Recknitzstadt : Laager Bahnhof versteigert

Die neuen Eigentümer des Laager Bahnhofs schauten sich gestern im und am Haus um. Olaf Plehn hat dort seit einigen Wochen seinen Wohnwagen postiert.
Die neuen Eigentümer des Laager Bahnhofs schauten sich gestern im und am Haus um. Olaf Plehn hat dort seit einigen Wochen seinen Wohnwagen postiert.

Neue Eigentümer sahen sich gestern vor Ort um / Derweil läuft seit Februar soziales Projekt „Bahnhof Laage“

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23. März 2015, 14:38 Uhr

Zwei Männer stehen am Laager Bahnhof. Prüfend schauen sie sich um, gehen ins Gebäude, kommen wieder heraus und diskutieren. Sie haben am Sonntag das Bahnhofsgebäude ersteigert. Das Auktionshaus Karhausen hatte es gleich weiteren rund 70 Immobilien zum Mindestgebot von 500 Euro aufgerufen. Bei 10 000 Euro, so erfuhr SVZ gestern von Auktionator Matthias Knake, fiel der Hammer.

Die beiden Männer halten sich bedeckt. Im Internet seien sie auf den Bahnhof gestoßen. Mehr wollen sie noch nicht sagen. Sie wüssten noch nicht, was sie daraus machen, versprachen aber zu einer Party einladen zu wollen, wenn es eine Projektidee zur Belebung des Laager Bahnhofs gibt. Die Gebäude befinden sich in einem jämmerlichen Zustand. Kaum ein Fenster ist noch heil. Die Wände sind beschmiert. Der Zahn der Zeit nagt an der Bausubstanz.

Das Bahnhofsgebäude von 1886 war bereits in den 1990er-Jahren nicht mehr als solches genutzt worden. Die Deutsche Bahn hat sich längst von dieser Immobilie getrennt. Jahrelang tat sich nichts am Objekt, jetzt, so erscheint es, gibt es gleich zwei Interessenten für den Laager Bahnhof. Denn neben denen, die es am Sonntag ersteigerten, gibt es auch noch einen Mieter. Olaf Plehn aus Anklam hat im Februar seinen Wohnwagen vor das Bahnhofsgebäude gestellt. Der 34-Jährige spricht von einem sozialem Projekt „Bahnhof Laage“, das er angeschoben habe. Für das hintere Gebäude stellt er sich eine gewerbliche Nutzung vor. Er selbst wolle sich eine kleine Wohnung im Bahnhofsgebäude herrichten und dort ein Bistro betreiben. Platz sei außerdem für weitere Wohnungen. „Es geht mir darum dieses historische Gebäude zu erhalten“, betont Olaf Plehn. Er hat die Vorstellung, dass Menschen sich mit ihren Ideen, ihren finanziellen Möglichkeiten und ihrer Muskelkraft einbringen können. Er selbst sehe sich „multikulti“, habe in den vergangenen Jahren selbstständig im Handwerksbereich und als Hausmeister gearbeitet und könne vieles selbst machen.

Olaf Plehn ist gespannt auf die neuen Eigentümer. „Sie müssen jetzt auf mich zukommen. Ich habe einen Vertrag und bekanntlich bricht Kauf nicht Mietvertrag“, betont der 34-Jährige. Wenn man in etwa auf einer Linie liege, könne er sich durchaus auch eine Zusammenarbeit vorstellen.

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