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Güstrower Anzeiger

13. Dezember 2017 | 17:46 Uhr

Laga-Aus: Blütenträume verwelkt

vom

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erstellt am 24.Jan.2012 | 06:14 Uhr

Güstrow/Schwerin | Die Hiobsbotschaft kam gestern gegen 12 Uhr mittags aus Schwerin: Es wird keine Landesgartenschau 2014/15 (Laga) in Mecklenburg-Vorpommern geben - weder in Güstrow noch in Putbus. Laut der Landesregierung erfülle keine der beiden Bewerberstädte die Voraussetzungen für dieses Großereignis. Damit ist das langjährige Engagement von Hunderten Güstrowern, von Vereinen, Unternehmen sowie der Stadtverwaltung gescheitert, die Laga als Besuchermagneten in die Barlachstadt zu holen.

Stadt weist Vorwurf der Landesregierung zurück

Ernüchterung, Enttäuschung, aber auch Verärgerung - das waren die ersten Reaktionen gestern in Güstrow auf die Entscheidung der Landesregierung. "Ich bin sehr betrübt. Eine Laga wäre ein Ritterschlag für Güstrow gewesen", so Bürgermeister Arne Schuldt. Allerdings sei dieses Urteil zu erwarten gewesen. Schon, dass die Laga nicht in den Koalitionsvertrag aufgenommen worden sei, habe verdeutlicht, dass die Schau kein Ziel der Landesregierung gewesen sei. Den Vorwurf an Güstrow, finanziell nicht leistungsfähig zu sein, weist der Bürgermeister zurück. Laut Innenministerium fiel die Prüfung der dauernden finanziellen Leistungsfähigkeit der Stadt im Zuge des Laga-Bewerbungsverfahrens negativ aus. "Denn auch die Reduzierung des ursprünglich vorgesehenen Investitionsaufwandes von 37,7 Millionen Euro auf 19,1 bei gleichzeitiger Erhöhung des Eigenanteils der Stadt auf 8,9 Millionen Euro reichte nicht aus, um der Stadt die notwendige finanzielle Leistungsfähigkeit zu bestätigen", heißt es in einer gestrigen Pressemitteilung der Landesregierung. Und weiter: "Zudem war festgestellt worden, dass die verfügbaren Förderinstrumente des Landes nicht ausreichen würden, um Fördermittel in der von der Stadt Güstrow erwarteten Höhe bereitzustellen."

Rückschlag auch für Gartenbranche in MV

An der Stadt dürfe nicht der Makel hängen bleiben, für eine Landesgartenschau nicht solvent zu sein, reagiert Gerald Jungjohann auf die Aussagen der Landesregierung. Keine Verwaltung könne heute schon sagen, wie leistungsfähig sie 2015 dastehe. Der Güstrower Jungjohann ist nicht nur Mitglied im Laga-Förderverein, sondern auch Vorstandsmitglied des Fachverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau MV. "Zunächst ist die Entscheidung für Güstrow eine riesen Enttäuschung. Wir hatten uns viel vorgenommen. Schade, dass das jetzt auf politischem Wege gekippt wurde", sagt er. Auch für den gesamten Berufsstand der Gärtner sei die Laga-Absage ein "Schlag ins Kontor". "Es wurde mal wieder versäumt, eine Möglichkeit zu nutzen, die Wirtschaft zu fördern", ist Jungjohann überzeugt. Der Laga-Förderverein Güstrow werde aber nicht aufgeben und 2016 einen erneuten Anlauf unternehmen.

So sieht es auch Olav Paarmann, Vorsitzender des Laga-Fördervereins. "Mund abwischen und weitermachen", lautet seine Parole. "Wir haben wirklich alles für eine Laga in Güstrow getan. Wenn es sich eine Stadt leisten kann, dann wir." Die Begründung der Landesregierung für die Ablehnung sei falsch, so Paarmann. Er will das Laga-Konzept weiterverfolgen. Bürgermeister Schuldt pflichtet ihm bei. "Wir werden weiter an dem Konzept und der Umsetzung arbeiten - nicht nur für die Laga, sondern auch für die Entwicklung der Stadt", sagt er. An einem erneuten Laga-Auswahlverfahren werde sich die Barlachstadt Güstrow wieder beteiligen.

Die gestrige Entscheidung bedeute nicht das grundsätzliche Aus für Landesgartenschauen in Mecklenburg-Vorpommern, betonte Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus (SPD). "Die Entscheidung bezieht sich lediglich auf das aktuelle Auswahlverfahren. Ich halte einen späteren erneuten Anlauf durchaus für denkbar", sagte er. Wie gestern bekannt wurde, hatte Güstrow während des Bewerbungsverfahrens die Nase vorn. Die Mitglieder der Bewertungskommission hätten ein mehrheitliches Votum für Güstrow abgegeben, heißt es. Doch letztendlich habe die nicht vorhandene finanzielle Leistungsfähigkeit den Ausschlag gegeben.

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