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Wollhalle Güstrow : Laien ringen dem Profi Respekt ab

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Große Resonanz auf die Laienkunstausstellung in der Güstrower Wollhalle – noch bis 2. September kann für den Favoriten abgestimmt werden.

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erstellt am 09.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Er lässt für gewöhnlich kein gutes Haar an der Laienkunst, musste nun aber zugegen, eines Besseren belehrt worden zu sein. Gunter Rambow hatte sich gestern daran gemacht alle 111 Werke in der Laienkunstausstellung in der Städtischen Galerie Wollhalle zu fotografieren. Das zwang ihn noch einmal genauer hinzuschauen. Das Urteil des Plakatkünstlers: „Hier stellen wirkliche Laien mit zum Teil sehr großem Talent aus. Sie haben sich hinein gearbeitet in die Bildwelt und Bildkomposition. Manche Bilder ragen heraus, so wie es bei den großen Meisterwerken auch der Fall ist.“ Noch bis zum 3. September ist diese erste Laienkunstausstellung – eine Gemeinschaftsaktion des Landkreises Rostock und der Stadt Güstrow – zu sehen. Sie endet am 3. September, 11 Uhr, mit der Vergabe der Publikumspreise in vier Kategorien (Malerei, Grafik, Fotografie und Plastik). Bis 2. September können Besucher ihre Stimme für ihre Favoriten abgeben.

Am Montagnachmittag war die Marke von 1000 Besuchern schon überschritten worden. „1000 Votingkarten hatten wir parat. Wir haben schon nachdrucken lassen“. berichtet Iris Brüdgam, Kuratorin der Ausstellung, und fügt hinzu, dass das Interesse beachtenswert sei. Immer wieder würden die Besucher die Vielfalt, aber ebenso die Qualität der Schau hervorheben. Im Gästebuch finden sich durchweg positive Einträge. Mal einer wünschte sich mehr Informationen zu den Laienkünstlern, die ihre Werke ausstellen, selbst. Gelobt wird auch immer wieder die Hängung. Jedes Werk habe seinen ganz eigenen Platz, seinen Raum, um zu wirken, schreiben zwei Berliner Besucher. Iris Brüdgam geht das runter wie Öl. Auch Ausstellungsteilnehmer, die zum Teil schon zwei- und gar dreimal in der Schau waren, hätten sich begeistert geäußert. Sie habe jedem Teilnehmer Respekt entgegen bringen wollen, erklärt sie, und für jedes Werk den Platz gesucht, der diesem gerecht wird. „Das war auch für mich spannend. Ich hatte es nicht mit einem Künstler und einem Thema zu tun, sondern hatte 111 Werke und 111 Handschriften zusammenzubringen“, erläutert die Kunsthistorikerin. Das habe ihr selbst sehr viel Freude bereitet. Insgesamt sei die erste Laienkunstausstellung in der Wollhalle eine Herausforderung und eine Überraschung insbesondere hinsichtlich der Qualität gewesen. Sie sei sehr gespannt, wer den Publikums wird entgegen nehmen können.

Fast schon außer Frage steht inzwischen, dass das Projekt nach Wiederholung schreit. Auf einen Rhythmus werde man sich noch einigen. Alle fünf Jahre, wie von Güstrows Bürgermeister auf der Vernissage angeregt, erscheint den Laienkünstlern etwas zu lang. Sie würden sich einen kürzeren Abstand zur nächsten Ausstellung wünschen, weiß Iris Brüdgam aus Gesprächen.

Erst einmal aber wolle man diese erste Schau der Laienkünstler zu Ende bringen. Damit sie danach nicht einfach vergessen und abgelegt ist, fotografiert Gunter Rambow alle Werke, um so die Schau zu dokumentieren. Auch er und seine Frau haben sich am Voting beteiligt. Das sei gar nicht so leicht gewesen, betont der Plakatkünstler und zeigt auf das Mädchen, das kraftvollen Schrittes seinen Weg geht, auf die Darstellung des Güstrower Marktes im Regen, die kaputten Häuser am Berge, die Krähen und, und, und.

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