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Skulpturen aus Stahl : Künstler oder eher Handwerker?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Seine Ideen auf Papier setzt der Güstrower Roman Peter ins Großformat um / Entwürfe für große Skulpturen aus Stahl

Roman Peter aus Güstrow hat sich im Land schon sieben Mal verewigt. Der 34-Jährige fertigte die Entwürfe zu stählerner Kunst, großen Skulpturen, die in Malchow, Rechlin, Anklam und nun auch in Waren/Müritz aufgestellt wurden. Sein Kunstwerk in Waren zeigt einen vier Meter großen Flößer, der seit wenigen Wochen am Rande der Müritz steht und an die Blütezeit des Flößerhandwerks im 19. Jahrhundert erinnern soll.

Wenn Roman Peter arbeitet, sieht das wenig aufregend aus. „Ich arbeite mit Papier und entwickele meine Entwürfe ganz einfach im Scherenschnitt“, erzählt der Wahl-Güstrower. Für die Umsetzung seiner Ideen benötigt er dann letztlich Stahlbaufirmen. An die große Arbeit des Flößers allerdings traute sich keine Firma im Umkreis heran. Diese Skulptur wurde in der Stahlschmiede von Schorisch Magis in Karstädt umgesetzt.

In Teterow geboren, wuchs Roman Peter in Gnoien auf. Er absolvierte nach der Schule eine Ausbildung zum Maler/Lackierer. Vielleicht wurden hier schon die Grundsteine für seine weitere Entwicklung gelegt. Bei technischen Zeichnungen und Farbauslegung habe er gut abgeschnitten, erzählt Peter. Als Innungssieger habe er die Schule verlassen und an einer privaten höheren Berufsfachschule in Anklam eine Ausbildung zum Grafikdesigner angehängt, mit Schwerpunkt Kommunikationsdesign. „Meine Abschlussarbeit wurde auf Anraten des Professors damals beim Mecklenburgischen Förderpreis eingereicht und ich habe den Förderpreis bekommen“, freut sich der 34-Jährige. Das sei sein Türöffner für weitere Entwicklungen gewesen.

Während in der Zeit bei einer Werbeagentur in Rostock die strenge Gebrauchsgrafik im Mittelpunkt stand, bewegt sich Roman Peter mit seiner eigenen Firma „GrafikPeter“ sehr auf künstlerischem Terrain. Allerdings möchte er nicht als Künstler, sondern eher als Handwerker bezeichnet werden.

Wie bei Großflächenwerbung arbeitet er gern auf einfache Formen reduziert. „Die Stelze“ und „Das Segelboot“ stehen in Rechlin, „Der Fischer“ und „Die Wäsche“ in Malchow, „Der Stakende“ und „Der Einradfahrer“ in Anklam. Alles Entwürfen des Güstrowers – und er hat auch schon weitere Ideen im Kopf. Ob in der Mitte von Kreisverkehren oder an Uferbereichen – Roman Peter lässt seine Fantasie spielen und versucht, etwas Passendes für den entsprechenden Ort zu finden. An seinen klaren Vorstellungen hält er fest. „Sonst kommt man auch nicht weiter. Wenn man immer nur das macht, was andere erwarten und möchten, entwickelt man nichts Eigenes“, sagt er. Er wolle sich selbst treu bleiben.

Seit etwa fünf Jahren lebt Roman Peter in der Barlachstadt. Zwei große Schränke beherbergen inzwischen die Ideenmappen des gelernten Grafikdesigners. Als Autodidakt hat er inzwischen auch einige Arbeiten in Bronze begonnen und probiert viel aus. Da darf man noch einiges von dem Güstrower „Handwerker“ erwarten.

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