Güstrow : Laienkünstler stürmen Wollhalle

Jürgen Rode  beteiligt sich mit dem Bild „Der Ägypter“ an der ersten Laienkünstlerausstellung von Stadt und Landkreis. Er stellte es gestern an die Wand zu den zu dem Zeitpunkt von schon rund 40 Kunstwerken.
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Jürgen Rode beteiligt sich mit dem Bild „Der Ägypter“ an der ersten Laienkünstlerausstellung von Stadt und Landkreis. Er stellte es gestern an die Wand zu den zu dem Zeitpunkt von schon rund 40 Kunstwerken.

Für die Ausstellung von Stadt und Landkreis gaben gestern 78 Hobbykünstler ihre Lieblingswerke ab.

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17. Mai 2017, 05:00 Uhr

Rund 30 Laienkünstler hätten gestern um 13 Uhr vor der Wollhalle Schlange gestanden, um ihr Lieblingswerk für die erste Laienkunstausstellung unter dem Motto „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“ (Ausspruch von Karl Valentin) abgeben zu können. Iris Brüdgam aber mochte die Menschen mit ihren Kunstwerken unterm Arm nicht im Regen lassen und bat die ersten um 11.45 Uhr ein. Als erster hatte sich Matthias Ebert angestellt und ein Aquarell mit dem Titel „Feldberger Land“ abgegeben. Bis 17 Uhr waren 78 Kunstwerke zusammengekommen.

Zunächst große Aufregung in der Wollhalle: Laienkünstler packen ihre Werke aus, füllen ein Übergabeprotokoll aus, kleben eine Nummer auf die Rückseite der Bilder, bekommen eine Kopie ihres Protokolls und stellen ihr Werk an die Wand. „Mein Wunsch, dass sich eine Schlange bildet, hat sich erfüllt“, stellt Kreissprecher Michael Fengler fest. „Es gibt viele kreative Hobbykünstler im Landkreis. Dass viele von ihnen kommen hatten wir gehofft. Es ist kaum eine Stunde rum und die erste Reihe ist voll“, sagt Iris Brüdgam vom Güstrower Stadtmuseum. Es ist eine gemeinsame Aktion des Landkreises Rostock und der Stadt Güstrow, die erstmals stattfindet und sich an vergleichbare Ausstellungen in Rostock und Bad Doberan orientiert. Dass in erster Linie Malerei abgegeben wird, hatte Iris Brüdgam schon vermutet. Barbara Zucker kann es gestern Abend präzisieren: Malerei: 59, Plastik und Fotografie je neun, eine Grafik. 52 Kunstwerke wurden von Güstrowern eingereicht, 26 Teilnehmer der Ausstellung kommen von außerhalb. „Ein guter Schmitt“, meint die Mitarbeiterin des Stadtarchivs.

Ein Aquarell mit Kranichen brachte Margot Schulz aus Hoppenrade. Frühes Erscheinen sichert die besten Plätze, habe sie sich gedacht. „Eine Ausstellung in der Gemeinschaft macht Spaß“, erklärt Margot Schulz ihre Motivation. Man lerne andere Laienkünstler kennen, könne sich austauschen und Erfahrungen sammeln. Das denkt auch Sigrid Eickhoff aus Güstrow, die nach der Berufstätigkeit mit Seidenmalerei begonnen hatte und über das Aquarell zur Ölmalerei kam. Seit 2003 gehört sie zu den Montagsmalern in der Volkshochschule. Jürgen Rode hat nach Zeichenzirkel in jungen Jahren einen Karton mit Malutensilien 50 Jahre später wieder hervorgeholt und malt nun. Er zeigt das Bild „Der Ägyter“. Auf einer Reise hatte er ihn gesehen, grob skizziert und fotografiert und dann zu Hause gemalt. „Ich wage es mal. Das Bild ist so schön, dass es auch andere ansehen können“, denkt der GüstrowerArzt im Ruhestand.

Noch heute und morgen können Laienkünstler von 13 bis 17 Uhr ihre Lieblingswerke in der Städtischen Galerie Wollhalle abgeben. Die Ausstellung wird dort vom 10. Juni bis 3. September in den Genres Malerei, Grafik, Plastik und Fotografie zu sehen sein. Die Besucher entscheiden über die Vergabe von Preisen in diesen vier Kategorien.

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