetriebes verstärkt“, teilt Kreissprecher Kay-Uwe Neumann mit. Normalerweise wären von den insgesamt neun Mitarbeitern des Betriebes zwei an den Bürgertelefonen tätig, derzeit also sieben. Damit hofft der Landkreis, die völlig unbefriedigende Situation für Anrufer zu bessern. Denn jetzt, da die Gebührenbescheide für 2016 in die Häuser flattern, dürfte sich der Informationsstau nochmals verschärfen – wenn beispielsweise einem Vierpersonenhaushalt statt bisher 93 nunmehr 154,97 Euro in Rechnung gestellt werden. Abhilfe könnte in solchem Fall die Umstellung der Abfuhr von bisher zwei- auf vierwöchentlichen Rhythmus bringen – dann für 99,24 Euro. Dazu aber müsste dies und die dafür erforderliche größere Tonne erst geordert werden. Und sicherheitshalber gleich Widerspruch eingelegt. Beides erhöhte aber auch erneut den Arbeitsaufwand beim Eigenbetrieb.

Das entstandene Informationsdefizit bleibt also vorläufig schwer aufzuholen. „Die SVZ-Artikel waren für mich die erste Information zu dem, was sich verändert“, sagte Leser Roland Sprave noch.


Für blaue Säcke derzeit keine Etiketten nötig


Korrigieren möchte der Landkreis noch eine Information von gestern. Wem die Restabfalltonne überquillt, weil der Abfuhrrhythmus verlängert wurde, der kann in dieser Situation einen handelsüblichen blauen Abfallsack auch ohne Etikett neben die Tonne zur Abfuhr bereit stellen.  

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