Bürgermeisterwahl Laage : Laager haben die Qual der Wahl

Im Podium die Kandidaten Günter Schink und Holger Anders (von links), Andreas Springer und Kathrin Röwert (von rechts), Moderator Rocco Herrmann und SVZ-Redakteur Eckhard Rosentreter
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Im Podium die Kandidaten Günter Schink und Holger Anders (von links), Andreas Springer und Kathrin Röwert (von rechts), Moderator Rocco Herrmann und SVZ-Redakteur Eckhard Rosentreter Fotos: Jens Griesbach

Großes Interesse am Wahlstammtisch von Radfahrerklub und SVZ: Die Laager wählen am 24. September ihren neuen Bürgermeister

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08. September 2017, 21:00 Uhr

Ein vollbesetzter Saal im Sportlerheim an der Recknitzkampfbahn zeugt vom großen Interesse der Laager für die Bürgermeisterwahl am 24. September. Immerhin sollen sie ihr hauptamtliches Stadtoberhaupt für die nächsten acht Jahre bestimmen. Sportlich ging es wohl zu, als die vier Bewerber für das Amt im Podium die Fragen von Moderator Rocco Herrmann beantworteten. Von einem Kampf um das Amt war indes wenig spürbar. Das mag an einer (unterschiedlich ausgeprägten) Unerfahrenheit im politischen Verwaltungsgeschäft aller vier liegen. Mehrere, hier schlaglichtartig ausgewählte Gesprächspunkte in dem über zweistündigen Frage-Antwort-Spiel zeigten dennoch Positionen auf.

Ortsteile/Bürgernähe

Kathrin Röwert: Will Bürgersprechstunden in allen Ortsteilen abhalten, „auch wenn mal keiner kommt“. Andreas Springer: Egal, wie und wo die Bürger ihre Anliegen vortragen, wichtig ist, dass sie bearbeitet werden. Holger Anders: Würde zu Fuß durch die Stadt gehen, „da kommt man besser ins Gespräch“. Günter Schink: Der Bürgermeister „hat ein breites Kreuz“ und gibt Antwort, auch wenn der Bürger mit ihr nicht immer zufrieden ist.

Sanierung Albertinum

Ein „dickes Brett zu bohren“, sei das, so Schink, und wenn das so einfach wäre, hätten das die Vorgänger schon längst angefasst. Das Thema sei nur mit konkreten Zahlen und in konkreten Gesprächen zu klären, denkt Röwert. Anders will für das Haus „den Stellenwert wieder herstellen, der ihm gebührt“, lobt den Karnevalsförderverein, dass wenigstens der sich kümmert, und regt eine Mehrfachnutzung an. Karnevalsclubmitglied Springer: „Wenn, dann richtig“.

Neubau Freibad

„Ist noch jemand bereit, das Projekt wieder aufzugreifen?“, fragte Anke Schäfer aus dem Publikum. Hier wird Springer visionär, schlägt statt des Freibades zwischen Bahnhofs- und Umgehungsstraße ein Flussbad an der Recknitz vor, mit einem dazugehörigen Campingplatz – eine Alternative, die „weit weniger“ kosten würde, und die er prüfen lassen wolle. Schink: Die Stadtvertretung hat unter dem Kostenaspekt richtig gehandelt, das alte Konzept abgelehnt – damit muss man als Bürgermeister umgehen können. Er schlage zunächst einen Pendelverkehr zu den Bädern in Güstrow und Tessin vor, um zu sehen, wie das angenommen wird. Anders wäre „froh“, wenn ein Freibadkonzept mit einem „vertretbaren Zuschuss“ zu gestalten wäre und denkt: Vielleicht könne man die in Laage ansässigen Firmen dafür gewinnen? Röwert sei „gerne bereit, die Akte wieder zu öffnen“, und sie wolle Springers und Schinks Ideen dafür mit prüfen.

Wirtschaftsförderung

Anders will einen Mitarbeiter in der Verwaltung speziell für das Aufspüren von Fördermitteln einsetzen. Für Schink ist Wirtschaft Chefsache, und das bedeutet, dass der Chef es macht. Springer würde selber loslaufen, um Betriebe anzusprechen – potenzielle, die kommen könnten, und jene, die hier sind, damit sie hier bleiben. Röwert sind die Handwerker, das Kleingewerbe in der Innenstadt wichtig, aber „natürlich“ habe sie auch ein Ohr für größere Investoren im Airpark.

Flughafen

Springer: Lärm- und Schadstoffbelästigungen müssen auf ein machbares Maß reduziert werden. Röwert: Beide Teile sind wichtig für Laage, trotz der Betroffenheit durch Lärm. Anders: Laage muss Gesellschafter bleiben, damit wir Mitspracherecht haben. Schink: Um Lärmminderung bemüht das Militär sich sehr, am zivilen Part muss das Land sich viel stärker beteiligen.

Rege diskutierte Themen waren außerdem: Ordnung und Sauberkeit in der Stadt und den Ortsteilen, Beziehungen unter den Vereinen, Bereitstellung von Kitaplätzen und Weiterentwicklung der Schule, Sicherstellung der medizinischen Versorgung. Ein Punkt, in dem sich alle einig sind: Vor allem entlang von B  103 und B  108 müssen Radwege gebaut werden, und zwar schnell! Dass es nicht so schnell geht, wie erhofft und gefordert, wissen alle. Denn groß seien die Abhängigkeiten von Straßenbaulastträgern, Flächeneigentümern, Haushalten, Fördertöpfen…

Was noch auffiel: Ihren „Draht“ zum Land und zur Bundes-CDU will Kathrin Röwert immer wieder nutzen. Günter Schink beruft sich häufig auf das „Machbare“. Andreas Springer fragt oft: Wer hat das denn verursacht? Holger Anders bemüht regelmäßig die Gemeinsamkeit.

So etwas wie die Gretchenfrage, frei zitiert aus der SVZ: Und welchen einen Punkt wollen Sie, wenn Sie Bürgermeister sind, sofort ändern? Günter Schink: für mehr Sauberkeit und Ordnung sorgen. Holger Anders: das Internet ausbauen. Kathrin Röwert: den Denkmalsweg beruhigen. Andreas Springer: die Innenstadt beruhigen.

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