Güstrow : Krone seit vier Generationen in Familie

Zu ihrer Goldenen Hochzeit trug Christel Wittenburg die Goldkrone in vierter Generation.   Fotos: Christian Menzel
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Zu ihrer Goldenen Hochzeit trug Christel Wittenburg die Goldkrone in vierter Generation. Fotos: Christian Menzel

Die Güstrowerin Christel Wittenburg trug zur Goldenen Hochzeit besonderen Schmuck. Autorin von „Mien leiw Brot“ arbeitet an neuem Buch.

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03. März 2018, 05:00 Uhr

Vor gut zwei Wochen feierten Christel und Horst Wittenburg das Fest der Goldenen Hochzeit. Zu diesem Anlass trug die Jubilarin eine Goldkrone, die mehr als 70 Jahre alt ist und zur Familiengeschichte gehört. „Meine Urgroßmutter Caroline Flanz trug die Krone schon 1944, als sie mit 69 Jahren ihre Goldhochzeit mit ihrem Mann August feierte“, weiß Christel Wittenburg aus den Annalen ihrer Vorfahren.

1963 kam der Schmuck wieder zum Einsatz, als ihre Großmutter Hella Gröger in Brüel ihre 50-jährige Ehe mit ihrem Mann Rudolf feierte. „Zur Vorbereitung auf das Fest hatte ihr Schwiegersohn zwei Räume tapeziert. Dann wurden diese Stuben mit langen, durchgehenden Tischen verbunden, damit die zirka 30 Gäste Platz fanden“, erinnert sich die Güstrowerin. Hella hatte sieben Kinder. Sie erlebte zwei Weltkriege und musste den Brand ihres Hauses verkraften. „Sie hatte ein schweres Leben“, sagt die Enkelin.

Als Tochter gefordert war Christel Wittenburg, als ihre Mutter Gertrud Bohnsack 1985 die goldene Krone aufsetzte. Wieder sind es zirka 30 Gäste, die sich um die Festtafel versammeln und von der Tochter betreut werden. Dabei erinnert sie sich noch an ein Malheur, das ihr zusätzliche Arbeit verschaffte. „Mein Bruder hatte die Blumen in das Waschbecken im Bad gestellt, das Wasser aufgedreht und war weggegangen. Als ich dazu kam, lief das Wasser bereits über den Flur in die Küche“, schildert Christel Wittenburg.

Von solchen Erlebnissen blieb sie auf ihrer Goldenen Hochzeit glücklicherweise verschont. Die Wittenburgs haben zwei Töchter, acht Enkel und bisher vier Urenkel. Die Goldene Krone trug Christel Wittenburg an dem Ehrentag stolz und im Bewusstsein einer langen Familientradition. Danach packte sie das Schmuckstück wieder gut weg. „Nach mir kommt die Goldkrone vielleicht in der sechsten Generation ab 2056 wieder zum Einsatz“, hofft sie.

Älter als die Krone dürfte der Zylinder sein, den die Wittenburgs ebenfalls in Ehren halten. „1894 kaufte ihn August Flanz, als er seine Caroline ehelichte“, berichtet Christel Wittenburg. Danach haben ihn die jeweiligen Schwiegersöhne auf ihren Hochzeiten getragen: 1913 Rudolf Gröger, 1935 Fritz Bohnsack und 1968 Horst Wittenburg.

Vieles aus ihrer umfangreichen Familiengeschichte hat Christel Wittenburg in ihrem 2016 erschienenen Buch „Mien leiw Brot“ verarbeitet. Ursprünglich als Chronik zum 750-jährigen Jubiläum von Dabel, wo sie viele Jahre lebte, geplant, hat sich aus dem Projekt eine mit vielen persönlichen Erlebnissen angereicherte Laudatio auf „unser täglich Brot“ entwickelt. Nun hat die 81-Jährige wieder zum Stift gegriffen. Handlungsort ihres neuen Buches ist die Kleinstadt Brüel, in der ihre Vorfahren lebten und Christel Wittenburg Jahre ihrer Jugendzeit verbrachte. „In mir wohnen noch so viele Geschichten, selbst erlebte und überlieferte“, versichert die Autorin. Die ersten 40 Seiten hat sie schon fertig.

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