Strassenfeste : Ländlich und mitten in der Stadt

Seit 20 Jahren leben die meisten Fährdamm-Bewohner zusammen in einer Straße, manche zogen auch erst später nach.
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Seit 20 Jahren leben die meisten Fährdamm-Bewohner zusammen in einer Straße, manche zogen auch erst später nach.

Straßenfeste im Fährdamm und Am Sportplatz / Bewohner fühlen sich seit 20 Jahren wohl im Stadtgebiet Magdalenenlust

svz.de von
15. September 2015, 06:00 Uhr

Am Freitagabend war im Fährdamm laute Musik zu hören. Festgirlanden deuteten auf eine Feier hin. Doch nicht eine Familie hatte es sich unter einem Carport gemütlich eingerichtet, sondern dies war für alle Bewohner der Straße gedacht. Vor 20 Jahren war die Straße gebaut worden und das wurde von fast allen Bewohnern kräftig gefeiert.

Viele Familien hatten mit Hand angelegt, um das Fest gelingen zu lassen. Den Anstoß dazu gaben Angela Rogall und Thomas Schmidt. Nach zehn Jahren, so lange ist das letzte Straßenfest her, sei es wieder Zeit dafür gewesen. „Es ist einfach nett, wenn sich alle mal treffen. Und es gibt viel zu erzählen“, war sich Angela Rogall sicher. Ihrer Initiative ist es zu verdanken, dass Nicole Zietz und Andy Schröder sowie die beiden Kinder (drei und zehn Jahre alt) ihre Nachbarn einmal besser kennen lernen konnten. Die vier zogen erst im Mai dieses Jahres in ein Haus im Fährdamm. „Wir hatten uns nach einem Haus umgeschaut, weil keine 4-Raum-Wohnung mit adäquatem Mietpreis zu finden war“, erzählt Andy Schröder. Nun sind sie sehr zufrieden mit ihrem Wohnumfeld. „Das Haus war ein Glückstreffer“, ist Nicole Zietz sicher. Die Kinder fühlen sich ebenso wohl wie die Eltern. „Es ist ein angenehmes Flair“, fügt sie an.

Genau das Wohnklima gefällt auch dem Ehepaar Elwart, das seit 20 Jahren hier wohnt, also die Entwicklung des Wohngebietes mit erlebte. „Es ist die ländliche Atmosphäre, die uns gefällt und trotzdem ist man schnell in der Stadt“, sagt Gerhard Elwart. Mit ihren Nachbarn Heidrun und Uwe Sembach verstehen sie sich ebenfalls gut. Die wollten damals vor allem in der Stadt wohnen bleiben und genießen die Nähe zur Arbeitsstätte.

Gleich zu Beginn des Straßenfestes wurde ein Film gezeigt. Paul Kuhardt hatte Bilder und Videos aus den 20 Jahren Straßengeschichte zusammengestellt. „Das ist ein Hobby von mir“, sagte er. Für das leibliche Wohl sorgte auch ein Bewohner aus der Straße, Hartmut Kreimann hatte seinen Imbisswagen vorbereitet. Und dann lag es an jedem der Anwesenden selbst, ob er neu hinzugezogene Bewohner kennen lernen wollte. Die Situation, dass immerhin 40 von 46 Haushalten zum Fest gekommen sind, ist für Angela Rogall ein eindeutiges Zeichen. „Wir sollten nicht wieder zehn Jahre warten, sondern in fünf Jahren ein nächstes Treffen avisieren“, sagt sie.

Einen Tag später feierten die Bewohner von Am Sportplatz ihren Einzug vor 20 Jahren. Seit Juni befassten sich Jürgen Klasen, Helmut Kietzmann und Eberhard Ahrens mit der Organisation, fanden weitere Helfer in den 32 Häusern der Straße. Belohnt wurden sie mit der Teilnahme von rund 45 Bewohnern und schönstem Sonnabendwetter. Nach der Eröffnungsrede von „Alterspräsident“ Horst Müller nahe dem Spielplatz des kleinen Wohngebietes ging es am Grill, bei Musik und Spiel für die Kinder bis in die Nacht hinein gesellig zu.

Das Wohngebiet Magdalenenlust war das erste, das die Stadt Güstrow nach der Wende für den Eigenheimbau ausgewiesen hatte. Zuerst waren die Häuser in der Seestraße fertig, bereits im Dezember 2014 feierten die Anwohner dort ihr 20-Jähriges.

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