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Güstrower Anzeiger

18. Oktober 2017 | 00:36 Uhr

Laage : Laager Klamöttchen für alle da

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Initiative bietet allen Bedürftigen in Laage und Umgebung Bekleidung und vieles mehr an.

von
erstellt am 20.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Bei Kleiderkammern denkt man oft zuerst an einen einzigen Raum mit Bergen von Klamotten – ganz anders im „Klamöttchen“. Ganz hinten im Albertinum, die Treppe hinauf, kommt man in einen großzügigen Vorraum mit Sitzgarnitur und Spieltisch. Den Flur entlang reiht sich Zimmer an Zimmer – einst Büroräume. Das Klamöttchen, im Herbst 2015 auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszustroms in kürzester Zeit aus dem Boden gestampft, bietet allen bedürftigen Menschen in Laage und Umgebung die Gelegenheit in Notlagen etwas besser über die Runden zu kommen.

„Begonnen haben wir damit die Flüchtlinge auszustatten, aber für uns stand immer fest, dass das Angebot für alle gilt“, betont Annett Boy vom Helferteam. „Wir sind für alle da“, unterstreicht Viola Kärsten noch einmal. Der Flüchtlingsstrom ist abgeebbt, das Klamöttchen deshalb aufgeben, wäre aus der Sicht der Frauen schade. Es habe sich ein gut funktionierendes Team zusammengefunden. Aktuell würden vier Frauen die Öffnungszeiten am Mittwoch abdecken. Weitere Helfer wären willkommen. Annett Boy weiß aber auch von stillen Unterstützern, die in außergewöhnlichen Situationen aktiviert werden könnten. „Es steckt unsererseits auch viel Herzblut in dem Projekt“, betont Viola Kärsten. Auch deshalb wolle man weitermachen. Dazu müsse man in der Stadt und im Umland bekannter werden. „Uns geht es gut, aber wir wissen und sehen, dass das nicht alle von sich sagen können. Ihnen wollen wir gern helfen“, erklärt Annett Boy ihre Motivation. Viola Kärsten sieht es als Gebot der Nächstenliebe.


Ehrenamtlich und möglichst unkompliziert


Gern führen die beiden Frauen durchs Klamöttchen. In einem Zimmer finden sich die Sachen für die Männer. „In kleinen Größen könnten wir mehr gebrauchen“, sagt Annett Boy. Dagegen ist der Raum mit den Kindersachen proppenvoll. „Hier haben wir alles von der Erstausstattung fürs Baby bis zur Größe 158“, unterstreicht Viola Kärsten. Die Sachen seien alle tipptopp. Was man auf Börsen für einen kleinen Preis bekommt, gibt es im Klamöttchen umsonst. Es folgen Räume für Damenbekleidung und für allerlei Dinge des täglichen Bedarfs: Bettwäschen, Handtücher, Geschirr, Töpfe, Pfannen, Gardinen und diverse Haushaltsgeräte. „Nur Möbel gibt es hier nicht“, informiert Annett Boy. Dafür aber außerdem Taschen, Schuhe und Koffer. „Koffer sind aber immer ganz schnell auch wieder weg“, fügt die Laagerin hinzu und macht darauf aufmerksam, dass man die Spenden so anbiete, wie sie abgegeben werden. „Wir können die Sachen nicht vorher waschen, das muss dann schon jeder selbst machen“, erklärt Annett Boy. Von Vorteil wären weitere Kleiderständer. Bisherige Bemühungen seien nicht von Erfolg gekrönt worden. Meist scheiterte es am Geld. Die Initiative arbeitet rein ehrenamtlich und möglichst unkompliziert.

Wer die Kleiderkammer unterstützen möchte, kann zu den Öffnungszeiten ins Albertinum kommen (Tür hinter dem Haupteingang) oder seine Bekleidung und andere Spenden nach wie vor im Laager Rathaus abgeben. Weitere Helfer für den Betrieb des Klamöttchens können zu den Öffnungszeiten vorbeikommen.

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