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Stadtsanierung Laage : Laage braucht weiter Städtebauförderung

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Die Stadtsanierungen in Laage wurde seit 1991 mit rund 24,5 Millionen Euro unterstützt. Zwei Sanierungsgebiete – Altstadt und Scheunenviertel – gibt es hier.

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erstellt am 07.Mär.2017 | 05:16 Uhr

Rund 24,5 Millionen Euro sind seit Aufnahme der Stadt Laage in das Städtebauförderprogramm im Jahr 1991 in die Stadtsanierung geflossen. „Es ist ein großartiges Programm. Wir haben sehr viel Geld bekommen und wünschen uns, dass es noch ein paar Jahre weitergeht“, sagt Marion Hünecke, Leiterin des Geschäftsbereiches Stadt- und Gemeindeentwicklung im Rathaus. Anfang der 1990er-Jahre habe Laage sich grau in grau gezeigt. Viele könnten sich das heute kaum noch vorstellen.

Gerade sei wieder ein Förderantrag über 420 000 Euro rausgegangen. Auf der Vorhabenliste ganz oben steht die Sanierung des Verwaltungsgebäudes, Hauptstraße 20, das auch künftig als Verwaltungsgebäude genutzt werden soll. Außerdem sieht Hünecke noch einige private Häuser, die einer Sanierung bedürfen. Etwa 370 Wohnungen gibt es im Sanierungsgebiet Altstadt. Rund zehn Prozent davon stehen leer. „Leerstand gibt es vorrangig in den Häusern, die noch nicht saniert sind“, stellt Hünecke fest. Sie wünscht sich außerdem, dass nach dem Abriss im vergangenen Jahr die Hauptstraße 27/28 wieder bebaut wird und betont, dass Laage auch Neubauten fördert. Auch das Küster- und Kantorenhaus am Ziegenmarkt harrt einer Wiederbelebung. Manche Idee sei in vergangenen Jahren abgewogen und doch wieder verworfen worden. „Gern möchten wir mit der Kirchengemeinde eine Möglichkeit finden, dass auch diese für den Platz prägenden Gebäude erhalten bleiben“, betont die Stadträtin.

Scheunenviertel braucht Geduld

Neben dem Stadtkern war 2002 das Scheunenviertel als weiteres Sanierungsgebiet hinzu gekommen. Eine durch die Sanierung und Umnutzung zum Wohnhaus durch den damaligen Bürgermeister Uwe Heinze gedachte Initialzündung hatte eher nicht funktioniert. „Man muss hier Geduld haben. Aus städtebaulicher Sicht ist doch ein hoher Aufwand notwendig“, erklärt Hünecke die Situation. Eine weitere Scheune ist saniert worden. Ein Neubau schloss eine Lücke. Gespräche mit Scheuneneigentümern geben aber auch Anlass zur Hoffnung, dass weitere Scheunen Raum für Wohnen und verträgliches Gewerbe bieten können. Ein Antrag auf Sanierung und Umnutzung von drei Scheunen liege vor. „Wir würden das Vorhaben gern fördern“, unterstreicht die stellvertretende Bürgermeisterin. Gleiches gelte für Vorhaben (auch so genannte kleinteiligen Maßnahmen) im Altstadt-Sanierungsgebiet: Hauptstraße 32, Breesener Straße 30 und 31 und Straße der Einheit 21.

Einem noch vorhandenen Bedarf bei privaten Gebäudesanierungen stehen bereits 115 Voll- und Teilsanierungen seit Beginn der Stadtsanierung in Laage gegenüber. Bevorzugt seien kleinteilige Maßnahmen in Anspruch genommen worden, betont Simone Wartemann vom Sanierungsträger, der Big-Städtebau. „Meist geht es um die Erneuerung von Dach, Fassade und Fenstern. Die Antragstellung auf Förderung ist gegenüber einer Vollsanierung deutlich einfacher“, erklärt Wartemann. Auch gerate der Bauherr nicht unter Zeitdruck, könne im Innern des Hauses dann nach und nach sanieren. Als es Mitte der 2000er-Jahre einen kleinen Hänger gab, hatte die Stadt den Fördersatz auf höchstmögliche 85 Prozent hochgesetzt. Mit Erfolg, schätzt Hünecke ein.

Straßen und Plätze sind komplett saniert

Neben der privaten Gebäudesanierung bilden der Straßen- und Wegebau sowie die Erneuerung von öffentlichen Gebäuden und Folgeeinrichtungen Schwerpunkte der Stadtsanierung. Straßen und Plätze im Altstadtgebiet sind saniert. Breesener Straße, Markt und Ziegenmarkt nennt Hünecke als große Objekte, den Pfendkammerweg zum Wasserturm und die Rosmarinstraße als typische Kleinstadtstraßen mit ganz eigenem Charakter. Auch die öffentlichen Gebäude vom Rathaus über die Stadtscheune bis zum Wasserturm sind komplett fertig. Selbst für den Neubau der Kindertagesstätte – nicht im Sanierungsgebiet – hatte die Stadt auch Städtebaufördermittel einsetzen können. „Das war eine sehr gute Aktion, sehr gut gelungen, weil viele an einem Strang zogen. Ich habe selten bei einer Einweihung so viele begeisterte Menschen gesehen“, betont die Big-Mitarbeiterin.

Fünf Teilbereiche im Altstadt-Sanierungsgebiet sind bereits aus der Städtebauförderung entlassen. Hier gelte, dass die Ziele im wesentlichen erreicht sind. Ausgleichsbeträge, die von den Grundstückseigentümern nach Abschluss zu zahlen sind, wurden bereits erhoben.

Gewichtiger Wirtschaftsfaktor

Von den 24,5 Millionen Euro (13,3 Millionen Euro davon von Bund und Land – geschenktes Geld) sei etwa ein Viertel in Erschließungsmaßnahmen (Straßen, Plätze), ein Viertel in Gemeinbedarfseinrichtungen und ein weiteres Viertel in die private Gebäudesanierung geflossen. Für das letzte Viertel schlage sonstiges (Rahmenplanung, Grundstücksverkehr usw.) zu Buche. Gehe man davon aus, dass es noch einen Bedarf von um die fünf Millionen Euro für die Förderung der Stadtsanierung in Laage gibt, so kämen am Ende rund 30 Millionen Euro heraus. Über den Daumen rechne man, dass ein Euro Städtebauförderung sieben Euro Investitionsvolumen binden. Mit dann 210 Millionen Euro erweise sich die Stadtsanierung als nicht unerheblicher Wirtschaftsfaktor. „Viele regionale Firmen profitieren in erheblichem Maße davon“, stellt Hünecke fest. Auch Laager Handwerksfirmen hätten sich auf die Altstadtsanierung spezialisiert. Hünecke: „Eine großartige Sache.“

Dreimal wurden in Laage ab 2001 Bauherrenpreise für private Sanierungen vergeben. Geehrt wurden so hervorragende Beispiele wie das Fachwerkhaus in der Straße des Friedens 9, das ehemalige Schulgebäude und das ehemalige Deutsche Haus. 2018 wäre es wieder einmal an der Zeit, einen solchen Preis zu verleihen, denkt Hünecke.

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