SVZ-Vereinsserie : Kulturhaus zweites Mal gerettet

Vor dem Kulturhaus in Ganschow: Annika Reimers, Claudia Heuer, Wolfgang Lorenz, Bürgermeisterin Rita Burchard, Kerstin Gehrke und Veit Nehring (v.l.).
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Vor dem Kulturhaus in Ganschow: Annika Reimers, Claudia Heuer, Wolfgang Lorenz, Bürgermeisterin Rita Burchard, Kerstin Gehrke und Veit Nehring (v.l.).

Dorfleben Gans-Schön engagiert sich in Ganschow und Schönwolde und in der Gemeinde Gutow.

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29. Mai 2017, 05:00 Uhr

Zum zweiten Mal hat der Verein „Dorfleben Gans-Schön“ – ein Namenszusammenschluss der beiden zur Gemeinde Gutow gehörenden Ortsteile Ganschow und Schönwolde – das Kulturhaus in Ganschow gerettet. Im September 2002 hatte sich der Verein gegründet mit dem Ziel, das in den 1960er-Jahren im damaligen Nationalen Aufbauwerk (NAW) geschaffene Gebäude zu erhalten. „Um an Fördermittel zu kommen, brauchten wir den Verein“, sagt Rita Burchard, seit 2014 Bürgermeisterin der knapp 1000 Einwohner zählenden Gemeinde Gutow. Und das Kalkül ging auf: Für Dach, Heizung und Sanitäranlagen gab es Geld. Insgesamt wurden 65 Prozent der notwendigen 132 000 Euro gefördert. Das Schmuckstück kam allen Einwohnern der beiden Ortsteile, aber auch der gesamten Gemeinde zugute.

Gut ein Dutzend Jahre später war der Verein in einer kleinen Krise. Die Mitglieder wurden immer weniger, die Aktivitäten sanken und die Zukunft der Ganschower Begegnungsstätte stand wieder in Frage. „Die Gemeindevertretung hatte den Beschluss gefasst, das Kulturhaus zu veräußern“, erzählt die Bürgermeisterin. Es gab sogar schon einen Interessenten, der das Haus als Unterstellhalle nutzen wollte. Die Verkaufsverhandlungen standen kurz vor dem Abschluss.

„Wenn es zur Veräußerung des Gebäudes gekommen wäre, hätte es auf Jahre hinaus kein Kulturleben in Ganschow und Schönwolde gegeben“, versichert Veit Nehring, der Vorsitzende des Vereins. Die noch verbliebenen Mitglieder berappelten sich und wählten im Februar 2015 einen neuen Vorstand, der sich zum Kulturhaus bekannte. „Es war mir eine große Freude, als wir den Verkaufsbeschluss der Gemeindevertretung wieder rückgängig machen konnten. Denn die Begegnungsstätte und der Verein sind wichtig für das Leben auf dem Dorf“, bekräftigt die Bürgermeisterin.

Zum Neustart wurde renoviert und alles tipptopp gemacht. Für das Außenrevier hatte Ingrid Freimuth die Idee, ein Heidebeet anzulegen, das sie regelmäßig pflegt. Wolfgang Lorenz, Kassierer im Verein, schaut oft nach dem Rechten und übernimmt Hausmeisteraufgaben. Annika Reimers, Kerstin Gehrke und Claudia Heuer verstehen sich als Manager für die zahlreichen Veranstaltungen. So gibt es im Frühjahr und Herbst gut besuchte Skat- und Rommee-Abende, spielt die Jugend Tischtennis, Darts oder Billard. Feiern zum Frauentag oder zu Weihnachten finden statt, Sport- und Tanzgruppen nutzen das Gebäude. „Besonders gefragt ist das Kulturhaus für private Feiern. Da erreichen uns sogar Anfragen aus Güstrow“, erzählt Kerstin Gehrke. Es sei ja alles vorhanden: ein Saal für bis zu 100 Personen sowie alles erforderliche Geschirr.


Kleines Dorffest und ein Fest am Dorfteich


Aktiv bringen sich die Vereinsmitglieder in das Dorfleben ein. So habe man im vergangenen Jahr ein „kleines, aber feines Dorffest“ gefeiert, berichtet Veit Nehring. Auch das Dorfteich-Fest in Schönwolde sei Sache des Vereins, ergänzt er. Gern würde er besonders engagierte Einwohner zu einer Dankeschön-Veranstaltung einladen, aber dafür fehlt im Moment noch das Geld. Doch es gibt Hoffnung. Bürgermeisterin Burchard will die Gemeindevertretung auf der nächsten Sitzung davon überzeugen, den Vereinen einen Zuschuss zukommen zu lassen. „Der Haushalt sollte das hergeben. Außerdem sind speziell der Verein Dorfleben Gans-Schön und das erhaltene Kulturhaus wichtige Faktoren, wenn es darum geht, die Zukunftsfähigkeit unserer Gemeinde zu sichern“, schätzt die Bürgermeisterin ein.





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