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Neuer Vorsitzender : Laager Heimatverein vor der Zerreißprobe

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Jahreshauptversammlung entscheidet heute über Zukunft / Knackpunkt: der Vereinsvorsitz

Wenn sich die Mitglieder des Vereins der Heimat- und Naturfreunde Laage heute Abend zur Jahreshauptversammlung treffen, geht es nicht nur um die Vorhaben für dieses Jahr, sondern in erster Linie um eine personelle Frage. Seit der Gründung des Vereins im Jahr 2000 steht Manfred Walter an der Vereinsspitze. Jetzt will er nicht mehr für den Vorsitz und auch nicht mehr für den Vorstand kandidieren, das bestätigen Vereinsmitglieder. Ohne Vorsitzenden aber steht die Existenz des Vereins auf dem Spiel. Nach SVZ-Informationen hofft ein Teil der Mitglieder, dass sich auf der heutigen Zusammenkunft doch noch ein Kandidat findet. Andere spekulieren darauf, dass Manfred Walter sich noch einmal breitschlagen lässt und dem Verein weiterhin vorsteht.

Der bisherige Vereinsvorsitzende äußert sich dazu nicht. „Kein Kommentar“, hieß es von Manfred Walter. Er wolle weder bestätigen noch dementieren und sei erst nach der Jahreshauptversammlung zu Auskünften bereit.

„Ich bin gespannt, was am Donnerstag passiert und drücke die Daumen, dass sich doch noch jemand für den Vereinsvorsitz findet“, sagt Christa Hoth vom Vereinsvorstand. „Alle wollen, dass es mit dem Verein weitergeht“, betont sie. Manches Gespräch habe es in den vergangenen Wochen gegeben, ohne Erfolg, so ihr Wissensstand.

„Wenn wir zusammensitzen und diskutieren findet sich vielleicht doch noch jemand“, denkt auch Vorstandsmitglied Ingrid Lindemann. Dass sich niemand um den Posten des Vereinsvorsitzenden reißt, kann die Laagerin nachvollziehen. „Wir sind alle in einem Alter, wo man sich so etwas eher nicht mehr antun möchte“, erklärt sie. Leider fehle der Nachwuchs. Für Ingrid Lindemann ist ein Heimatverein in Laage allerdings unverzichtbar. Die Stammtische, die für die Vereinsmitglieder stattfinden, seien stets gut besucht. „Es gibt eine schöne Gemeinschaft, die wir alle sehr schätzen“, erklärt das Vorstandsmitglied. Hinzu kämen musikalische und literarische Veranstaltungen, die man öffentlich anbiete. „Und die zwei Busreisen im Jahr werden von den Laager immer gut angenommen“, fügt Susanne Möller, die seit der Gründung des Vereins im Vorstand für die Finanzen verantwortlich zeichnet, hinzu. Die Mitarbeiterin der Laager Stadtverwaltung ist inzwischen in der Ruhephase der Altersteilzeit und schätzt ihre ehrenamtliche Arbeit im Heimatverein umso mehr. Gern würde sie das in zweiter Reihe weiterhin tun, betont Susanne Möller und schließt den Vorsitz für sich aus. Sie hofft, dass Manfred Walter sich heute dazu entscheidet, doch weiterzumachen.

Fritz Abs, ebenfalls seit Anbeginn im Vereinsvorstand, hat dagegen für sich bereits einen Schlussstrich gezogen. Er ist zum Jahreswechsel ausgetreten. Das, so erklärt er, sei ihm sehr schwer gefallen. Schließlich habe er die Gründung eines solchen Vereins maßgeblich mit betrieben. Doch die Art und Weise, wie im vergangenen Jahr das Musikantentreffen – über zwölf Jahre stets die Veranstaltung mit der größten Öffentlichkeitswirkung – abgesagt worden war, missfiel ihm sehr. Am Geld kann es nicht gelegen haben, sagt Fritz Abs. „Der Vorsitzende wollte das Musikantentreffen nicht mehr. Den Vorstand hat er überzeugt, mich nicht“, erklärt das Laager Urgestein, inzwischen 79 Jahre alt. Nichtsdestotrotz wünscht er dem Verein alles Gute für die Zukunft. Über die wird heute Abend auf der Jahreshauptversammlung entschieden.

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