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Minderjährige Flüchtlinge : Landkreis bereitet sich auf Flüchtlingskinder vor

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Voraussichtlich ab Mitte des Jahres muss der Landkreis auch unbegleitete Flüchtlingskinder aufnehmen und unterbringen

von
erstellt am 29.Jan.2015 | 05:00 Uhr

Mit den steigenden Asylbewerberzahlen kommen auch immer mehr unbegleitete Flüchtlingskinder aus Kriegs- und Krisengebieten nach Mecklenburg-Vorpommern – teilweise schwer traumatisiert. Die Eltern dieser Kinder sind entweder ums Leben gekommen oder von ihren Kindern getrennt worden oder sie hatten sich schweren Herzens dazu entschieden, zumindest ihre Kinder in Sicherheit zu bringen. Auch der Landkreis Rostock bereitet sich jetzt darauf vor, voraussichtlich ab Mitte des Jahres, diese Minderjährigen aufnehmen zu können. Grund ist eine anstehende Gesetzesänderung.

Zurzeit landen die unbegleiteten Flüchtlingskinder noch in der zentralen Aufnahmestelle des Landes in Horst. Zuständig ist für sie damit das Jugendamt des Landkreises Ludwigslust-Parchim. „Doch mit der anstehenden Gesetzesänderung kommt dieses Problem auch auf uns zu und wir bereiten uns schon darauf vor“, sagt Rainer Boldt, stellvertretender Landrat. Alle Bundesländer sollen bis Mitte des Jahres Voraussetzungen für die Aufnahme von unbegleiteten Flüchtlingskindern geschaffen haben, denn zukünftig sollen die Kinder und Jugendlichen nach einer Quotenregelung untergebracht werden können, d.h., die Minderjährigen werden so verteilt, wie auch die Erwachsenen, erläutert Boldt. „Dann müssen alle Jugendämter, also auch unseres, diese Aufgabe übernehmen“, sagt er.

Für diesen Fall treffe der Landkreis bereits Vorkehrungen. „Diese Minderjährigen brauchen einen Vormund und Betreuung, entweder in stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe oder bei Pflegeeltern im Landkreis“, so Boldt. Da es im Kreisgebiet nur sehr wenige potenzielle Pflegeeltern geben würde und sich entsprechende Personen zudem einem langwierigen Prüfungsverfahren mit strengen Kriterien unterziehen müssten, setzt Boldt vor allem auf vorhandene Kinder- und Jugendheime, um die erwarteten Minderjährigen aufzunehmen. „Wir führen zurzeit Gespräche mit geeigneten Trägern“, informiert der stellvertretende Landrat. Es gehe in den Gesprächen vor allem darum, ob diese Heime in der Lage seien, die unbegleiteten Flüchtlingskinder zu betreuen. „Neben sprachlichen Problemen kommen bei diesen Kindern auch noch eventuelle Traumatisierungen hinzu“, erläutert Boldt die schwierigen Begleitumstände. Und noch ein weiteres Problem ergibt sich für den Landkreis: Das Jugendamt des Kreises müsse den Vormund für diese Minderjährigen stellen. „Dafür brauchen wir zusätzliches Personal“, sagt Boldt.

Rainer Becker von der Deutschen Kinderhilfe aus Güstrow ruft unterdessen sozial engagierte Familien dazu auf, sich als Pflegeeltern für Flüchtlingskinder beim Pflegekinderdienst des für sie zuständigen Jugendamtes zur Verfügung zu stellen.

 

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