Kreistag : Landkreis arbeitet weiter in Güstrow und Bad Doberan

Namentliche Abstimmung im Kreistags zur künftigen Unterbringung der Verwaltung: Kreistagspräsidentin Ilka Lochner-Borst (vorn) rief zweimal die Namen aller Kreistagsmitglieder auf und notierte Zustimmung bzw. Ablehnung oder Enthaltung.
Namentliche Abstimmung im Kreistags zur künftigen Unterbringung der Verwaltung: Kreistagspräsidentin Ilka Lochner-Borst (vorn) rief zweimal die Namen aller Kreistagsmitglieder auf und notierte Zustimmung bzw. Ablehnung oder Enthaltung.

Kreistag fällte gestern Grundsatzentscheidung zur künftigen Unterbringung der Kreisverwaltung

von
11. Dezember 2014, 06:00 Uhr

Die Kreisverwaltung wird auch künftig an beiden Standorten – Güstrow und Bad Doberan – arbeiten. So beschlossen es die Kreistagsmitglieder gestern Nachmittag. Und sie machten es sich nicht leicht. Obwohl die Empfehlungen aus den Ausschüssen eine breite Mehrheit für die Variante mit zwei Standorten signalisierte, forderte Thorsten Semrau (CDU/ Bürgermeister in Bad Doberan) eine namentliche Abstimmung und erhielt dafür die Unterstützung durch die Fraktion FDP/Einzelbewerber. Bei zwei Beschlussvorlagen (1. Zentralisierung der Verwaltung in Güstrow, 2. Fortführung beider Standorte) wurde jedes Kreistagsmitglied zweimal befragt.


Die Welt besteht aus Kompromissen


Dezernent Rainer Boldt hatte zum Einstieg in die Diskussion nochmals deutlich gemacht, dass ein wesentliches Ziel der Kreisgebietsreform eine effiziente kostengünstige Verwaltung sei. Im Landkreis Rostock habe man mit Umstrukturierungen und Umgruppierungen schon viel erreicht, sei aber weiter verpflichtet, nach Einsparmöglichkeiten zu suchen. Auch wenn eine Studie des Unternehmens DKC aus Düsseldorf langfristig wirtschaftliche Vorteile bei eine Konzentration der Verwaltung allein in Güstrow sehe (auch wenn dazu ein weiteres Verwaltungsgebäude gebaut werden müsse), „besteht die Welt eher aus Kompromissen“, formulierte Boldt und benannte eine massive Benachteiligung des nordwestlichen Teils des Landkreises als Folge einer Konzentration der Verwaltung in Güstrow.


Bürgernähe und Solidarität


In der Diskussion plädierten die Redner ausnahmslos für die Varianten 2 mit Güstrow und Bad Doberan. Wolfgang Wehrmann (AfD) beschwor die Bürgernähe. Karin Schmidt (Die Linke) wehrte sich gegen „das Totschlagargument Wirtschaftlichkeit“ und sprach sich gegen einen Rückzug aus der Fläche aus. Fred Ibold (CDU) sieht im digitalen Zeitalter andere Chancen für eine effektivere Verwaltung und forderte „solidarisches Verhalten“. Hartmut Polzin (SPD) bezweifelte den wirtschaftlichen Vorteil einer Zentralisierung der Verwaltung und hielt es für ausgesprochen dumm, das Gebäude mit 296 Büroarbeitsplätzen in Doberan, das man mit 23,5 Millionen Euro Leasingkosten quasi schon bezahlt habe, nach Ablauf des Leasingvertrages 2016 nicht lasten- und kostenfrei zu übernehmen.


In drei, vier Jahren wieder darüber reden


Reinhard Dettmann (Einzelkandidat und Bürgermeister in Teterow) reicht eine Investruine in der einstigen Kreisstadt Teterow. Doberan müsse das nicht auch haben. Allerdings gab Dettmann zu verstehen, dass mit der jetzigen Grundsatzentscheidung die Messen nicht auf alle Zeiten gesungen seien. „Vielleicht werden wir in drei, vier Jahren wieder darüber reden“, so Dettmann.

Übrigens ließ sich Landrat Sebastian Constien (SPD) zu keiner klaren Stellungnahmen, wie von Carsten Thiemann (CDU) gefordert, hinreißen. „Es ist die Entscheidung des Kreistages“, betonte Constien.


Leasing- und Mietvertrag laufen aus


Diese war jetzt notwendig, weil es in Bad Doberan für den Neubau hinter den beiden klassizistischen Gebäuden (kreiseigene Immobilien) einen Leasingvertrag gibt, der 2016 ausläuft. Danach muss der Landkreis kaufen oder nicht. Auch ein Mietvertrag für Räume, die das Gesundheitsamt in der Dammchaussee nutzt, endet 2016. Eine Unterbringung des Gesundheitsamtes ist nach der gestrigen Entscheidung dann im Komplex an der August-Bebel-Straße in Bad Doberan vorgesehen.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen