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14. Güstrower Kunstnacht : Kulturvoller Bummel durch die Nacht

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

19 Kultureinrichtungen und Institutionen unterbreiten ein buntes Spektrum an kulturellen Angeboten

von
erstellt am 03.Okt.2014 | 14:39 Uhr

„Es ist das Fluidum einer langen Nacht. Es sind die Begegnungen außerhalb des Alltags. Die Menschen sind gut gelaunt und teilen ihre positive Stimmung gern mit anderen“, beschreibt Gisela Scheithauer. Treffenden lässt sich die Güstower Kunstnacht kaum zusammenfassen. Sie bot in diesem Jahr zum 14. Mal Güstrowern und Gästen einen heiteren Übergang vom alltäglichen Arbeitsleben in den Tag der Deutschen Einheit. 19 Institutionen gestalteten die Kunstnacht diesmal noch vielfältiger und bunter.

Die Eröffnung der neuen Ausstellung mit Plakaten aus der SBZ (Sowjetischen Besatzungszone) und der DDR aus 40 Jahren (1946 bis 1986) lockte zunächst in die Wollhalle. Ein Rundgang vermittelt Zeitgeschichte und „regt zum Nachdenken an die eigene Vergangenheit an“, formulierte es Bürgermeister Arne Schuldt. Er selbst erinnerte sich noch an die amerikanische Bürgerrechtlerin Angela Davis auf Plakaten. Eine Zeit, die für Lea Lengwenus und Ida Möller wahrlich Gesichte ist. Während sich auf dem Schlosshof Eltern mit Kindern zu einem speziellen Rundgang durch das altehrwürdige Gebäude sammeln, sitzen die beiden Mädchen mit Yibo Beck in der Werkstatt für Museumspädagogik und falten Bälle.


Gute Laune, Musik und Schmalzstullen


Am Franz-Parr-Platz, so erscheint es, führt nun kein Weg vorbei. Das Sinfonische Blasorchestern der Kreismusikschule lässt die Menschen verweilen und ganz nebenbei erkennen, dass die Rotarier wieder Wurst, Schmalzstullen und Kuchen für den kleinen Hunger, der sich gleich oder später einstellt, bereithalten. „Dieser Tradition können und wollen wir uns nicht entziehen“, sagt Edgar Mahnke vom Rotary Club Güstrow und lobt die Liaison mit dem Blasorchestern an diesem Abend.

Der durchaus begrenzte Platz im Weltladen – erstmals dabei – schafft eine sehr persönliche Atmosphäre. Hani Navaseri aus dem Iran spielt Gitarre und singt ein Liebeslied aus seiner Heimat. Zu jedem Lied lässt er Textzettel verteilen. „Er hat sie selbst ins Deutsche übersetzt“, erzählt Erika Maurer, Vorsitzende des Weltladen-Vereins.

In der Uwe-Johnson-Bibliothek steht und sitzt man gut gelaunt mit einem Glas Wein in den Hand. Reihe für Reihe füllt sich in der Erwartung auf eine unterhaltsame Weltreise mit dem Liedermacher Wolfgang Rieck. Manfried und Gisela Scheithauer hatten sich schon an klassischer Musik in der Freimaurerloge erfreut und haben noch die Bläsernacht in der Pfarrkirche auf ihrem Programm.


Mit Programmheft durch die Nacht


Längst ist es dunkel geworden – nicht so einfach im fahlen Licht von Laternen das Kunstnacht-Programmheft zu studieren. „Schöne Musik, schöne Weine, schöne Bilder“, umreißt Marianne Hübner ihren Anspruch an die Güstrower Kunstnacht. Sie und Margit Krüger entscheiden sich fürs Saxophon im „Verve“ und lassen noch wissen, dass man sich auch schon Rap auf dem Museumshof gegönnt habe. „Mancher schaut um die Ecke, um dann etwas verunsichert wieder zu gehen“, erzählt hier Heike Mittelstädt, während Oliver Maruhn und Florian Brusch vor surrealistischen Bildern, die über eine Leinwand huschen, singen.

Ganz anders klingt es in der Pfarrkirche. Hier begrüßt Kantor Martin Ohse zu einer langen Bläsernacht. Auch Scheithauers haben in der schon gut besuchten Kirche Platz genommen. Ein leises Kommen und Gehen stört hier wie anderswo gar nicht. Nur wenige Schritte entfernt erklärt Helmut Machat gern immer wieder seine Spiegelbild-Fotografie und gibt zu, dass es dabei seiner Absicht entspricht, wenn der Betrachter unschlüssig vor einem Bild steht und sich fragt, ob es gemalt oder fotografiert ist. Diesen Effekt erreicht der Künstler, in dem er u.a. Leinwand statt Fotopapier verwendet. Christoff Röhm zeigt schwebende Skulpturen und nimmt damit Bezug auf den „Schwebenden“ aus dem Dom, der Anfang der Woche „entschwebte“, um im British Museum gezeigt zu werden. Und, und, und.

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