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12. Güstrower Kunstnacht : Kultureller Bummel durch milde Nacht

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Von Goethe bis Busch, vom Theater bis zum Dom. Die 12. Güstrower Kunstnacht bot ein breites thematisches Spektrum und erforderte Kondition beim Pilgern von einer Spielstätte zur nächsten.

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erstellt am 04.Okt.2012 | 10:46 Uhr

Güstrow | Von Goethe bis Busch, vom Theater bis zum Dom. Die 12. Güstrower Kunstnacht bot ein breites thematisches Spektrum und erforderte Kondition beim Pilgern von einer Spielstätte zur nächsten.

Den Auftakt gab’s im Theater. Heidemarie Beyer vom Kunst- und Altertumsverein und Bürgermeister Arne Schuldt begrüßten neben zahlreichen Einheimischen eine Delegation aus Kronshagen. Neben zwölf Mal Kunstnacht und 22 Jahren deutsche Einheit wurden auch 20 Jahre Partnerschaft mit Kronshagen gefeiert. Die Gäste hatten mit dem Jedermanns-Theater ein Ensemble mitgebracht, das den Auftakt für den Kunstmarathon gab. In kabarettistischen Szenen nahmen die 13 Laienschauspieler menschliche Schwächen und verrutschte Wertvorstellungen aufs Korn.

Um Werte ging es auch bei einer Podiumsdiskussion im Kunsthaus. Welchen Wert hat Kunst, wer beurteilt ihn, wie weit engen Auftragswerke die Kreativität des Künstlers ein, kann der Künstler von seiner Kunst leben? Themen, die leidenschaftlich diskutiert wurden. "So ein Gespräch war wichtig. Vieles, was sich bei unseren Künstlern angestaut hatte, musste mal heraus", sagte Vereinsvorsitzende Irene Heinze.

Diskutiert wurde auch im Weinhaus von Leopold Höglinger. Den milden Herbstabend genossen viele Gäste an im Hof aufgestellten Tischen. Mitten drin Feliks Büttner, der Erfinder des "AIDA-Kussmunds". Der Grafiker, der eine Auswahl seiner Taufplakate zeigte, erinnerte sich an seine erste Begegnung mit Güstrow Anfang der 60er-Jahre: "Übernachtet habe ich damals in einem Hotel, ich glaube, es hieß ,Wallenstein’. Ich weiß noch: Es gab immer Bauernfrühstück, die Betten waren klamm und die Stadt grau." Ganz im Gegenteil zu heute, da präsentiere sich die Barlachstadt hell, freundlich und fast so bunt wie seine Plakate.

Weiter ging es durch die Kunstnacht zum Logensaal der "Villa Italia", wo Klaus Ripcke sowie die Musikschüler Anne Koevel, Charlott Ruhnau, Pia Zerra und Konrad Goeritz ein Programm aus von Carl Friedrich Zelter vertonten Goethe-Gedichten zusammengestellt hatten. "Ein wunderbares Konzert", schwärmte Gisela Scheithauer auf dem Weg zur nächsten Kunststation.

Tänze in der Gertrudenkapelle, Stummfilme in der Wollhalle, Führungen im Schloss, Plakate in der Galerie Am Markt 25 - so eine Nacht machte hungrig. Darauf hatten die Mitglieder des Rotary-Clubs Güstrow gehofft und auf dem Franz-Parr-Platz wieder eine Versorgungsstation aufgebaut. Die Einnahmen der Aktion kommen dem Kinder-Jugend-Kunsthaus zugute. Die Kunsttouristen nahmen das Angebot an; Bratwurst, Schmalzstulle, Kaffee und Kuchen wurden verzehrt für den guten Zweck. Nur der Glühwein ging in dieser schönen, milden Herbstnacht so gut wie gar nicht.

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