Zwangsversteigerung : Laage holt alte VS-Kita zurück

Zwangsversteigert: Wird in zwei Wochen ein Zuschlag erteilt, geht die ehemalige Kita in Laage zurück an die Stadt.
Zwangsversteigert: Wird in zwei Wochen ein Zuschlag erteilt, geht die ehemalige Kita in Laage zurück an die Stadt.

Stadt ersteigerte gestern Grundstück an der Rudolf-Harbig-Straße - Geprellte Anleger hatten Zwangsversteigerung betrieben.

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22. Februar 2018, 05:00 Uhr

Enttäuscht verließen geprellte Anleger im Immobilienskandal der Volkssolidarität (VS) gestern das Gerichtsgebäude in Güstrow. Die Zwangsversteigerung des 6180 Quadratmeter großen Grundstückes mit der darauf befindlichen ehemaligen Kindertagesstätte an der Rudolf-Harbig-Straße in Laage hatte nicht das erhoffte Interesse geweckt. Die Stadt könnte das Grundstück für 8299,31 Euro bekommen. Der Zuschlag wurde gestern nicht erteilt. Der Anwalt der Gläubiger beantragt 14 Tage Bedenkzeit. Die Stadt war als einziger Bieter aufgetreten.

Mit der Hoffnung, dass bei der Versteigerung der Immobilie etwas herauskommt und am Ende die Gläubiger davon wenigsten etwas profitieren, war Marlis Rohmann (67) aus Bad Doberan gestern ins Güstrower Amtsgericht gekommen. Rainer (74) und Heidrun (72) Eggert aus Güstrow hatten weniger Hoffnung. „Unser Rechtsanwalt hatte uns schon jegliche Hoffnung genommen“, sagte Heidrun Eggert. Es gebe zu viele Gläubiger. Aber man habe es live erleben wollen. „Wir hatten den Leuten vertraut, weil wir sie auch kannten. Wir dachten, wir legen Geld an und tun damit auch noch etwas Gutes. Und ich war auch noch die treibende Kraft“, berichtet die Güstrowerin. „,Und falls sie mal einen Pflegeplatz brauchen, sind sie sofort dran’ – so endete damals das Gespräch“, erinnert sich Heidrun Eggert, während Marlis Rohmann neben ihr sitzend das Gebot der Stadt erbost.

Lange, lange Minuten vergehen, ohne dass ein weiteres Gebot auf den Tisch käme. Ein Grund dafür dürfte sein, dass die Stadt im Grundbuch mit einer Rückauflassungsvormerkung im Rang 2 an erster Stelle und damit über allen anderen Gläubigern im Rang 3 steht. Die Stadt hatte 1994 das Grundstück mit Eigentumsrechten der Volkssolidarität kostenlos übertragen und dies mit der Maßgabe, dass das Grundstück kostenfrei an die Stadt zurückübertragen wird, wenn der Nutzungszweck als Kindertagesstätte nicht mehr gegeben ist. Erst als es mit dem Umzug der Kita „Knirpsenland“ in das neue Haus 2015 so weit war, dass das Grundstück wieder hätte an die Stadt gehen können, stellte man fest, dass im Grundbuch 185 Gläubiger aufgeführt waren. „Wir hätten alle Grundschulden mit übernehmen müssen“, erklärt Stadträtin Marion Hünecke, die gestern mit Bürgermeister Holger Anders mit im Gerichtssaal saß. Ein belastetes Grundstück habe die Stadt so nicht zurückwollen. Deshalb sei es bei der Volkssolidarität verblieben, bis nun einer der Gläubiger die Zwangsversteigerung beantragt hatte.

Der Verkehrswert des Grundstückes ist mit 99 000 Euro angegeben, ein sogenannter Zuzahlungsbetrag ebenfalls mit 99 000 Euro. Dies hätte bedeutet, dass ein Interessent das Grundstück zwar hätte erwerben können. Er hätte dann aber für den Fall, dass die Stadt auf ihr Rückgaberecht verzichtet, 99 000 Euro an die Stadt zahlen müssen. Theorie. „Die Stadt möchte ihr Eigentum auf jeden Fall zurückhaben“, betont Bürgermeister Anders. Ein Interessent hätte also ersteigern können, aber letztlich nichts davon gehabt.

Das geringste Gebot war auf 8299,31 Euro festgesetzt. Die Summe deckt die Verfahrenskosten und bedient ausstehende Forderungen, u.a. vom Wasserversorgungs- und Abwasserzweckverband.

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