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Güstrow: Landesgartenschau 2014/15 : Laga braucht politischen Willen

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So schnell will sich Güstrow von einer Landesgartenschau (Laga) nicht verabschieden. Alle Hebel hat man in Gang gesetzt, um die Angst vor einem finanziellen Fiasko zu zerstreuen und weiter für eine Laga zu werben.

svz.de von
erstellt am 23.Jan.2012 | 10:22 Uhr

Güstrow | So schnell will sich Güstrow von einer Landesgartenschau (Laga) nicht verabschieden. Alle Hebel hat man in Gang gesetzt, um auf der politischen Bühne in Schwerin die Angst vor einem finanziellen Fiasko zu zerstreuen und weiter für eine Laga in der Barlachstadt zu werben. "Wir können das", sagt Peter Lack, 1. stellvertretender Vorsitzender des Laga-Fördervereins Güstrow. "Die Stadt ist leistungsfähig und hat ein tolles Konzept. Mittel vom Land sind da, ohne dass deshalb andere Kommunen leiden müssten, und die Kraft des Landes ist auch da", betont Lack und widerspricht damit der Sorge des Landes, dass sowohl Güstrow als auch Putbus - die beiden Bewerber um eine Landesgartenschau 2014/15 - finanziell zu schwach seien. Anfang des Jahres war laut geworden, dass sich das Land von einer Laga verabschieden will (SVZ berichtete). Morgen soll im Landtag darüber entschieden werden.

In Güstrow kennt man die Gedanken der Landesregierung und hält dagegen. Neben den Zweifeln an der Finanzkraft der Stadt und der Befürchtung, dass Güstrow insbesondere nach der Laga in Schwierigkeiten kommen könnte, so weiß Lack, sei es die Konzentration von Städtebaufördermitteln in erheblichem Umfang auf eine Stadt. Lack widerspricht dem. "Güstrow hat seit Jahren die geringste Pro-Kopf-Verschuldung unter den Städten im Land", hebt der stellvertretende Vereinsvorsitzende hervor und fügt hinzu: "Wer, wenn nicht Güstrow kann für eine Laga stehen!" Nicht richtig sei, dass Güstrow für eine Laga einen Kredit von 8,9 Millionen Euro aufnehmen müsse. Lack vermutet hier einen Übermittlungsfehler. Im Konzept tauche zwar diese Summe auf, doch sie stehe nur für den Fall, dass alles schief ginge. Realistischer sei eine mögliche Kreditaufnahme von rund vier Millionen Euro, die die Stadt benötige, um die Eigenanteile für die Herrichtung von Wegen, Grünflächen, Parkplätzen usw. aufbringen zu können. Damit hätte man dann viele Vorhaben, die ohnehin - allerdings über einen Zeitraum bis 2020/21 gestreckt - auf dem Programm stehen, erledigt. Probleme sollten sich aus der Sicht von Lack deshalb nicht in den Folgejahren nach der Laga ergeben.

Auch das Argument einer Konzentration von Städtebaufördermitteln lässt der Laga-Förderverein nicht gelten. "Wir reden von zehn Millionen Euro bis 2015", betont Lack. Da bliebe für andere Städte im Land genug übrig. Zuletzt habe das Land im vergangenen Jahr über rund 80 Millionen Euro Städtebauförderung verfügen können, so Lack.

Der Laga-Förderverein appelliere an die Landespolitiker, das Positive an einer Laga in Güstrow zu sehen und denkt dabei an Folgeinvestitionen, die es nach der Iga in Rostock und der Buga in Schwerin gegeben habe und die auch einer weiteren Entwicklung der Tourismusbranche im Hinterland der Ostseeküste gut tun würden. Schon die Bewerbung habe so viel Schwung in Güstrow ausgelöst und beispielsweise 61 Unternehmen und Privatpersonen im Laga-Förderverein zusammengeführt.

Akzeptabel sei aus der Sicht des stellvertretenden Vereinsvorsitzenden auch eine Verschiebung der Laga auf das Jahr 2016. Das wäre dann nach der Iga in Hamburg 2013 und vor der Iga in Berlin 2017, so Lack.

"Für die Stadt und das Land ist eine Laga machbar. Es braucht nur den politischen Willen dazu", resümiert Lack. Nach der Expo 2000 in Hannover, der Internationalen Gartenschau 2003 in Rostock und der Bundesgartenschau 2010 in Schwerin mit Güstrow als Außenstandort und damit verbundenen Projekten, die die Stadt weiterbrachten, würde eine Landesgartenschau in Güstrow einem über Jahre gewachsenen Bild der Stadt das i-Tüpfelchen aufsetzen.

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