Grundmauern von zwei Vorvorgängerbau gefunden : Laages Geschichte auf Markt freigelegt

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Die Reste von zwei Gebäuden haben Ausgräber auf dem Laager Markt entdeckt. Eines unterhalb des jetzigen Rathauses war aus den Annalen bekannt. Ein zweites befindet sich überraschend linkerhand des Rathauses.

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10. November 2010, 09:08 Uhr

Laage | Grabungsassistent Reiner Konczak geht davon aus, dass es sich bei dem zu erwartenden Fund um ein Vorvorgängerbau handelt.

Ein erster Hinweis auf ein Rathaus in Laage geht auf das Jahr 1655 zurück. Damals, so berichtet der Mitarbeiter des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege, habe die Stadt ein Stück Wiese verkauft, um von dem Erlös ein Rathaus zu bauen. Das fiel vermutlich dem Stadtbrand von 1759 zum Opfer. Brandspuren weisen beide Gebäudereste auf. Hoffnung für die Ausgräber, dass in der Brandschicht noch einiges zu finden ist. "Bei einem Brand wird ein Ort fluchtartig verlassen. Vieles bleibt zurück", erklärt Konczak. Fest steht für ihn, dass auf den Resten erneut ein Rathaus errichtet wurde, das 1875 durch einen etwas höher gelegenen Neubau ersetzt wurde.

Ein Plan von 1760 zeigt auch einen öffentlicher Pranger auf dem Markt. "Den haben wir noch nicht gefunden", bedauert Konczak. Wenn es nur ein Pfahl gewesen ist, könnte nichts davon übrig geblieben sein. Mittelalterliches Pflaster rechts vor dem Rathaus weise darauf hin, dass die Marktstraße einst mehr bogenförmig verlaufen sei.

Ansonsten geht der Grabungsassistent davon aus, das der Platz seit dem Mittelalter ein Markt ist. Anderenfalls hätte man auf ältere Bebauungsreste stoßen müssen. Kleinteilige Funde wie Scherben, Ofenkacheln und ein Flintstein aus skandinavischen Glimmerschiefer würden aus der Zeit zwischen dem 13./14. Jahrhundert bis zur Neuzeit vorliegen. Jede Menge Gruben, in denen Müll entsorgt wurde, entdeckte man außerdem.

Obwohl den Ausgräbern die Zeit im Nacken sitzt - die Stadt als Bauherr drängt - hofft Konczak, dass man zumindest stellenweise noch tiefer gehen kann. Für den Neuaufbau des Platzes würden maximal 65 Zentimeter ausgehoben. "Um den Dingen auf den Grund zu gehen, müssen wir aber oft bis zur Sohle graben", sagt Konczak. Kratze man nur an der Oberfläche, schränke das die Aussagemöglichkeiten ein.

Für rund 240 000 Euro wird nach Jahren des Streits um die Neugestaltung der Markt in Laage saniert und relativ schlicht wieder hergestellt. Dabei wird altes Pflaster erneut verwendet. Die Fertigstellung zieht sich vermutlich bis ins nächste Jahr.

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