Luftwaffe : Lästiger Fluglärm im Luftkurort

Ein „Eurofighter“-Kampfflugzeug des Jagdgeschwaders 73 aus Rostock-Laage bei einer Übung über dem Mittelmeer
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Ein „Eurofighter“-Kampfflugzeug des Jagdgeschwaders 73 aus Rostock-Laage

Heißer Draht: Jörg Oppitz empfindet das Durchbrechen der Schallmauer als Schikane / Antworten vom Kommodore Bernhard Teicke

svz.de von
21. März 2014, 06:00 Uhr

Lästiger Fluglärm im Luftkurort Krakow am See. Auf der vergangenen Stadtvertretersitzung gab es Beschwerden. Sie gingen in Richtung Fliegerhorst Laage-Kronskamp. Stadtvertreter Jörg Oppitz, Heimatverein Charlottenthal, erklärte, dass er mehrfach an unterschiedlichen Tagen von Fluglärm belästigt werde. Oppitz spricht sogar von einem mehrfachen Durchbrechen der Schallmauer. Bis zu viermal geschehe das an einem Tag. Für ihn schon Schikane. Das gehe so weit, erklärte er, dass das Haus wackele. Oppitz möchte solch einen Lärm nicht und wirft vor allem auch Krakow am See als Tourismusregion in die Waagschale.

Bürgermeister Wolfgang Geistert informierte, dass es Kontakte mit dem Fliegerhorst gibt. Den letzten größeren im Herbst vergangenen Jahres bei einer Lärmschutzkonferenz im Fliegerhorst. Mit der Information, dass Flüge von Rostock als Tourismushochburg in andere Sektoren verschoben wurden. Geistert hat sich mit dem Fliegerhorst in Verbindung gesetzt, um vielleicht in der Sommerzeit für Krakow am See ein ähnliches Zugeständnis wie Rostock zu bekommen. Er kündigt außerdem ein Gespräch mit dem Kommodore an.

SVZ wandte sich im „Heißen Draht“ unserer Zeitung an den Fliegerhorst, auf dem das Taktische Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ stationiert ist und junge Luftfahrzeugführer den Eurofighter kennen lernen. Kommodore Oberst Bernhard Teicke bestätigt das Fliegen im Überschallbereich mit einem hörbaren Überschallknall, vereinzelt auch mehrfach an einem Tag. Dafür würden allerdings Vorschriften gelten, die eingehalten werden, so Teicke. So betrage die Flughöhe nur über 36 000 Fuß (12 000 Meter) in der Zeit von 8 bis 20 Uhr, jedoch nicht zwischen 12.30 und 14 Uhr, überwacht von der Bodenstation. Teicke: „Der für den Verband festgelegte Luftraum befindet sich nördlich von Berlin bis nach Stralsund und zwischen Neubrandenburg und Rostock. Krakow am See liegt unterhalb dieses Luftraumes.“ Die Kronskamper Luftfahrzeuge würden, so der Kommodore, aber auch im gesamten norddeutschen Luftraum eingesetzt. Teicke: „Damit einhergehend erfolgt eine Verteilung der Lärmbelästigung, aber innerhalb vorgegebener Lufträume. Ebenso werden diese Lufträume auch durch Luftfahrzeuge anderer – auch ausländischer – Verbände genutzt.“ Dem Oberst ist bewusst, dass der „verfassungsgemäße Auftrag“ zu Lärmbelästigungen bei der Bevölkerung führt. Teicke: „Die Luftwaffe ist bemüht, diese Lärmbelästigungen, welche nicht vollständig zu vermeiden sind, auf ein Minimum zu reduzieren.“ Aus diesem Grund hatte der Kommodore am 24. Oktober 2013 zu einer Lärmschutzkonferenz geladen (SVZ berichtete). Aus Krakow am See waren Bürgermeister Wolfgang Geistert und Christoph Küsters (Fraktionschef der Linken) dabei. Teicke bestätigt, dass auf dieser Konferenz u.a. beschlossen wurde, Überschallflüge über dem dichtesten besiedelten Gebiet der Stadt Rostock und zusätzlich Nachtflüge in den Monaten der Sommerzeit auszusetzen. Die Reduzierung der Lärmbelästigung über Rostock sei wegen der Bevölkerungsdichte und nicht aufgrund des Tourismusstandortes getroffen worden, betont der Kommodore.

Mit dem Bürgermeister von Krakow am See hat Kommodore Bernhard Teicke, unabhängig von der jährlichen Lärmschutzkonferenz, einen Gesprächstermin vereinbart.








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