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Güstrower Anzeiger

16. Dezember 2017 | 19:58 Uhr

Theater : Lampenfieber steigt vor der Premiere

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Arbeitssuchende spielen Theater / Besonderes Projekt des Jobcenters Güstrow

Das Lampenfieber unter den Teilnehmern des Projektes „make: ART“ wächst von Tag zu Tag. Am Dienstag öffnet sich im Ernst-Barlach-Theater Güstrow der Vorhang zu dem Theaterstück „Station G – Ein Stück Deutschland“. Akteure sind um die 20 aus der Region kommende Menschen zwischen 18 und 35 Jahren, die auf der Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz sind.

Bereits hinter ihnen liegt ein halbes Jahr intensiver Probenarbeit, in der neben der Entwicklung des Theaterstücks auch Mobilitätstraining, Praktikas und Bewerbungscoaching auf dem Stundenplan standen. In einem weiteren, ausgiebigen Praktikum werden die Teilnehmer bis zum Jahresende auf einen Einstieg in Beruf oder Ausbildung vorbereitet. „Mit diesem Projekt wollen wir auf einem etwas anderen Weg neue Möglichkeiten der Motivationsvermittlung suchen“, sagt Jana Licht, Bereichsleiterin im Jobcenter Güstrow, das sich neben dem Güstrower Bildungshaus die Defakto GmbH aus Bochum mit in das Boot geholt hat.

Ergebnisse haben sich bereits eingestellt, wie auf der gestrigen Pressekonferenz deutlich wurde. Abgesehen davon, dass während der Maßnahme Teilnehmer „absprangen“, weil sie Arbeits- oder Ausbildungsplätze erhielten, haben viele der zumeist jungen Leute bereits klarere Vorstellungen von ihrem Leben. Wie die Güstrowerin Ina Twieg. „Ehrlich gesagt wusste ich lange nicht, was ich machen sollte. Hier habe ich viele Freunde gefunden und unendlich viele Gespräche geführt. Nun habe ich auch Vorstellungen von meiner Zukunft. Nach der Theaterpremiere werde ich ein Praktikum im Clara-Dieckhoff-Haus in Güstrow absolvieren und mir danach einen Ausbildungsplatz als Heilerzieherin suchen“, erzählt die 27-Jährige. Jetzt sei sie auch „viel besser drauf“, fügt sie an.

Stephanie Malig hatte eine Ausbildung in der Gastronomie schon nach kurzer Zeit abgebrochen. „Ich habe schnell gemerkt, dass das nicht mein Ding ist“, sagt die 18-Jährige. Nun freue sie sich auf das Praktikum in der „Oase“ und will sich dort über Ausbildungsmöglichkeiten informieren. „Vielleicht kann ich mich zum Rettungsschwimmer ausbilden lassen“, hofft sie. Auch Steffen Böhme (26), zurzeit arbeitslos, hat sich neue Motivation geholt und will wieder als Fachlagerist arbeiten.

Dass das Theaterprojekt funktioniert, weiß Sybille Zelaskowska vom Jobcenter aus dem Vorjahr. Damals führten 22 Teilnehmer im Bürgerhaus das Stück „A.I.D.A. Crisis – Frauen und Kinder zuerst“ auf. „Von den Teilnehmern hat die Hälfte einen Job oder eine Ausbildung gefunden und für weitere 30 Prozent beginnt demnächst eine Umschulung“, bilanziert die Mitarbeiterin. Auch habe man viel aus der ersten Maßnahme gelernt. So wird sich nach der Beschäftigungsaufnahme durch die Teilnehmer ein sechsmonatiges berufsbegleitendes Coaching anschließen.

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