Kuhdamen bekommen Pediküre

Am Klauenpflegestand: Fachmann Jens Rüter (l.)  und Manfred Berkholz.
Am Klauenpflegestand: Fachmann Jens Rüter (l.) und Manfred Berkholz.

Manfred Berkholz und Jens Rüter arbeiten als selbstständige Klauenpfleger

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24. März 2014, 10:05 Uhr

Es ist 7.30 Uhr: Im Stall der Produktivgenossenschaft in Görslow warten an die 65 Kühe der Rasse Holstein-Friesen auf Manfred Berkholz aus Wendorf und Jens Rüter aus Ventschow. Seit 25 Jahren arbeitet Berkholz als Klauenpfleger. Den Beruf hat er von seinem Vater übernommen, der seit 1968 als selbstständiger Klauenpfleger arbeitete. Das war bereits in der DDR möglich, wenn man nachweisen konnte, dass man so viele Betriebe unter Vertrag hatte, dass man davon existieren konnte.

Selbstständigkeit war damals und ist auch heute noch interessant, weil man für die Arbeit, die man leistet auch bezahlt wird, findet Berkholz. „Jeder Tag ist anders, die Tiere sind anders“, erzählt der 48-Jährige. Ihn wie auch seinen Mitstreiter Jens Rüter freut es, wenn das Tier an seinen Füßen wieder gesund ist und gut laufen kann. Von Grevesmühlen bis Neustadt Dosse sind die beiden regelmäßig unterwegs.

Mit vereinten Kräften bringen die beiden Klauenpfleger den mobilen Stand vom Anhänger in die Stallecke. Stallmeister Holger Gabbert hat alles vorbereitet und mit Azubi Björn Gruel die ersten Tiere bereitgestellt. Der Stand wird auf dem Stallboden fixiert und die Absperrgitter angebracht. „Die Kühe finden jeden Durchschlupf“, weiß Jens Rüter. Er hat sich vor sieben Jahren selbstständig gemacht und solange arbeiten der Wendorfer und der Ventschower auch zusammen.


Eine bis vier Minuten pro Behandlung


Das Stromkabel für die Hydrauliktechnik wird angeschlossen und die Männer binden sich ihre Schürzen um. Dann steht die erste Schwarzbunte im Pflegestand, durch einen Bauchgurt fixiert. Eine bis vier Minuten dauert eine Behandlung, dann wird das Schergitter geöffnet und die Kuh geht in die Gruppe zurück. An diesem Tage kommen vorwiegend Jungtiere und Trockensteher auf den Stand. Mit geübten Griffen behandelt Rüter die Vorderfüße, während Berkholz an den Hinterbeinen arbeitet. Ein Tier weist eine infektiöse Hauterkrankung auf. Die Klauen werden geschnitten, desinfiziert und ein Druckverband angelegt. Manfred Berkholz setzt die große Klauenschere an. Fix ist das Horn, das zu lang am Fuß gewachsen ist, entfernt, samt Spitze. Mit dem Klauenmesser wird die Klauenmitte geschnitten. Hier sitzen die Sohlengeschwüre und Klauenkrankheiten wie Limax.

Die Männer arbeiten zügig und mit geübten Handgriffen. Die Arbeit erfordert Kraft. „Wie die Klaue bearbeitet wird, geschieht bei jedem Klauenpfleger individuell“, so der Wendorfer. Gerade bei den Rindern in Stallhaltung ist Klauenpflege sehr wichtig. Bei Weidehaltung gibt es kaum Probleme mit den Paarhufern.









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