Keine Schlüsselzuweisungen : Laage lebt sehr gut von Steuern

Vielleicht klappt es in diesem Jahr, die alte Sporthalle in Laage durch eine neue zu ersetzen.
Vielleicht klappt es in diesem Jahr, die alte Sporthalle in Laage durch eine neue zu ersetzen.

Keine Schlüsselzuweisungen vom Land – Haushalt 2018 mit zahlreichen Investitionsvorhaben beschlossen.

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14. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Einstimmig beschlossen die Laager Stadtvertreter den Haushalt 2018 und das, obwohl der Finanzausschuss dies nicht empfohlen hatte. Eine Reihe interessanten Vorhaben fänden sich in dem Zahlenwerk, die schon seit vielen Jahren in der Diskussion sind, erklärte Ausschussvorsitzende Karin Schmidt (Die Linke). Diese, so die Meinung der Ausschussmitglieder, sollten erst einmal in den Fraktionen diskutiert werden. „Nicht nötig“, fasste Alfons Hütten für die Fraktion der CDU zusammen. Mit Investitionen von 3,2 Millionen Euro holt die Recknitzstadt richtig aus. Dabei könnte sich diese Summe noch verdoppeln, denn einige Vorhaben wie der Abriss der alten und der Bau einer neuen Sporthalle werden schon aus diesem Jahr mit ins nächste hinüber genommen. „Gebaut wird aber nur, wenn wir eine Förderung bekommen“, betonte Bürgermeister Holger Anders (FDP).

Sprudelnde Steuereinnahmen lassen die Stadt an der Recknitz finanziell gut aussehen. Geplant sind für 2018 Steuereinnahmen von mehr als 3,6 Millionen Euro – Grundsteuer A (land- und forstwirtschaftliche Flächen): 47 000 Euro, Grundsteuer B (bebaute Grundstücke): 590 000 Euro, Gewerbesteuer: drei Millionen Euro. Insbesondere die florierende Wirtschaft versetzt die Stadt in die Lage, ohne staatliche Zuwendungen auszukommen. Erstmals gibt es 2018 keine Schlüsselzuweisungen vom Land, informiert der Bürgermeister. Im Gegenteil: Laage muss wie Lohmen schon seit Jahren von seinen Steuereinnahmen an Land und Landkreis abgeben, zusammen 117 000 Euro.

Darüber hinaus kann sich Laage auch noch leisten, dass aus den laufenden Einnahmen des nächsten Jahres die Ausgaben nicht gedeckt werden können. Ein Minus von etwas mehr als einer Million Euro im Ergebnishaushalt und gut 400 000 Euro im Finanzhaushalt können aus dem Jahresergebnis 2016, das einen Überschuss von 1,6 Millionen Euro ausweist, wettgemacht werden.

Die boomende Wirtschaft und eine strikte Sparsamkeit in den vergangenen Jahren der finanziellen Konsolidierung der Stadt benennt Anders als Gründe für weitreichende Investitionsvorhaben im nächsten Jahr. „Es sind viele Projekte, die in den vergangenen Jahren aus finanziellen Gründen auf die lange Bank geschoben wurden, nun aber angepackt werden können“, betont der Bürgermeister und nennt einige Vorhaben, bei denen es erst einmal um Planungsleistungen geht. Das betrifft das Albertinum, das fast ausschließlich vom Karnevalsverein und dem Förderverein genutzt wird. Mit beiden Vereinen will Anders bauliche Mängel besprechen und sich daraus ergebende Notwendigkeiten ableiten, dann aber auch weitere Nutzungsmöglichkeiten abwägen. Aufgegriffen wird auch der Gedanke, das Recknitz-Campus um ein Haus der Künste mit besseren Bedingungen für den Kunst- und Musikunterricht zu erweitern. Außerdem sollen Planungen für den Ausbau der Gartenstraße in Laage, der Ringstraße in Kritzkow und des Dorfgemeinschaftshauses in Jahmen erfolgen.

Konkret kann es 2018 mit dem Bau einer neuen Sporthalle werden, wenn denn Fördermittel fließen. Außerdem werden Anbauten an die Feuerwehrhäuser in Liessow und Kritzkow notwendig. In Liessow braucht ein neues Fahrzeug mehr Platz. Die Kritzkower Wehr hat jüngst die Gefahrguterkundung im südlichen Teil des Landkreises übernommen. Ein spezielles Erkundungsfahrzeug ist bereits in Kritzkow stationiert (SVZ berichtete). In Folge wird der jetzige Schulungsraum zum Umkleideraum. Ein Anbau für Schulungen wird notwendig.

Weiter betont Laages Bürgermeister Baumaßnahmen auf dem Buswende- und Parkplatz vor dem ehemaligen Ballhaus. Für rund eine halbe Million Euro sollen die Bedingungen für die wendenden Busse verbessert werden. Außerdem sind noch einmal gut 500 000 Euro für die Erschließung der großen Freifläche zwischen Einkaufsmarkt und Wohnbebauung am Fischteich eingeplant. Der Ueckerweg – ebenfalls ein Vorhaben aus dem laufenden Jahr – soll nun 2018 ausgebaut werden. Weiterhin sind im Stadthaushalt Gelder für den gemeindlichen Anteil beim Ausbau des Knotenpunktes B 108/Stadtzufahrt verankert, ebenso für den Straßenbau in Jahmen – ein Vorhaben im Rahmen des Bodenordnungsverfahres – und die Erneuerung der Sanitäranlagen und der Küche im Dorfgemeinschaftshaus in Liessow.

Von einem sportlichen Programm und einem ebensolchen Zeitrahmen für die Diskussion in den Fraktionen sprach Wolfgang Boldt (Wählergmeinschaft Ortsteile) und wünschte sich für das nächste Jahr etwas mehr Zeit für die Haushaltsberatungen. „Mit einem Beschluss im Dezember ist die Verwaltung ab dem ersten Tag des neuen Jahres arbeitsfähig. Das ist mir wichtig“, betonte dazu Bürgermeister Anders. Eher marginal nahm sich ein Antrag der Fraktion der Linken aus, die Summe für die Straßenunterhaltung um 10 000 Euro auf 50 000 Euro zu erhöhen. Einstimmig angenommen.

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