Wassermühle Kölln : Kunst auf dem Kornboden

Frank Chlouba findet seine Motive in und um Bützow. Bis 14. Juli zeigt er seine Arbeiten in der neuen Kunstmühle Kölln.
Frank Chlouba findet seine Motive in und um Bützow. Bis 14. Juli zeigt er seine Arbeiten in der neuen Kunstmühle Kölln.

Wassermühle in Kölln will sich zur Kunstmühle mausern / Bützower Maler Frank Chlouba stellt aus

svz.de von
02. Juli 2014, 06:00 Uhr

Die alte Wassermühle in Kölln soll ein Mekka für Kunstfreunde werden. Noch ist ein werbeträchtiger Name, mit dem auf die Mühle in dem Hoppenrader Ortsteil hingewiesen werden soll, nicht gefunden. „Kulturmühle“ oder „Kunst- und Kulturmühle“ sind im Gespräch. Die besten Aussichten hat „Kunstmühle Kölln“. Diese Bezeichnung findet sich sogar auf einer alten Postkarte. Gemeint war damit aber die alte Wasserkunst an der Mühle. Ein Trägerverein, der sich demnächst gründen soll, wird den endgültigen Namen festlegen.

Indes: Kunst ist bereits in der Mühle zu sehen. Auf dem ehemaligen Kornboden in der dritten Etage zeigt der Bützower Maler Frank Chlouba 35 Arbeiten. „Die Ausstellung ist ganz spontan entstanden. Ich habe Bilder von Chlouba im Bützower Kunsthaus gesehen und war speziell von einem, das die nebulöse, fast geheimnisvolle Stimmung um unsere Mühle frappierend wiedergibt, angetan. Am nächsten Tag brachte der Maler seine Bilder nach Kölln“, erzählt Kunst-Müller Lothar Reißenweber, der sich neben wechselnden Ausstellungen auch niveauvolle Musikabende oder Lesungen vorstellen kann.

Für den Anfang hatte der an der Kreismusikschule Güstrow tätige Lehrer schon mal ein glückliches Händchen: Chloubas Bilder passen perfekt in den morbide Schlichtheit ausstrahlenden Raum. Wie in einem Setzkasten hat der Maler seine Arbeiten angeordnet. Auf fast allen Motiven ist die Landschaft in und um Bützow zu sehen, gemalt mit kräftigen Pinselstrichen und in dichten Farben. Stille Ecken entdeckte Chlouba auf Hinterhöfen, an Brücken und auf Waldlichtungen. „Ich bin Angler und präge mir schöne Stellen ein, die ich auf meinen Touren sehe. Im Atelier male ich aus dem Bauch heraus“, schildert er seine Arbeitsweise. Ein Gemälde fällt heraus aus der Reihe mecklenburgischer Landschaften. Auf einem Schrottplatz sind Autowracks übereinander gestapelt; „Abwrackprämie“ hat der Maler darunter geschrieben. „Im Malzirkel von Klaus-Werner Zießnitz war das Thema ‚Bunte Gegenstände’ vorgegeben. Da habe ich mich an den Autos versucht“, erklärt der Künstler, der mit seinem Mentor das Kunsthaus-Projekt in Bützow verwirklichte. Mitte der 1980er-Jahre kreuzten sich Choubas Wege mit denen von Zießnitz schon einmal, aber dann versuchte sich der Maler für viele Jahre als Musiker. Ernsthaft betreibt er die Malerei nun seit sechs Jahren. Seine Formate sind größer geworden, der Farbauftrag verschwenderischer, der Pinselstrich energischer. Auch die Produktivität nahm zu. „Ich arbeite meist an zwei, drei Bildern gleichzeitig“, sagt er. Zu sehen sind Chloubas Arbeiten bis Mitte Juli. Weil noch kein geregelter Betrieb herrscht, bittet Reißenweber um Anmeldung (Telefon 01 73/ 574 78 42).




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